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Gefährlicher Virus: Schon 71 Tote durch West-Nil-Fieber in Europa

Für Menschen gefährlicher Virus  

West-Nil-Fieber: Schon 71 Tote in Europa

08.09.2018, 10:57 Uhr | dpa, hs, df

Gefährlicher Virus: Schon 71 Tote durch West-Nil-Fieber in Europa. Der West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop: Südeuropäische Länder melden derzeit verstärkt tödliche Fälle von West-Nil-Fieber. (Quelle: dpa/Archivbild/Cynthia Goldsmith/CDC)

Der West-Nil-Virus unter dem Elektronenmikroskop: Südeuropäische Länder melden derzeit verstärkt tödliche Fälle von West-Nil-Fieber. (Quelle: Archivbild/Cynthia Goldsmith/CDC/dpa)

Hirnhautentzündung, Fieber und Ausschlag: Das sind die Symptome der potenziell tödlichen Krankheit. In der EU wurden etwa 800 Fälle registriert.

Gesundheitsbehörden haben in diesem Jahr in der Europäischen Union fast 800 Fälle von West-Nil-Fieber bei Menschen registriert. In ganz Europa seien mindestens 71 Todesfälle gemeldet worden, teilt das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mit.

Demnach starben an der Viruserkrankung 26 Menschen in Serbien, 13 in Italien, 12 in Rumänien und jeweils einer in Ungarn und im Kosovo. Für Griechenland wurden 18 Tote genannt, das griechische Gesundheitsministerium sprach dagegen von 21 Toten.

Innerhalb der EU wurden die bislang meisten Infektionen laut ECDC in Italien mit 327 Fällen gemeldet. In Frankreich wurden bislang 16 Fälle bekannt, in Österreich 10. In insgesamt fünf Regionen von Frankreich und Kroatien seien in diesem Jahr zum ersten Mal Infektionen von Menschen mit dem West-Nil-Virus bekannt geworden, heißt es weiter.

West-Nil-Virus auch in Deutschland nachgewiesen

Erstmals ist in Deutschland das West-Nil-Virus (WNV) bei einem Vogel gefunden worden. Der Erreger des West-Nil-Fiebers wurde bei einem Bartkauz in Halle (Saale) nachgewiesen, wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mitteilte. In Deutschland tritt bei Menschen die Erkrankung nur sehr selten auf, bisher hatten sich alle Betroffenen im Ausland infiziert.

Der Bartkauz sei Mitte August tot in seiner Voliere im Zoo Halle gefunden worden, heißt es vom FLI. Das West-Nil-Virus infiziert hauptsächlich Vögel, von Stechmücken kann es aber auch auf andere Wirte wie Pferde und den Menschen übertragen werden. Wie der Erreger nach Halle gelangte, sollen nun detaillierte Untersuchungen zeigen. Geprüft wird auch, ob Stechmücken in der Umgebung das Virus in sich tragen.

Experten empfehlen Insektenschutz

Die meisten Erkrankten haben keine oder nur harmlose Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen – und gehen deshalb nicht zum Arzt. Bewohnern betroffener Gebiete wurde im griechischen Staatsrundfunk geraten, Verdampfer oder andere Mittel gegen Insekten zu nutzen.



Von der Infektionswelle sind in Italien vor allem der Norden und Teile Sardiniens betroffen. In Griechenland wurden die meisten Fälle auf der Halbinsel Peloponnes sowie um Athen und Thessaloniki erfasst. In Serbien ist vor allem die Hauptstadt Belgrad betroffen.

Generell komme es beim West-Nil-Virus bei etwa einer von 100 Infektionen zu einem schweren, das Gehirn betreffenden Krankheitsverlauf, erklärt RKI-Experte Stark. Ein Teil dieser Erkrankungen ende tödlich.

Symptome sind Fieber und Ausschlag

Typische Symptome von West-Nil-Fieber sind Muskelschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Fieber. Bei etwa einer von 100 Infektionen komme es zu einem schweren, das Gehirn betreffenden Krankheitsverlauf, erklärt Stark. Ein Teil dieser Erkrankungen ende tödlich.

Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts werden seit einigen Wochen deutschlandweit vermehrt tote Wildvögel gefunden – meist am Usutu-Virus verendete. Das West-Nil-Virus ist eng verwandt mit diesem Erreger. Wildvogel-Proben, die an das Nationale Referenzlabor für West-Nil-Virus-Infektionen am FLI geschickt werden, werden stets auf beide Viren untersucht.

Bei Vögeln bleibe eine Infektion mit dem West-Nil-Virus meist symptomlos, erläutert das Institut. Eine Reihe von Vogelarten sei jedoch empfänglich für den Erreger, so dass es zu massiven Epidemien mit Todesfällen kommen könne.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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