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Corona-Impfstoff-Erfolge – So günstig könnte ein Corona-Mittel sein

Abgabe "zum Selbstkostenpreis"  

So günstig könnte ein Corona-Impfstoff sein

24.07.2020, 19:51 Uhr
Auf dem Weg: Britische Forscher entwickeln Covid-19-Impfstoff

Die ersten klinischen Tests sollen Anlass zur Hoffnung geben. (Quelle: Reuters)

Covid-19-Impfstoff entwickelt: Warum dieser Piekser große Hoffnungen weckt. (Quelle: Reuters)


Ein Wirkstoff schürt die Hoffnung auf einen Impfstoff gegen Corona. Selbst der Preis pro Dosis soll schon feststehen. Wie ist der Stand in Oxford und bei weiteren Impfstoffprojekten?

Das Rennen von Wissenschaftlern und Pharmaunternehmen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus läuft seit Monaten in rasantem Tempo –  und zeigt mutmachende Fortschritte. Die neueste Erfolgsmeldung kommt aus Oxford: Die dortige Universität und das britische Pharmaunternehmen AstraZeneca haben ihren Impfstoffkandidaten mittlerweile an einer Gruppe von 1.077 gesunden Freiwilligen erprobt und sprechen von vielversprechenden Ergebnissen.

Die Forscher hatten in der Medizin-Zeitschrift "The Lancet" berichtet, dass der Impfstoff einer Studie zufolge sicher zu sein scheint und das Immunsystem ankurbelt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO begrüßte die Studienergebnisse aus Oxford als "gute Nachricht". Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte im Gespräch mit t-online.de: "Es ist positiv, dass wir bei dem Impfstoff in so kurzer Zeit eine so starke Immunantwort sehen." Er sei optimistisch, "dass wir im nächsten Jahr Impfstoffe für Risikogruppen haben werden".

Sollte der Wirkstoff aus Oxford zugelassen werden, steht offenbar sogar schon der Preis fest: Wie der Chef von AstraZeneca, Pascal Soriot, Ende Juli dem französischen Radiosender RTL sagte, will der Konzern das Mittel weltweit "zum Selbstkostenpreis" von 2,50 Euro pro Einheit abgeben. So soll es allen Menschen zugänglich gemacht werden.

USA und EU ermöglichen beschleunigte Impfstoff-Zulassung 

Neben dem potenziellen Wirkstoff aus Oxford gibt es aber auch weitere Impfstoffkandidaten, die bereits in klinischen Studien an Menschen erprobt werden. Die Chancen auf ein baldiges Mittel scheinen somit stetig zu steigen – auch, weil mehrere Arzneimittelbehörden inzwischen beschleunigte Verfahren ermöglichen, um einen Wirkstoff noch schneller auf dem Markt zulassen zu können.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte kürzlich konkrete Richtlinien veröffentlicht, die ein potenzieller Impfstoffkandidat erfüllen muss. Dieser Leitfaden soll erleichtern, die Herstellung, klinische Entwicklung und Zulassung eines sicheren Covid-19-Impfstoffs zu beschleunigen.

Die Richtlinien haben allerdings einen Haken. Die FDA setzt nicht auf einen Superimpfstoff, der jeden geimpften Menschen ein Leben lang schützt. Stattdessen ist die Vorgabe bescheiden: Der Wirkstoff muss bei mindestens 50 Prozent der Geimpften eine Infektion verhindern oder die Schwere der Erkrankung mindern – vorausgesetzt, er hat sich in großen Studien als sicher, wirksam und gut verträglich erwiesen. Die Leitlinien der Behörde lassen in bestimmten Fällen auch eine beschleunigte Zulassung zu, wenn der Impfstoffkandidat erwiesenermaßen eine Antwort des Immunsystems aktiviert oder zumindest anderweitig klinisch eingesetzt werden kann.

Dennoch gilt: Selbst, wenn bald ein Impfstoff zugelassen werden könnte, würde er womöglich längst nicht jeden vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 schützen.  

Auch EU ermöglicht schnellere Zulassung 

Für Deutschland existieren Leitlinien wie die der FDA bislang nicht. Für die EU ermöglicht aber die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA beschleunigte Verfahren für Covid-19-Behandlungen und Impfstoffe. Dafür hat die Behörde Leitlinien zu Schnellprüfverfahren für die Entwicklung und Zulassung formuliert. "Diese Schnellverfahren können jeden Schritt des Zulassungsweges beschleunigen und gleichzeitig sicherstellen, dass robuste Beweise zur Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität geschaffen werden, um wissenschaftliche und regulatorische Entscheidungen zu unterstützen", heißt es von der in Amsterdam angesiedelten EMA.

Einen ersten Schritt zur Behandlung von schwer an Covid-19 Erkrankten hat die Agentur bereits getan: Ende Juni empfahl sie, nicht als Impfstoff, aber als Medikament, eine Zulassung des Wirkstoffs Remdesivir (bekannt unter dem Handelsnamen Veklury) unter Auflagen.


Zahl der Impfstoffprojekte wächst 

Derweil wächst die Zahl der laufenden Impfstoffprojekte zu SARS-CoV-2 weiter. Aktuell sind es laut dem Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) mindestens 171, mehr als 20 Firmen und Institute testen demnach bereits ihre potenziellen Mittel in klinischen Studien an Freiwilligen, etliche weitere Projekte wollen damit in Kürze beginnen (Stand: 21. Juli 2020). Und: Mehrere Wirkstoffe haben es bereits in die entscheidende letzte Phase der Erprobung an Freiwilligen geschafft.

Erprobung einiger Impfstoffe schon in letzter Testphase

Einige Projekte sind in der klinischen Erprobung bereits in der letzten von insgesamt drei Phasen. Das heißt: Nachdem die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffkandidaten zuerst an Tieren erprobt wurde, dann in der ersten klinischen Phase an einer kleinen Gruppe von 10 bis 30 Probanden erfolgreich getestet und in der zweiten Phase an einer größeren Gruppe von 50 bis 500 Freiwilligen auf Verträglichkeit, Dosierung und die Art der Immunantwort untersucht wurde, folgt nun der letzte Testschritt an einer Gruppe von mehr als 1.000 Probanden.

In dieser dritten Phase liegt das Hauptaugenmerk auf der Zuverlässigkeit des Schutzes. Erst, wenn ein Impfstoff-Kandidat diese Testphase erfolgreich meistert, kann ein Zulassungsverfahren für den Wirkstoff eröffnet werden.

Doch wie genau ist der aktuelle Stand? Wir stellen eine Auswahl an Projekten in verschiedenen Stadien der Forschung vor.

Oxford University mit Unterstützung durch AstraZeneca

Die renommierte britische Oxford-Universität forscht an einem sogenannten Vektorviren-Impfstoff, der aktuell als einer der größten Hoffnungsträger unter den Wirkstoff-Kandidaten gilt. 

Ende April war in Großbritannien die erste Testphase mit dem Wirkstoff an Freiwilligen gestartet. Erste Ergebnisse der Erprobung in Phase eins/zwei an 1.077 gesunden Personen waren Mitte Juli bekannt geworden. Einer im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichten Studie zufolge scheint der Impfstoff sicher zu sein und das Immunsystem anzukurbeln. Das Mittel wirkt demnach gleich zweifach: Es fördert sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen, beide sind für die Immunabwehr wichtig. Die deutliche Immunantwort zeigte sich noch 56 Tage nach der Impfung und könne eventuell durch eine zweite Dosis verlängert werden, heißt es in "The Lancet".

An der Entwicklung des Impfstoffkandidaten der Oxford-Universität beteiligt ist unter anderem AstraZeneca. Der britisch-schwedische Pharmakonzern plant, mit der Produktion eines Impfstoffs bis Ende des Jahres zu beginnen. Der Abgabepreis pro Dosis soll laut Konzern-Chef Pascal Soriot lediglich 2,50 Euro betragen.

Mehrere EU-Länder sichern sich Impfstoff von AstraZeneca

Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande haben mit AstraZeneca bereits einen Vertrag über mindestens 300 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus vereinbart, teilte das Bundesgesundheitsministerium Mitte Juni mit. AstraZeneca nannte sogar eine Größenordnung von "bis zu 400 Millionen Dosen". Das Pharmaunternehmen hatte nach eigenen Angaben zuvor schon ähnliche Vereinbarungen unter anderem mit Großbritannien, den USA und Indien über insgesamt 1,7 Milliarden Impfdosen abgeschlossen.

Der Zusammenschluss der vier EU-Staaten, der sich "Inclusive Vaccine Alliance" nennt, soll sich unter anderem dafür engagieren, dass künftige Impfstoffe wenn möglich auch an EU-Standorten produziert werden und in der gesamten EU zu bezahlbaren Bedingungen zur Verfügung stehen. Die Impfallianz der vier EU-Staaten ist mit mehreren Unternehmen im Gespräch, die an Impfstoffen forschen.

Wie Vektorviren-Impfstoffe funktionieren

Als Basis für diese Impfstoffe dienen andere, harmlosere Viren wie etwa das Impfvirus Vaccinia oder aber ein abgeschwächter Impfstamm des Masernvirus. Diese Viren werden mit Bestandteilen des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 bestückt. Die menschliche Immunabwehr reagiert im Idealfall auf dieses harmlose, als SARS-CoV-2 getarnte Virus, indem es Antikörper gegen das neue Coronavirus produziert. 

Wuhan Institute of Virology der Chinesischen Akademie der Wissenschaften / Sinopharm: Erfolge in letzter Testphase

Ebenfalls weit fortgeschritten in der klinischen Erprobung an Menschen ist ein Wirkstoff von Sinopharm. Der staatliche chinesische Biotechkonzern hat Mitte Juli in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 15.000 Freiwilligen mit der Phase-drei-Studie begonnen. Dabei setzt die Firma auf einen inaktivierten Impfstoff, also auf abgetötete Krankheitserreger. Diese werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem an, damit Antikörper und T-Zellen gebildet werden. 

So wirken Totimpfstoffe

Die Variante der Impfung beruht auf inaktivierten Erregern und kann auf zwei Arten funktionieren: Entweder enthalten sie bestimmte Virusproteine oder aber das gesamte Material von inaktivierten SARS-CoV-2-Viren. Auch die Impfung gegen Grippe, Masern oder gegen Hepatitis B ist so konzipiert.

Das US-Unternehmen Moderna: Letzte Erprobungsphase an Menschen steht kurz bevor

Der US-Konzern Moderna vermeldete vor einiger Zeit erfolgversprechende Zwischenergebnisse für seinen genbasierten Impfstoffkandidaten namens mRNA-1273. Moderna hatte Mitte März in den USA mit der ersten Phase der Erprobung an Freiwilligen begonnen. Die Teilnehmer dieser ersten klinischen Studie entwickelten laut dem Biotech-Unternehmen nach zwei Impfungen Antikörper, die mindestens so hoch konzentriert waren wie bei genesenen Corona-Patienten. Sie wurden also infolge der Behandlung immun gegen SARS-CoV-2.

 
Auch in Tierversuchen mit Mäusen stoppte eine Impfung mit mRNA-1273 die Vermehrung des Erregers in der Lunge. Derzeit läuft eine Phase-zwei-Studie, Phase drei soll laut Medienberichten am 27. Juli in den USA beginnen.

So funktioniert die mRNA-Technologie

Die mRNA (Englisch: messenger RNA) ist ein natürlicher Botenstoff, der die menschlichen Zellen dazu anregt, die eigenen Abwehrmechanismen gegen einen bestimmten Erreger zu aktivieren. Die mRNA wird dazu mit Informationen über ein Protein des Coronavirus bestückt und in die menschlichen Zellen eingeschleust. Daraufhin erkennt der menschliche Organismus das von den eigenen Zellen produzierte Protein als fremd und schaltet seine Immunzellen ein. Diese produzieren Antikörper und T-Zellen gegen das Virus – der körpereigene Abwehrmechanismus baut sich also auf, wie bei einer natürlichen Infektion mit dem Virus.

Unterstützt von der EU: Das deutsche Unternehmen BioNTech

Auch BioNTech mit Sitz in Mainz forscht an einem genbasierten Impfstoff, der seit Ende April in Deutschland sowie seit Anfang Mai auch in den USA in Phase Eins/Zwei klinisch erprobt wird. Eine erste Studie wurde zudem in China genehmigt. Die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, ließ Ende Juli Tests für den Wirkstoff gegen SARS-CoV-2 in Brasilien zu.

Das Biopharma-Unternehmen hatte nach Angaben der EU-Kommission als erstes europäisches Unternehmen mit der klinischen Erprobung eines Impfstoffkandidaten begonnen. Für die Entwicklung eines Wirkstoffs hat BioNTech inzwischen eine Kreditzusage von bis zu 100 Millionen Euro von der Europäischen Investitionsbank (EIB) und der EU-Kommission erhalten. Die Mittel sollen nach Angaben der Brüsseler Behörde unter anderem zur Erweiterung der Produktionskapazitäten genutzt werden, um den Impfstoff im Fall einer erfolgreichen Erprobung rasch zur Verfügung zu stellen.

Das Mainzer Unternehmen schloss Mitte Juli gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Pfizer mit Großbritannien eine Liefervereinbarung für einen Impfstoff. Demnach soll das Land 30 Millionen Dosen erhalten – vorausgesetzt, das Mittel erweist sich in klinischen Studien als wirksam und sicher und erhält eine behördliche Zulassung.

Suche nach einem Impfstoff gegen Covid-19: Etliche Unternehmen forschen mit Hochdruck nach einem Anti-Corona-Mittel. (Quelle: Reuters/Arnd Wiegmann)Suche nach einem Impfstoff gegen Covid-19: Etliche Unternehmen forschen mit Hochdruck nach einem Anti-Corona-Mittel. (Quelle: Arnd Wiegmann/Reuters)

CanSino Biologics aus China meldet ersten Erfolg mit Impfstoff

Das chinesische Unternehmen CanSino Biologics arbeitet mit dem Beijing Institute of Biotechnology an einem Impfstoff, der bereits erste Erfolge in einer klinischen Studie vorweisen kann. Ihr Impfstoffkandidat namens Ad5-nCoV wurde zuletzt an 508 Probanden getestet und zeigte eine Wirkung bei den meisten der Freiwilligen. Rund 77 Prozent hatten leichte Nebenwirkungen wie Fieber oder eine Reizung der Einstichstelle.

Der Impfstoff verwendet ein verändertes Erkältungsvirus, um genetisches Material vom neuen Coronavirus in den menschlichen Körper zu transportieren, eine Methode, die auch im AstraZeneca-Impfstoff verwendet wird. Allerdings zeigte die Studie auch, dass Personen, die zuvor schon einmal mit diesem spezifischen Virus infiziert worden waren, eine gedämpfte Reaktion zeigten.

Der Nationale Forschungsrat von Kanada hatte Mitte Mai eine Zusammenarbeit mit CanSino Biologics Inc. bekannt gegeben. Im Fall einer erfolgreichen Testung könnte das Mittel in Kanada hergestellt werden.

Unterstützt von Tesla: Curevac aus Tübingen

Das Unternehmen Curevac ging im Jahr 2000 aus der Universität Tübingen hervor. Gründer waren die beiden Professoren Günther Jung und Hans-Georg Rammensee, die vorher bereits an der Universität Tübingen an der Erforschung von Impfstoffen, unter anderem gegen Krebs, beteiligt waren. Miteigentümer ist Dietmar Hopp, Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP und Mäzen des Fußball-Bundesligisten Hoffenheim.

Curevac entwickelt einen genbasierten Impfstoff (mRNA), der ausgewählte Gene des Virus enthält. Mitte Mai teilte das Unternehmen mit, dass es schon größere Mengen des Hauptbestandteils seines Wirkstoffes produziert habe – obwohl die Tests an Freiwilligen noch gar nicht gestartet waren. Hergestellt wird der Wirkstoff in einer firmeneigenen Anlage in Tübingen. Der US-amerikanische Elektroautohersteller Tesla will laut Konzernchef Elon Musk mobile Produktionsanlagen bauen. 

Mitte Juni begann Curevac an der Uniklinik Tübingen mit der Erprobung seines Impfstoffkandidaten an mehr als 100 Menschen. Auch in Belgien läuft derzeit eine Studie. Laut Plan könnten dann im Spätsommer die Altersgrenzen der Probanden erweitert werden. Der Wirkstoff soll dann auch international getestet werden. Curevac-Gründer Rammensee hatte im Mai 2020 für Aufsehen gesorgt, als er einen Selbstversuch mit dem Wirkstoff unternahm.

Wie das Bundeswirtschaftsministerium Mitte Juni mitteilte, beteiligt sich die Bundesregierung mit 300 Millionen Euro an der Curevac-Impfstoffentwicklung. Finanziell unterstützt wird das Unternehmen für seine Forschung zudem von der EU-Kommission, der Bill & Melinda Gates Foundation sowie der Defense Advanced Research Projects Agengy (DARPA), einer Behörde des US-Verteidigungsministeriums. 

Sanofi erprobt Totimpfstoff an Menschen

Der französische Pharmakonzern Sanofi sorgte vor einigen Wochen für Aufregung, weil er den USA laut Berichten zugesagt hatte, einen möglichen Corona-Impfstoff bevorzugt in die Vereinigten Staaten zu liefern. Grund sei, dass die amerikanische Gesundheitsbehörde BARDA 30 Millionen Dollar investiere, um die finanziellen Risiken bei der Entwicklung eines möglichen Corona-Impfstoffs abzufedern. Nach heftiger internationaler Kritik ruderte der Pharmariese aber zurück und hob dieses Vorhaben wieder auf.
 

 
Sanofi forscht an einem Totimpfstoff mit gentechnisch hergestelltem Virusantigen. Er wird zurzeit in der ersten Testphase an Menschen erprobt.

Impfstoff soll möglichst schnell verteilt werden

Sollte absehbar ein sicherer und wirksamer Impfstoff gefunden werden, steht aber noch eine weitere Herausforderung bevor: die schnelle Produktion von großen Mengen an Impfdosen und deren Verteilung in der Bevölkerung, auch in armen Ländern.

Die WHO-Direktorin für öffentliche Gesundheit, Maria Neira, versicherte diesbezüglich kürzlich im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur, ihre Organisation werde für eine gerechte weltweite Verteilung des Impfstoffs sorgen. "Reiche Länder werden für den Impfstoff bezahlen müssen. Für arme Länder, die das nicht können, richten wir aber Mechanismen und Subventionen ein, damit alle Zugang haben."

Die WHO hat Neira zufolge gemeinsam mit der EU sowie weiteren Staaten und Organisationen wie der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung eine Initiative namens "ACT Accelerator" gestartet. 

Breite Produktion von Impfstoffen startet schon jetzt

Um eine breite Herstellung zu beschleunigen, wollen mehrere Unternehmen und Forschungsinstitute ihre Produktionskapazitäten für einen Covid-19-Impfstoff ausweiten. Einige, darunter Moderna und die Oxford University, haben angekündigt, bereits mit der Großproduktion von Impfstoffkandidaten zu beginnen, bevor die Erprobung an Menschen abgeschlossen ist – trotz des Risikos, die produzierten Dosen im Falle negativer Testergebnisse entsorgen zu müssen.

Zudem haben auch Unternehmen, die nicht an einem eigenen Covid-19-Impfstoff forschen, zugesagt, die Herstellung von Impfstoffen anderer Firmen zu unterstützen. Dazu zählen etwa das japanische Unternehmen Takeda sowie das Unternehmen Bayer.

Nicht alle Experten glauben an baldigen Impfstoff

Solange kein Wirkstoff gefunden und zugelassen ist, dürften uns die Beschränkungen in der Corona-Pandemie jedoch weiterhin begleiten. Einige Experten sind ohnehin skeptisch, dass das Coronavirus bald durch ein wirksames und nebenwirkungsfreies Gegenmittel ausgerottet werden könnte. Sie verweisen auf die bislang erfolglose Suche nach einem Impfstoff gegen HIV, Malaria oder das Dengue-Fieber.

"Wir können nicht verlässlich davon ausgehen, dass überhaupt ein Impfstoff gefunden wird, oder – wenn er entdeckt wird – ob er alle Tests auf Wirksamkeit und Sicherheit bestehen wird", sagte kürzlich David Nabarro, Professor für Weltgesundheit am Imperial College London sowie Sondergesandter der Weltgesundheitsorganisation für Covid-19, bei CNN.

Verwendete Quellen:

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