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Zwei Drittel der mit Corona Infizierten blieben unentdeckt

Schätzung von Forschern  

Coronavirus: Mehrzahl der Infizierten bleibt wohl unentdeckt

24.02.2020, 22:01 Uhr | cch, t-online.de

"Kann sich in Deutschland ausbreiten": Spahn-Botschaft an Bürger wegen Coronavirus

Der Gesundheitsminister hat sich am Montag in Berlin zur Lage in Norditalien und in Deutschland geäußert. Außerdem appellierte er an die Bürgerinnen und Bürger. (Quelle: Reuters)

"Kann sich in Deutschland ausbreiten": Gesundheitsminister Spahn hat wegen des Coronavirus eine Botschaft und einen klaren Tipp für Deutschlands Bürgerinnen und Bürger. (Quelle: Reuters)


Bei vielen Infizierten aus China ist das Coronavirus nicht festgestellt worden. So konnte sich der Erreger weiter in der Welt verbreiten. Mit fatalen Folgen.

Bei zwei Dritteln aller Infizierten, die das Coronavirus in den Rest der Welt getragen haben, ist das Virus wohl unentdeckt geblieben. Das schätzen Wissenschaftler vom Imperial College in London. So könnte eine Vielzahl an neuen Übertragungsketten entstanden sein, sodass sich das Virus in den Ländern weiter verbreiten konnte. Die Forscher analysierten Fälle von Covid-19, die sich von China aus in verschiedene Regionen und Länder der Welt ausgebreitet haben.

Coronavirus: Viele Fälle ohne sichtbare Verbindung zu Wuhan

Für die Untersuchung verglichen die britischen Forscher um Professorin Christl Connelly die durchschnittliche Anzahl an Passagieren, die von der chinesischen Stadt Wuhan aus in andere Länder reisten mit der Zahl der im Ausland entdeckten Covid-19-Fälle. Basierend auf diesen Daten schätzten die Forscher die Anzahl der unentdeckten Infektionsfälle. In Singapur, Finnland, Nepal, Belgien, Schweden, Indien, Sri Lanka und Kanada blieben demnach insgesamt geschätzte 73 Prozent der Fälle unentdeckt. Im Vergleich der Daten für China nur mit Singapur wurden 63 Prozent der Fälle nicht festgestellt.

Bisher hätten sich die Länder im Kampf gegen das Coronavirus darauf fokussiert, Infizierte zu entdecken, die aus China einreisen. Einige der unentdeckten Fälle könnten aber bereits zu multiplen Infektionsketten innerhalb des Landes geführt haben, schreiben die Forscher. "Wir sehen immer mehr Fälle aus Ländern und Regionen außerhalb Chinas, die keine Reisehistorie oder andere Verbindung zu Wuhan aufweisen", wird Dr. Natsuko Imai, Mitautorin der Studie, in einer Pressemitteilung zitiert. Die vorliegende Analyse demonstriere, wie wichtig es sei, Infizierte zu finden und zu überwachen, damit Länder in der Lage sind, die Epidemie einzudämmen.

Symptome zeigen sich unterschiedlich stark bei Coronapatienten

Einige Regionen haben der Untersuchung zufolge deutlich weniger Coronafälle festgestellt, als angesichts der Anzahl der Flugpassagiere aus Wuhan erwartbar gewesen wären. Das könnte daran liegen, dass manche Krankheitsfälle schwieriger zu entdecken sind als andere. Denn die Schwere der Symptome variiere bei den Infizierten.

Die Forscher schauten sich für ihre Untersuchung Daten von nationalen Gesundheitsministerien und Informationen aus Medienberichten an. Sie analysierten Fälle von Infizierten, die zwischen dem 1. Januar und 13. Februar 2020 von Wuhan aus verreisten. Allgemeine Daten zu Flugreisenden erhielten sie von der International Air Travel Association.

Mehr als 1.000 Fälle außerhalb Chinas

Covid-19 tauchte erstmals im Dezember 2019 auf. Über 74.000 Fälle sind bis Ende Februar 2020 in China gemeldet worden. Mehr als 1.000 weitere Fälle wurden bislang in 29 Regionen und Ländern außerhalb Chinas entdeckt. Nach einer Ansteckung kann es nach jetzigem Erkenntnisstand bis zu 14 Tagen dauern, bis Symptome auftreten.

Der neue Erreger wurde wohl zuerst von Tieren auf den Menschen übertragen. Er kann aber auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Das Tückische ist, dass dies bereits möglich ist, bevor ein Infizierter selbst Symptome wie Fieber oder Husten entwickelt hat. Das Virus verbreitet sich durch Tröpfcheninfektion. Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie geht davon aus, dass man über einige Zeit Kontakt auf einer Entfernung unter einem Meter haben muss, um sich anzustecken. Darüber hinaus deuten Untersuchungen an, dass sich das Virus auch über das Verdauungssystem und sogar über Oberflächen verbreiten könnte.

Verwendete Quellen:

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