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Krieg in Nahost | USA und Deutschland warnen Hisbollah vor einer Eskalation


Krieg in Nahost
USA und Deutschland warnen Hisbollah vor einer Eskalation

Von dpa
Aktualisiert am 03.11.2023Lesedauer: 3 Min.
TeheranVergrößern des BildesEine iranische Frau hält ein Porträt des Generalsekretärs der Hisbollah, Hassan Nasrallah. (Quelle: Rouzbeh Fouladi/ZUMA Press Wire/dpa/dpa-bilder)
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Die USA warnten die Hisbollah und deren Verbündeten Iran davor, eine neue Front zu eröffnen. An Israel gerichtet mahnte US-Außenminister Antony Blinken einen besseren Schutz palästinensischer Zivilisten an.

USA mahnen Schutz palästinensischer Zivilisten an

US-Außenminister Blinken forderte bei seinem erneuten Besuch in Israel einen besseren Schutz für Zivilisten im Gazastreifen. "Wir müssen mehr tun, um die palästinensische Zivilbevölkerung zu schützen", sagte er nach einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Tel Aviv. Er habe deutlich gemacht, dass es darauf ankomme, wie das Land den Krieg gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas führe. Es sei wichtig, "richtig und rechtmäßig" vorzugehen, denn alles andere würde auch der Hamas und anderen Terrorgruppen in die Hände spielen, sagte Blinken.

Netanjahu lehnt Feuerpausen ohne Freilassung von Geiseln ab

Blinken sagte, er habe bei seinen Treffen mit Regierungsvertretern ausführlich über mögliche humanitäre Feuerpausen diskutiert. Diese sollen dazu dienen, die Menschen im Gazastreifen mit Hilfe zu versorgen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich in Sicherheit zu bringen. Netanjahu lehnte Feuerpausen ab, solange die islamistische Hamas nicht die festgehaltenen Geiseln freilasse.

"Wir werden nicht aufhören, bis wir den Sieg errungen und unsere definierten Ziele erreicht haben: die Beseitigung der Hamas, die Rückkehr unserer Geiseln und die Wiederherstellung der Sicherheit für unsere Kinder und Bürger", sagte Netanjahu. Auch Treibstofflieferungen werde es nicht geben, um einen Missbrauch durch die Hamas zu verhindern.

Nasrallah: "Alle Optionen sind auf dem Tisch"

Der Hisbollah-Chef, der den USA die "alleinige Verantwortung" für den Krieg zuwies, betonte in seiner öffentlichen Ansprache, alle Optionen seien auf dem Tisch. Eine Eskalation hänge vom Verlauf des Kriegs im Gazastreifen sowie von Israels Verhalten gegenüber dem Libanon ab. Die Soldaten der USA - der wichtigste Verbündete Israels - würden im Fall eines regionalen Kriegs Opfer und größte Verlierer sein.

Die eng mit dem Iran verbündete Hisbollah gilt als einflussreiche politische Kraft im Libanon und als militärisch deutlich stärker als die Hamas.

An der Grenze zwischen Israel und dem Libanon kam es zuletzt immer wieder zu Gefechten zwischen israelischen Streitkräften und Hisbollah-Kämpfern. Die Hisbollah meldete seit Beginn der jüngsten Konfrontationen mindestens 55 Tote in den eigenen Reihen. Auf israelischer Seite wurden nach Militärangaben seit Kriegsbeginn sieben Menschen getötet, darunter sechs Soldaten sowie ein Zivilist.

Baerbock warnt Hisbollah vor Angriff und fordert humanitäre Pausen

Auch Außenministerin Annalena Baerbock warnte die Hisbollah vor einem großangelegten Angriff auf Israel. Die Menschen im Libanon wollten nur in Frieden leben und keine weitere Eskalation in der Region, sagte die Grünen-Politikerin in der armenischen Hauptstadt Eriwan.

Mit Blick auf die humanitäre Lage im Gazastreifen verlangte Baerbock eine Umsetzung der auch von der EU geforderten Pausen zur Versorgung der Zivilbevölkerung. "Humanitäre Hilfe ist ein Gebot der Menschlichkeit. Es muss dafür humanitäre Pausen und humanitäre Korridore geben", sagte sie.

Auswärtiges Amt: Mehr als 30 Deutsche haben Gazastreifen verlassen

Mehr als 30 Deutsche haben den umkämpften Gazastreifen nach Angaben der Bundesregierung verlassen können. Darunter seien auch Familien mit Kindern, teilte das Auswärtige Amt am Abend über X, vormals Twitter, mit. Das Team der deutschen Botschaft in Kairo kümmere sich nun um sie, hieß es weiter. "Wir setzen unsere Bemühungen fort und arbeiten intensiv daran, dass weitere Deutsche ausreisen können." Zugleich konnten auch 34 Franzosen den Gazastreifen verlassen, wie das Außenministerium in Paris mitteilte.

Seit den Terrorangriffen der Hamas hat Israel eigenen Angaben zufolge mehr als 12.000 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Inzwischen rücken dort auch israelische Bodentruppen gegen Hamas-Terroristen und militärische Ziele vor.

Laut dem von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministerium wurden im Gazastreifen bisher mehr als 9000 Menschen getötet. Israelischen Angaben zufolge wurden von dort seit Kriegsbeginn 8000 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert.

Palästinenser: Mehrere Tote bei Einsätzen Israels im Westjordanland

Neben den Kämpfen in Gaza kam es auch im besetzten Westjordanland zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Nach palästinensischen Angaben wurden dort bei neuen Einsätzen des israelischen Militärs mindestens neun Menschen getötet. Fünf davon seien in der Nacht im Flüchtlingsviertel in Dschenin ums Leben gekommen, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah mit.

Irlands Regierungschef: Israels Reaktion ähnelt inzwischen eher Rache

Irlands Regierungschef Leo Varadkar sieht Israels Vorgehen im Gazastreifen kritisch. Israel habe wie jeder Staat das Recht, sich zu verteidigen und die Hamas zu verfolgen, damit sie einen solchen Angriff nicht wieder begehen könne. "Aber was ich mittlerweile sehe, ist nicht nur Selbstverteidigung", sagte Varadkar vor Journalisten bei einem Besuch in Südkorea. Es sehe eher wie Rache aus.

AFP-Büro in Gaza durch Einschlag beschädigt - keine Verletzten

Beim Einschlag eines Geschosses wurde das Büro der französischen Nachrichtenagentur AFP im Gazastreifen schwer beschädigt. Keiner der acht normalerweise in Gaza stationierten Mitarbeiter befand sich zum Zeitpunkt des Einschlags vor Ort, da alle bereits in den südlichen Gazastreifen evakuiert wurden, berichtete AFP.

"AFP verurteilt den Schlag gegen ihr Büro in Gaza-Stadt auf das Schärfste", sagte Agenturchef Fabrice Fries. Ein Sprecher der israelischen Armee gab dem AFP-Bericht zufolge an, dass es vonseiten Israels keinen Beschuss des Gebäudes gegeben habe.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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