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Wichtige Auskünfte: Das bedeuten die Zahlen auf den Eiern

Wichtige Auskünfte  

Das bedeuten die Zahlen auf den Eiern

12.10.2019, 18:10 Uhr | sah , jb, t-online.de , dpa

Wichtige Auskünfte: Das bedeuten die Zahlen auf den Eiern. Eier in Kartons: Ob ein Ei aus einer artgerechten Haltung stammt, erkennen Sie am sogenannten Erzeugercode. (Quelle: dpa/Frank May)

Eier in Kartons: Ob ein Ei aus einer artgerechten Haltung stammt, erkennen Sie am sogenannten Erzeugercode. (Quelle: Frank May/dpa)

Sind Bio-Eier wirklich besser als Eier aus Freilandhaltung? Woran Sie erkennen, wo das Ei herkommt und was es mit den aufgedruckten Nummern und Buchstaben auf sich hat.

Landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland setzen zunehmend auf ökologische Hühnerhaltung. Die Zahl der Haltungsplätze von Legehennen in ökologischer Erzeugung hat sich seit 2007 auf 5,4 Millionen bis Ende 2018 verdreifacht. 

Trotzdem stammen nach wie vor die weitaus meisten der gut 12,3 Milliarden Eier, die 2018 in deutschen Ställen erzeugt wurden, aus konventioneller Haltung. Dabei lässt sich die Art der Hühnerhaltung mit einem Blick aufs Ei erkennen.

Was ist der Erzeugercode?

Ei mit Erzeugercode: Die erste Ziffer steht für die Haltungsform der Hennen. Dieses Ei stammt aus Freilandhaltung. (Quelle: imago images/blickwinkel)Ei mit Erzeugercode: Die erste Ziffer steht für die Haltungsform der Hennen. Dieses Ei stammt aus Freilandhaltung. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Verbraucher legen immer häufiger Wert auf die Herkunft der Eier. Bio-Eier stehen hoch im Kurs. Ob ein Ei aus artgerechter Haltung stammt, erkennen Sie am sogenannten Erzeugercode.

Seit dem 1. Januar 2004 muss jedes Ei, das in Deutschland oder einem anderen Land der Europäischen Union in den Handel kommt, mit dem Erzeugercode gekennzeichnet sein. Der Code besteht aus einer Kombination von Zahlen und Buchstaben und wird direkt auf das jeweilige Ei gestempelt. Er gibt Auskunft über die Art der Legehennenhaltung und die Herkunft des Eis.

Welche Zahl steht für welche Haltung?

Welche Zahl an erster Stelle steht, hängt von der Art der Hühnerhaltung ab.

NummerierungHaltung der Hennen
0Auslauf- oder Freilandhaltung nach Bio-Richtlinien
1Betrieb mit Freilandhaltung
2Betrieb mit Bodenhaltung
3Betrieb mit Kleingruppen-Käfighaltung

So unterscheiden sich die verschiedenen Haltungsformen

Die konventionelle Käfighaltung in sogenannten Legebatterien ist in Deutschland schon seit 2010 ohne Ausnahme verboten. Das EU-weite Verbot gilt seit 2012. Trotzdem muss das nicht heißen, dass Sie nur Eier von glücklichen Hennen kaufen.

Haltungsform 3: Kaufen Sie zum Beispiel Eier mit der Ziffer drei, werden die Legehühner in einem Käfig gehalten. In ihnen ist nur geringfügig mehr Platz vorhanden als in Legebatterien – circa 0,08 Quadratmeter pro Tier. Es gibt Sitzstangen, Legenester und Einstreu. Diese Haltungsart wird von Tierschützern kritisiert. Ab 2026 soll die Käfighaltung in Deutschland ganz verboten werden.

Haltungsform 2: In der Bodenhaltung, erkennbar an der Ziffer zwei, verfügen die Tiere über etwas mehr Raum und einen Scharrplatz – für neun Tiere muss mindestens ein Quadratmeter Bodenfläche zur Verfügung stehen. Es gibt allerdings keinen Auslauf für die Hennen. Auch davon sind viele Tierschützer nicht überzeugt.

Haltungsform 1: Wenn Sie Eier mit der Ziffer eins kaufen, die aus Freilandhaltung stammen, haben die Hennen zusätzlich zum Stall mit Sitzstangen, Nestern und Einstreu, tagsüber Auslauf ins Freie. Mindestens vier Quadratmeter müssen hier jedem Tier zur Verfügung stehen.

Haltungsform 0: Kaufen Sie Eier mit der Ziffer 0, können Sie sicher sein, dass die Hennen nicht im Käfig gehalten wurden. Der Stall muss Sitzstangen haben und mindestens zu einem Drittel ausgestreut sein. Im Stall teilen sich höchstens sechs Tiere einen Quadratmeter – zusätzlich stehen jedem Tier mindestens vier Quadratmeter Auslauf zur Verfügung. Im gesamten Stall dürfen maximal 3.000 Legehennen gehalten werden. "Beim Futter sind vorwiegend Getreide und Mais aus ökologischer Erzeugung die Grundlage. Antibiotika als Leistungsförderer, gentechnisch verändertes Futter sowie Fischmehl sind verboten", erklärt die Verbraucherzentrale Berlin.

Diese Eier sollten Sie kaufen

Eier werden gekennzeichnet, damit Sie beim Kauf entscheiden können, welche Form der Hennenhaltung Sie unterstützen möchten – und wie viel Ihnen die Bewegungsfreiheit der Hennen wert ist.

Da Bio-Legehennen mehr Auslauf im Freien bekommen, erhalten sie eine abwechslungsreichere Ernährung. Auf ihrem Speiseplan stehen öfter Kamille oder andere Pflanzen mit ätherischen Ölen. Dadurch haben Bio-Eier ein besseres Aroma und enthalten mehr Omega-3-Fettsäuren. Das hat Geflügelwissenschaftler Prof. Dr. Michael Grashorn am Institut für Nutztierwissenschaften der Universität Hohenheim festgestellt, als er Bio-Eier und Eier aus Bodenhaltung verglichen hat.

Wollen Sie sich und den Tieren also etwas Gutes tun, greifen Sie in Zukunft am besten zu Bio-Eiern mit der Ziffer "0" am Anfang.

Spielt der Fipronil-Skandal noch eine Rolle?

Die mit dem Insektengift Fipronil belasteten Eier wurden nach Bekanntwerden des Skandals aus den Supermärkten entfernt und sind natürlich längst nicht mehr im Umlauf.

Nicht ganz auszuschließen ist allerdings, dass noch verarbeitete, lange haltbare Lebensmittel auf dem Markt sind, die mit Fipronil belastete Eier enthalten – wie zum Beispiel Nudeln. "Eine gesundheitliche Gefährdung ist hier aber unwahrscheinlich, da als Zutat eingesetzte belastete Eier, wenn überhaupt, nur einen kleinen Anteil am Produkt ausmachen", erklärt die Verbraucherzentrale Berlin.

Was bedeuten die aufgedruckten Buchstaben?

Erzeugercode auf dem Ei: Neben der Haltungsform, des Herkunftlandes und des Bundeslandes, wird auf einem Ei noch die Betriebsnummer und die Stallnummer angegeben. Diese dienen dazu, die Herkunft vom Verkauf bis zum Stall zurückverfolgen zu können. (Quelle: picture-alliance/dpa-infografik)Erzeugercode auf dem Ei: Neben der Haltungsform, des Herkunftlandes und des Bundeslandes, wird auf einem Ei noch die Betriebsnummer und die Stallnummer angegeben. Diese dienen dazu, die Herkunft vom Verkauf bis zum Stall zurückverfolgen zu können. (Quelle: picture-alliance/dpa-infografik)

Die Buchstaben, die nach der ersten Ziffer aufgedruckt sind, zeigen Ihnen an, aus welchem Land das jeweilige Ei stammt. Sollten Sie Eier mit dem Aufdruck "DE" gekauft haben, können Sie sich sicher sein, dass die Eier aus Deutschland kommen.

Weitere Herkunftsländer sind beispielsweise:

  • AT für Österreich
  • BE für Belgien
  • DK für Dänemark
  • FR für Frankreich
  • NL für Niederlande
  • PL für Polen

Diese Ziffern geben Auskunft über das Bundesland

Aber auch Transportdauer und Umweltschutz spielen bei Eiern eine Rolle. Anhand der Ziffern nach den aufgedruckten Buchstaben erhalten Sie Auskunft darüber, aus welchem Bundesland die Eier kommen – und ob diese quer durch Deutschland transportiert wurden. Jedes Bundesland in Deutschland besitzt eine bestimmte Ziffer:

  • 01 = Schleswig-Holstein
  • 02 = Hamburg
  • 03 = Niedersachsen
  • 04 = Bremen
  • 05 = Nordrhein-Westfalen
  • 06 = Hessen
  • 07 = Rheinland-Pfalz
  • 08 = Baden-Württemberg
  • 09 = Bayern
  • 10 = Saarland
  • 11 = Berlin
  • 12 = Brandenburg
  • 13 = Mecklenburg-Vorpommern
  • 14 = Sachsen
  • 15 = Sachsen-Anhalt
  • 16 = Thüringen

Ausnahme: gefärbte oder verarbeitete Eier

Ostereier: Bei gefärbten Eiern aus dem Supermarkt kann die Herkunft oft nicht zurückverfolgt werden. (Quelle: imago images/Ulrich Roth)Ostereier: Bei gefärbten Eiern aus dem Supermarkt kann die Herkunft oft nicht zurückverfolgt werden. (Quelle: Ulrich Roth/imago images)

Die Kennzeichnung mit dem Erzeugercode gilt bisher nur für Konsumeier, also nicht für Eier, die zum Beispiel in Back- oder Teigwaren, wie Brot, Brötchen, Kuchen und Nudeln, verarbeitet sind. Hier kann es also auch möglich sein, dass diese Eier aus der Käfighaltung stammen.

Auch bei gefärbten Eiern gibt es keine Kennzeichnungspflicht. Es ist also nicht erkennbar, aus welcher Tierhaltung bunte Ostereier stammen. Viele Supermärkte sind zwar mittlerweile dazu übergegangen, freiwillig Angaben zur Haltungsform der Hühner zu machen. Steht aber nichts Gegenteiliges auf der Verpackung, handelt es sich meist um Käfigeier. Wer das nicht möchte, kauft am besten Eier und färbt sie selbst.

Wie Sie Ostereier am besten färben, erfahren Sie hier.

Ab wann Eier gekühlt werden müssen

Neben der Haltungsform muss auf der Verpackung auch das Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben werden – das ist spätestens der 28. Tag nach dem Legen. "Eier dürfen nur innerhalb von 21 Tagen nach dem Legen an Verbraucher abgegeben werden. Vom 18. Tag an nach dem Legen müssen die Eier im Handel bei +5 Grad bis +8 Grad gelagert werden, ein entsprechender Hinweis findet sich bei verpackten Eiern meist auch auf dem Eierkarton. Dieses auf der Verpackung freiwillig gekennzeichnete Kühldatum kann man nutzen, um das frühestmögliche Legedatum zu berechnen, indem man 18 Tage vom Kühldatum abzieht", informiert die Verbraucherzentrale.

So gesund sind Eier

Gekochtes Ei: Sie sollten Eier nach Möglichkeit immer gut durchgaren. Das tötet Salmonellen und andere Krankheitserreger ab. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn)Gekochtes Ei: Sie sollten Eier nach Möglichkeit immer gut durchgaren. Das tötet Salmonellen und andere Krankheitserreger ab. (Quelle: Christin Klose/dpa-tmn)

Eier enthalten viele wichtige Vitamine. Zum Beispiel Vitamin A: Das ist gut für die Augen, aber auch fürs Immunsystem und für die Haut. Andere Vitamine im Ei unterstützen den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel. Dazu kommt ein Viertel des Tagesbedarfs an Phosphor.

Auch Eisen, Zink und Jod finden sich im Ei – und natürlich Eiweiß, hochwertiges Protein, von dem vor allem Sportler profitieren. Zudem punkten Eier mit Lecithin, das etwa für die Nerven gut ist. 

Einige halten das Ei jedoch für eine Cholesterinbombe. Ein Hühnerei enthält zwar tatsächlich viel Cholesterin – 400 Milligramm im Schnitt. Aber längst nicht alles davon bleibt im Körper. Lediglich ein Drittel des Cholesterins, das sich in Blutgefäßen ablagert, kommt aus der Nahrung. Die restlichen zwei Drittel des Cholesterins in Blutgefäßen produziert der Körper selbst. Das Hühnerei spielt damit für den Cholesterinstoffwechsel eine weitaus geringere Rolle als die meisten denken.

Was bedeuten regionale Bezüge in Unternehmens- oder Markennamen?

Angaben zur regionalen Herkunft von Eiern, wie zum Beispiel ein Bundesland, dürfen freiwillig angegeben werden – und müssen dann natürlich auch stimmen. "Andere Bezeichnungen wie auch regionale Bezüge in Unternehmens- oder Markennamen sollten Verbraucher hinterfragen", erklärt die Verbraucherzentrale. Das können zum Beispiel Bezeichnungen wie "Harzer Hühnerparadies" sein. Vor allem auf die Haltungsform, die vielen Verbrauchern wichtig ist, könnten in solchen Fällen meist keine Rückschlüsse gezogen werden. "Verlässlich ist allein der Erzeugercode, der sich bis zum Stall zurückverfolgen lässt."


Verwirrung stiftet oft auch ein Code, der direkt auf die Eierverpackung gedruckt ist: der sogenannte "Verpackungsstellen-Code". Das ist eine Buchstaben- und Zahlenreihe, die im Gegensatz zum Erzeugercode lediglich die Stelle angibt, an der die Eier verpackt wurden. "Lege- und Verpackungsort können durchaus unterschiedlich sein und zum Beispiel auch in verschiedenen Ländern liegen. So kann es vorkommen, dass Eier in den Niederlanden gelegt werden und erst in Deutschland in den Karton wandern", sagt die Verbraucherzentrale.

Alternative beim Eierkauf

In Deutschland werden jährlich bis zu 50 Millionen männliche Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen getötet, weil sie zum Eierlegen nicht in Frage kommen. Wer eine Alternative beim Eierkauf sucht, um das Töten der sogenannten "Eintagsküken" zu verhindern, kann auf Eier aus einer der verschiedenen Initiativen zurückgreifen, die sich für die Aufzucht von männlichen Küken von Legehennen engagieren. Das sind unter anderem:

  • basic Bruderherz-Initiative
  • Bruderhahn Initiative Deutschland
  • Bruderküken-Initiative
  • Haehnlein
  • Herzbube
  • Initiative Bruder-Ei
  • Spitz & Bube
Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherchen

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