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Ja, die Redaktion hat f├╝r diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Wo pflegende Angeh├Ârige Hilfe und Unterst├╝tzung finden

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 17.03.2022Lesedauer: 4 Min.
Sogenannte Pflegest├╝tzpunkte sind wichtige Anlaufstellen f├╝r Pflegebed├╝rftige und deren Angeh├Ârige.
Sogenannte Pflegest├╝tzpunkte sind wichtige Anlaufstellen f├╝r Pflegebed├╝rftige und deren Angeh├Ârige. (Quelle: Sanja Radin/getty-images-bilder)
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Manchmal ist es ein langsamer Prozess, manchmal passiert es aber auch ganz pl├Âtzlich: Ein Angeh├Âriger wird pflegebed├╝rftig. Der Verlust der Selbst├Ąndigkeit ist nicht nur f├╝r die Betroffenen eine enorme Umstellung, sondern auch f├╝r die Menschen, die ihnen nahestehen.

Die Pflege von Nahestehenden, die nicht in der Lage sind, ihren Alltag allein zu meistern, stellt Angeh├Ârige meist vor eine gro├če Herausforderung. Vor allem dann, wenn sie noch keine Erfahrung mit der Pflege haben. In vielen F├Ąllen wird ein professioneller Pflegedienst ben├Âtigt, damit die Betroffenen die Hilfe bekommen, die sie brauchen. Welche Beratungs- und Anlaufstellen es f├╝r pflegende Angeh├Ârige gibt und wo sie psychologische Hilfe finden.


Was Sie gegen Stress tun k├Ânnen

Zu viel Stress kann auf Dauer krank machen. Betroffene leiden unter psychischen und k├Ârperlichen Folgen. Doch es gibt einige Tricks, mit denen Sie ganz leicht Stress abbauen und vermeiden k├Ânnen.
Der beste Weg, Stress zu vermeiden, ist eine Entspannungstechnik zu erlernen. Das kann Yoga sein, autogenes Training oder aber auch die progressive Muskelrelaxation (PMR) nach der Methode von Edmund Jacobsen.
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Was ist Pflegebed├╝rftigkeit?

Als pflegebed├╝rftig gilt laut dem Bundesministerium f├╝r Gesundheit per Definition des Gesetzes ein Mensch, der gesundheitlich bedingte Beeintr├Ąchtigungen der Selbstst├Ąndigkeit oder der F├Ąhigkeiten aufweist und deshalb Hilfe durch andere ben├Âtigt. Dazu geh├Âren Personen, die k├Ârperliche, geistige oder psychische Beeintr├Ąchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbstst├Ąndig kompensieren oder bew├Ąltigen k├Ânnen. Die Pflegebed├╝rftigkeit muss auf Dauer ÔÇô voraussichtlich f├╝r mindestens sechs Monate ÔÇô und mit entsprechender Schwere bestehen.

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Wie viele Menschen sind in Deutschland pflegebed├╝rftig?

Angaben des statistischen Bundesamts zufolge nehmen derzeit rund 4,1 Millionen Menschen jeden Monat Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch. Die meisten der 3,3 Millionen der Leistungsempf├Ąngerinnen und Leistungsempf├Ąnger erhalten ambulante Leistungen. Station├Ąr gepflegt werden rund 818.000 Menschen. Das hei├čt: Ein Gro├čteil der Pflegebed├╝rftigen lebt zuhause ÔÇô und wird oft von Angeh├Ârigen unterst├╝tzt. Diese sind besonders zu Beginn der Pflegebed├╝rftigkeit oft hilflos und ├╝berfordert und wissen nicht, worum sie sich zuerst k├╝mmern m├╝ssen. Hinzu kommt die emotionale Belastung, wenn pl├Âtzlich einschneidende Ver├Ąnderungen wie die Pflegebed├╝rftigkeit eines lieben Menschen in das Leben kommen.

"Eine solche Situation ist mit Unmengen an Fragen und Unsicherheiten verbunden. Wird ein Angeh├Âriger aufgrund einer Akutsituation im Krankenhaus versorgt, ist es im ersten Schritt hilfreich, wenn der behandelnde Arzt den aktuellen Pflegebedarf einsch├Ątzt. Anschlie├čend sollte eine Beratung ├╝ber den Sozialdienst im Krankenhaus erfolgen", sagt Christoph Lehmann, Sozialarbeiter und Seniorenberater des Caritasverbands f├╝r die Stadt K├Âln e.V. "Nachdem die pflegebed├╝rftige Person aus dem Krankenhaus entlassen ist, bieten Pflegest├╝tzpunkte Hilfe an. Bei ├älteren k├Ânnen sich Angeh├Ârige an Seniorenberatungsstellen und Seniorenb├╝ros wenden."

Wie ist die Pflege gesichert?

Die drei wichtigsten Fragen zu Beginn, die meist rasch gekl├Ąrt werden m├╝ssen, sind: Wie ist die Versorgung der pflegebed├╝rftigen Person gesichert? Wie bekommt sie, was sie braucht? Wer ├╝bernimmt die Pflege? Hierf├╝r muss oftmals vieles ganz schnell gehen.

"Wichtig ist es zuerst, mit den entsprechenden Institutionen Kontakt aufzunehmen und sich einen ├ťberblick ├╝ber Hilfs- und Unterst├╝tzungsm├Âglichkeiten zu verschaffen", wei├č Lehmann. "Pauschale Ratschl├Ąge sind schwer, weil jede Situation ganz individuell ist und die Bed├╝rfnisse aller Beteiligten entsprechend variieren. Beispielsweise h├Ąngt es von der Dauer der Pflegebed├╝rftigkeit, vom Pflegegrad und von der Art der Pflege ab, wann welche Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch genommen werden k├Ânnen. Der Weg in ein Pflegeheim steht meist erst am Ende der M├Âglichkeiten."

Was ist ein Pflegest├╝tzpunkt?

Pflegest├╝tzpunkte sind Anlaufstellen f├╝r Pflegebed├╝rftige und pflegende Angeh├Ârige. Sie bieten wichtige Erstinformationen, unter anderem zu Pflegeversicherung, Pflegediensten und Pflegeheimen. Sie helfen bei Antragsformularen und bieten konkrete Hilfestellungen an, etwa Unterst├╝tzung durch einen Sozialarbeiter. Sie werden unter anderem von den Pflegekassen auf Initiative eines Bundeslandes eingerichtet. Die Adressen von Pflegest├╝tzpunkten in der N├Ąhe erhalten pflegende Angeh├Ârige bei ihrer Pflegekasse oder bei der Pflegekasse des Pflegebed├╝rftigen.

Wie hilft die Pflegekasse?

Auch die Pflegekassen selbst beraten ihre Versicherten zu den Leistungen der Pflegeversicherung. Dazu geh├Âren unter anderem Leistungen f├╝r den Pflegebed├╝rftigen, wie Pflegegeld oder Pflegesachleistungen, aber auch die Leistungen f├╝r Pflegepersonen. Auch k├Ânnen Pflegekassen ├╝ber geeignete Pflegeanbieter in der N├Ąhe informieren und bieten Pflegekurse an. Die Pflegekassen sind bei den jeweiligen Krankenkassen angebunden und ├╝ber diese erreichbar. Auch die Krankenkasse selbst kann ├╝ber Hilfsangebote informieren.

(Quelle: Privat)


Christoph Lehmann ist Sozialarbeiter und Seniorenberater des Caritasverbands f├╝r die Stadt K├Âln e.V. Er ber├Ąt seit ├╝ber 20 Jahren pflegebed├╝rftige Personen und ihre Angeh├Ârigen und begleitet sie auf dem Weg zu einem passenden Pflegemodell.

Was macht die Unabh├Ąngige Patientenberatung Deutschland (UPD)?

Eine weitere m├Âgliche Anlaufstelle ist die Unabh├Ąngige Patientenberatung Deutschland (UPD). Die UPD wird vom GKV-Spitzenverband und dem Verband der privaten Krankenversicherung gef├Ârdert. Bei der UPD finden Pflegebed├╝rftige und Pflegende Rat zu allen Fragen, die Gesundheit oder Pflege betreffen ÔÇô egal, ob gesetzlich oder privat pflegeversichert. Ein Anruf bei der UPD ist kostenfrei.

Konfliktpotenzial Pflege: Ein Sozialarbeiter kann helfen

Nicht selten ist eine Pflegebed├╝rftigkeit mit einem hohen Konfliktpotenzial verbunden. Die W├╝nsche und Bed├╝rfnisse der zu pflegenden Person sind nicht immer mit den Kapazit├Ąten und Vorstellungen der pflegenden Angeh├Ârigen vereinbar. Damit es in dieser sensiblen Phase nicht zu Zerw├╝rfnissen kommt und ein Weg erarbeitet werden kann, der m├Âglichst f├╝r alle gangbar ist, kann es hilfreich sein, eine dritte, neutrale Person hinzuzuziehen.

"Ein Gespr├Ąch gemeinsam mit dem Pflegebed├╝rftigen, den Angeh├Ârigen und einem Sozialarbeiter kann helfen, L├Âsungen zu finden", sagt Lehmann. "Wichtig ist auch, die eigenen Ressourcen richtig einzusch├Ątzen. M├Âchten beispielsweise Kinder ihre Eltern pflegen, muss ehrlich geschaut werden, ob das von den Kapazit├Ąten her umsetzbar ist ÔÇô und wo welche Unterst├╝tzung zu bekommen ist. Nicht selten wird der Aufwand untersch├Ątzt. Stress kann oftmals schon mit einem Mahlzeiten-Dienst, einer Putzkraft sowie einer Unterst├╝tzung durch den Pflegedienst bei der K├Ârperpflege und der Medikamentenverabreichung genommen werden."

Von Erfahrungen anderer profitieren

Auch empfiehlt der Sozialarbeiter, in Kontakt mit Menschen zu treten, die bereits Erfahrungen in der Pflege Angeh├Âriger gemacht haben. Dies kann ├╝ber Austauschgruppen in der Umgebung erfolgen, zum Beispiel ├╝ber Gruppen f├╝r Angeh├Ârige von Menschen mit Demenz.

"Der Austausch ist f├╝r viele von gro├čem Wert. Die anderen Gruppenmitglieder kennen die Belastungen und den Druck, den eine Pflegebed├╝rftigkeit mit sich bringen kann. Auch k├Ânnen ├╝ber die unterschiedlichen Erfahrungen, die in einer solchen Gruppe zusammenkommen, neue Wege und Ideen diskutiert werden. Und manchmal hilft es, sich einfach die Gedanken von der Seele zu reden", sagt Lehmann.

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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte ├ärzte. Die Inhalte von t-online k├Ânnen und d├╝rfen nicht verwendet werden, um eigenst├Ąndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Astrid Clasen
Deutschland

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