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Gartenkalender Juni: Rasenpflege, Erdbeeren und Unkraut

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Rosenpflege ist jetzt besonders wichtig  

Gartenarbeit im Juni: Pflanzen, jäten, ernten

01.06.2017, 15:38 Uhr | hadiet, t-online.de

Gartenkalender Juni: Rasenpflege, Erdbeeren und Unkraut. Ein junger Mann erntet Rote Beete (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/warrengoldswain)

Im Juni kann bereits Rote Beete geerntet werden (Quelle: warrengoldswain/Thinkstock by Getty-Images)

Junizeit ist Erntezeit: Die viele Vorarbeit im Frühjahr zahlt sich jetzt gleich mehrfach aus. Kirschen, Himbeeren und Gemüse können nach Herzenslust geerntet werden und prächtig blühende Blumen bieten sich in ihrer Vielfalt geradezu für selbst gebundene Tischsträuße an.

Im Juni steht einiges an Gartenarbeit an. Der Rasen muss gekürzt, die Obstbäume beschnitten oder Blumen und Gemüse nachgesät werden. Aber auch die Gefahr durch Schädlinge und Krankheiten ist jetzt besonders hoch. Wir verraten, worauf es im Juni bei der Gartenarbeit ankommt.

Schutz vor Schädlingen

In diesem Monat haben Schädlinge Hochkonjunktur. Auf dem Vormarsch sind vor allem 

Durch das Auflegen eines Netzes gleich nach der Aussaat kann der Befall bei einigen Pflanzen verhindert werden. Zusätzlich vertreibt beispielsweise Schnittlauch in direkter Nachbarschaft einige Gemüseschädlinge.

Kontrollieren Sie regelmäßig die Vorder- und Unterseite der Blätter, um bei einem Befall schnell reagieren zu können. Spritzbrühen oder anderen Schädlingsbekämpfungsmitteln wirken besser, wenn sie frühzeitig eingesetzt werden.

Natürliche Schädlingsbekämpfer wie Marienkäfer, Florfliege, Biene oder Igel können mithilfe von Insektenhotels, Igelburgen, Meisenkästen oder entsprechender Pflanzen in den Garten gelockt werden. Bienen und Hummeln, die die Obstbäume bestäuben, werden unter anderem mit einer Hummelburg, die am Boden in einer ruhigen Gartenecke aufgestellt wird, angelockt. 

Schnecken im Zaum halten

Wer die ersten Schnecken erfolgreich bekämpft, hat die Plage über den Sommer gut im Griff und schützt gleichzeitig die noch zarten Jungpflanzen vor Befall. Eine breite Schicht Holzhäcksel oder ähnlich lose und kantige Hindernisse erschweren den Schnecken den Zugang zum frischen Grün. Weitere Tipps gegen Schnecken finden Sie hier. 

Pilzkrankheiten vermeiden

Die im Juni schon warmen Tage bieten in Verbindung mit Regenschauern ideale Bedingungen für Pilzkrankheiten. Mulchen Sie Erdbeerbeete mit Stroh oder Holzwolle, damit die Früchte nicht direkt auf der Erde liegen und faulen. Auch der richtige Erdbeeranbau sorgt für eine gesunde Ernste (hier gibt es Tipps). Tomaten reagieren ebenfalls empfindlich auf Regen. Ihnen droht Krautfäule, wenn Früchte oder Blätter nass werden. Regenplanen oder einen Tomatenhaus bieten ausreichend Schutz, das ist bereits beim Tomatenanbau zu berücksichtigen.

So bleibt Ihr Rasen fit

Beim Rasenmähen wird im Juni das frische Grün wieder regelmäßig auf vier bis fünf Zentimeter gekürzt, um es zu verdichten und zu stärken. Beim sogenannten "Mulchmähen" kann das Gras anschließend liegen bleiben. So wird die Feuchtigkeit im Boden gehalten und der Rasen auf diese Weise gedüngt. Alternativ können damit aber auch Beete und Rabatte gemulcht werden.

Unkraut im Auge behalten

Nicht nur Sommerblüher, auch Unkräuter wie Hirtentäschel oder Vogelmiere wachsen bei den warmen Temperaturen besonders gut. Achten Sie deshalb darauf, Unkräuter regelmäßig zu entfernen und die Erde aufzulockern. So verhindern Sie ein Ausbreiten der ungeliebten Pflanzen. Neu gepflanzte Gehölze müssen Sie besonders vor gierigen Unkräutern schützen. Kräftige Arten wie die Quecke oder der Giersch nehmen den Jungpflanzen zu viele Nährstoffe weg.

Formschnitt für Sträucher und Hecken

Immergrüne Gehölze und Hecken wie Buchsbaum, Zypresse oder Lorbeer werden von Juni bis August mindestens einmal in Form geschnitten. Ende Juni ist dafür der beste Zeitpunkt, dann haben die Gehölze ihr größte Wuchszeit hinter sich und bleiben nach dem Schnitt in Form. Aber Vorsicht: Wegen brütender Vögel sind nur Formschnitte erlaubt. Sonst besteht die Gefahr, Nester oder die Tiere selbst zu schädigen.

Gemüse jetzt ins Freie pflanzen

Aubergine und Gurke können Sie im Juni als Jungpflanzen ins Freie setzen. Spätestens Anfang Juni droht kein schädigender Frost mehr.

Salat, Kohl oder Möhren können Sie jetzt noch pflanzen. Achten Sie aber auf günstige Folgesaaten und Mischkulturen, so schützen sie die jungen Pflanzen vor Schädlingen und Pilzkrankheiten. Etwa vier Wochen nach dem Einpflanzen werden die neuen Pflänzchen gedüngt – beispielsweise mit Kompost.

Auch für die Aussaat ist es noch nicht zu spät. Fruchtgemüse wie ZucchiniKürbisse, Wassermelonen, Gurken oder Bohnen können Sie jetzt noch stecken. Sie tragen innerhalb weniger Wochen die ersten Früchte, wenn sie genügend Wärme und Wasser bekommen.

Für Rhabarber ist die Erntezeit dagegen schon vorbei: Ab dem 25. Juni darf Rhabarber nicht mehr geerntet werden. Die Stangen haben dann zu viel Oxalsäure entwickelt, die in großen Mengen gesundheitsschädlich ist. Die Pflanze hat nun Zeit, sich zu erholen. 

Kartoffeln ernten und setzen

Die im April gesteckten Kartoffeln, werden geerntet, sobald sie abgeblüht sind. Gleichzeitig werden die Spätkartoffeln gesteckt – beispielsweise dort, wo der Kohlrabi geerntet wurde. So entstehen keine Lücken. Achten Sie auf die Fruchtfolge und setzen Sie keine Pflanzen an die gleichen Stellen. Da Schädlinge und Pilzkrankheiten meist nur eine Pflanzenart bedrohen, wird so eine Ausbreitung und neuer Befall verhindert.

Tomaten anbinden

Bei den Tomatenpflanzen werden die Seitentriebe aus den Blattachseln der Pflanze ausgegeizt, das heißt ausgebrochen und entfernt. So wird verhindert, dass die Kraft der Pflanze in weitere unnötige Triebe geht und die Ernte reicher ausfällt. Außerdem sollten die Gewächse lose an Bambus- oder Holsstangen, damit die Tomatenpflanze zur Reifezeit auf Grund der schweren Last nicht abbricht. 

Bei Paprika- oder Chilipflanzen muss die erste Blüte abgebrochen werden. Das Entfernen der sogenannten Königsblüte fördert den Blütentrieb und damit den Ertrag der Pflanzen.

Zwiebeln ernten

Wenn bei Zwiebeln das oberirdische Grün (Schlotten) welken, wird die Zwiebel samt Blättern aus dem Boden gezogen. So kann der Saft beim Abtrocknen in die Zwiebel ziehen.

Zwiebeln werden in der Regel nur ein- oder zweijährig kultiviert. Es gibt aber auch mehrjährige Pflanzen, die im zweiten Jahr weiße Blütenbälle hervorbringen. Ihr wertvoller Nektar lockt Bienen und Hummeln in den Garten.

Beeren und Früchte

Johannisbeere braucht Unterstützung

Bei Johannisbeer-Hochstämmchen werden die Wurzelschosser und unerwünschte Triebe am Stamm regelmäßig entfernt. Als Wurzelschosser werden Triebe bezeichnet, die neben der Pflanze aus dem Boden wachsen. Sie treiben direkt aus der unterirdischen Wurzel. Zusätzlich werden die hochstämmige Arten mit Pfählen gestützt, da die Pflanzen die Last ihrer Früchte nicht tragen können. Am besten setzen Sie die Pfähle gleich beim Pflanzen.

Im Übrigen lassen sich zur Reifezeit mehltaufreie und geschmackvolle Johannis- und Stachelbeersorten am besten durch Stecklinge vermehren.

Süßkirsche ernten, beschneiden und befreien

In den sieben Kirschenwochen ab Ende Mai bis Mitte August werden die roten Früchte geerntet. Süßkirschen sind als erstes reif, gefolgt von den sauren Sorten. Gelbtafeln, die gegen Kirschfruchtfliegen in die Kirschbäume gehängt wurden, können abgenommen werden. Sie helfen nur in der Zeit, wenn die Schädlinge Flugzeit haben. Entsorgen Sie alte Fallen und madige Kirschen aber nicht auf den Kompost sondern im Restmüll. So wird eine Verbreitung der Tiere verhindert. Nach der Ernte der Kirschen werden die Zweige der Obstbäume ausgelichtet. Außerdem brauchen alle Obstgehölze in der warmen Jahreszeit viel Wasser und viel Dünger. Danken werden es die Pflanzen mit üppigem Wuchs und guten Ernteerträgen.

Bessere Blüte durch Abzupfen

Petunien, Geranien, Fuchsien und Löwenmäulchen blühen im Juni bereits prächtig. Damit das auch so bleibt, sollten Sie verwelkte Blüten regelmäßig abzupfen oder abschneiden, das regt die neue Blüte an. Auch welke Blätter müssen entfernt werden. Das fördert das Wachstum und verhindert, dass sich Pilzkrankheiten bilden. Das gilt auch für Kübelpflanzen.

Säen Sie einjährige und zweijährige Blumen

Lücken im Beet werden durch das Nachsetzen neuer Pflanzen verhindert. Der Staudenmohn verschwindet beispielsweise vollständig. Hier können einjährige Pflanzen ausgesät werden. Dazu zählen

  • Ringelblume,
  • Kornblume,
  • Eisbegonie,
  • Tagetes,
  • Buntnessel,
  • Zinnie,
  • Goldlack oder
  • Sonnenblume.

Unabhängig davon werden nun auch zweijährigen Blumen wie Veilchen, Stiefmütterchen oder Bartnelken ausgesät. Für eine schnellere Blütenpracht sorgen vorgezogene Pflanzen.

Rosenpflege ist jetzt besonders wichtig

Bei Rosen müssen die Wildtriebe mit den kleinen Blättern aus dem Boden gründlich entfernt werden. Kletterrosen wie die Sorte "Symphatie" werden mit Hilfe von Sprossen oder durch Anbinden gestützt und in die richtige Richtung gelenkt. Ab Ende Juni können Sie Ihre Rosen außerdem veredeln. In der Hochblüte ist der beste Zeitpunkt, um schöne und robuste Sorten mit jungen kräftigen Pflanzen zu vereinen.

Stauden laufen zu Hochform auf

Blüten- und Blattstauden haben das ganze Jahr Saison und bringen Farben in den Garten. Diese mehrjährigen Pflanzen mit den krautartigen Stengeln verholzen in den seltensten Fällen. Manche Stauden werden noch während der Blüte beschnitten, auch wenn es schwer fällt, den Blütenflor zu opfern – aber das hat einen Zweck: Teilweise kann es eine zweite Blüte geben. Später sollte es nicht sein, sonst hat sie all ihre Kraft für die erste Blüte verwendet, und es bleiben keine Ressourcen für eine zweite Entwicklung.

Balkon- und Kübelpflanzen besonders pflegen

Besonders Pflanzen in Kübeln und Balkonkästen brauchen regelmäßige Düngerzugaben. Entweder setzen Sie dafür Langzeitdünger ein oder geben Flüssigdünger beim Gießen dazu. Verkrustete Erde können Sie mit einer Unkrautkralle oder einer Küchengabel auflockern. Die Erde kann so besser Wasser aufnehmen und speichern.

Wandelröschen, Bougainvillea und Engelstrompete

Die Beeren des Wandelröschens sollten Sie entfernen, damit es kräftig weiter blüht. Bei der Schmucklilie werden verblühte Triebe am Ansatz abgeschnitten. Schnell wachsende Triebe wie die der Kreppmyrte können Sie regelmäßig einkürzen. Auch aus der Form geratene Zierpflanzen werden nun einfach nachgeschnitten.

Die Triebe der Bougainvillea sollten Sie nach der Blüte um gut zwei Drittel zurückschneiden. Die beliebte Engelstrompete sollte öfter abgeduscht werden. Sie liebt hohe Luftfeuchtigkeit und verträgt keinen Standort in der prallen Sonne.

Jetzt noch schnell das Kräuterbeet anlegen

Wer noch kein Kräuterbeet angelegt hat, sollte spätestens im Juni damit beginnen. Kräuter wie Petersilie, Basilikum, Bohnenkraut und Majoran können nun noch ausgesät werden. Einfacher geht es mit vorgezogen Pflanzen wie Thymian und Salbei. Verzichten Sie dabei auf Discounter-Ware. Die Pflanzen sind meist hochgezüchtet und überleben nur kurz.

Entfernen Sie von mediterranen Kräutern wie Thymian, Salbei, Lavendel und Rosmarin regelmäßig die Triebspitzen, damit sie dichter wachsen. Bei Basilikum und Koriander lohnt sich der Rückschnitt ebenfalls: die Pflanzen verzweigen sich besser und bilden mehr aromatische Blätter aus. Die Blüten von Basilikum und Salbei stehen übrigens bei Bienen und Hummeln hoch im Kurs.

Pflanzen im Gartenteich teilen

Wer einen Teich im Garten hat, sollte nun das biologische Gleichgewicht überprüfen. Außerdem ist jetzt die beste Zeit, große Wasserpflanzen zu teilen und neue Pflanzen zu setzen. Fällt Grünzeug vom Garten in den Teich, muss dieses abgefischt werden. Denn die Pflanzenteile faulen, was die Sauerstoffbalance im Gewässer stört – Fische könnten ersticken. Lagern Sie die abgefischten Blätter kurz neben dem Teich, damit die hier versteckten Wassertiere zurück ins Wasser können. 

Vorsicht bei Gewächshäusern

Gewächshäuser müssen in der warmen Jahreszeit gut belüftet und auch verschattet werden sonst verbrennen die Pflanzen. Im Gewächshaus können Sie natürlich ebenfalls noch weitere Kräuter und Gemüse vorziehen. Paprika und Tomaten sollten dann aber nicht mehr ins Freie gesetzt werden, für Sie ist es dann bereits zu spät.

Tipp des Monats
Starke Regenfälle während der heißen und trockenen Zeit verkrusten den Boden und lassen ihn undurchlässig werden. Gegen die Trockenheit hilft das Auflockern mit der Gartenkralle und eine Schicht Mulch, etwa mit dem Rasenschnitt. Aber auch das Auflockern verbessert bereits die Wasseraufnahmefähigkeit und Oberfläche des Bodens.

Was Sie jetzt ernten können

Kohl & Rüben

Blumenkohl, Brokkoli, Kartoffeln, Kohlrabi, Rotkohl, Spitzkohl, Weißkohl, Rote Beete

Kräuter & Zwiebeln

Frühlingszwiebeln, Schnittlauch, Petersilie, Majoran, Oregano, Thymian, Rosmarin, Salbei

Blattgewächse & Stauden

Salate, Mangold, Spinat

Aus dem Gewächshaus

Zuchtchampignons, Paprika

Was jetzt blüht            

Bäume

Rosskastanie, Kirsche, Linde

Sträucher

Rhododendron, Holunder, Wildrosen

Klettergewächse

Winde, Rosen

Blumen & Stauden

Rittersporn, Pfingstrosen, Schwertlilien, Tagetes, Verbenen, Lobelien, Gazanien, Taglilie, Wildblumen wie Klatschmohn, Kornblumen oder Kamille

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