• Home
  • Politik
  • Ausland
  • Konflikte - Ukraine-Konflikt: Kriegsgefahr oder Hysterie?


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r einen TextTod mit 40: Moderatorin erliegt KrankheitSymbolbild f├╝r einen Text20 Jahre Haft f├╝r Ghislaine MaxwellSymbolbild f├╝r einen TextSerena Williams scheitert dramatischSymbolbild f├╝r einen TextBei einer Frage weicht Scholz ausSymbolbild f├╝r einen TextMann legt abgetrennten Kopf vor GerichtSymbolbild f├╝r einen TextEcstasy-Labor auf Nato-Milit├ĄrbasisSymbolbild f├╝r einen TextEurojackpot: Die aktuellen GewinnzahlenSymbolbild f├╝r einen TextGr├╝nen-Politikerin stirbt nach RadunfallSymbolbild f├╝r einen TextEx-Bayern-Profi will zu PSGSymbolbild f├╝r einen TextBoateng k├╝ndigt Karriereende anSymbolbild f├╝r ein VideoDie versteckten Botschaften bei WimbledonSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserSupermarkt: Warnung vor Abzock-MascheSymbolbild f├╝r einen TextDieses St├Ądteaufbauspiel wird Sie fesseln

Ukraine-Konflikt: Kriegsgefahr oder Hysterie?

Von dpa
Aktualisiert am 28.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Ein ukrainischer Soldat geht an der Frontlinie durch einen Graben.
Ein ukrainischer Soldat geht an der Frontlinie durch einen Graben. (Quelle: Vadim Ghirda/AP/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Washington/Moskau/Br├╝ssel (dpa) - Macht er es oder macht er nicht? Die Welt r├Ątselt, ob der russische Pr├Ąsident Wladimir Putin tats├Ąchlich in die Ukraine einmarschiert.

Die Einsch├Ątzungen dazu gehen in den USA, Europa - und der Ukraine selbst - erstaunlich weit auseinander, trotz aller Bekenntnisse der Partner zu maximaler Geschlossenheit. Moskau spielt das in die H├Ąnde.

D├╝stere Szenarien aus den USA

Die US-Regierung beschw├Ârt seit Wochen mit zunehmender Dramatik d├╝stere Szenarien herauf: Eine russische Invasion der Ukraine k├Ânne "jederzeit" beginnen, ja, "unmittelbar bevorstehen". Alles deute darauf hin, dass Putin milit├Ąrische Gewalt anwenden werde. Auch wenn der Fokus auf einer diplomatischen L├Âsung liege, m├╝ssten sich die USA und ihre Verb├╝ndeten "auf das Schlimmste" vorbereiten.

US-Pr├Ąsident Joe Biden selbst w├Ąhlte zuletzt dramatische Worte: Ein russischer Einmarsch in die Ukraine k├Ânnte die "gr├Â├čte Invasion seit dem Zweiten Weltkrieg" werden, sagte Biden vor wenigen Tagen in Washington. Ein solcher Schritt w├╝rde "die Welt ver├Ąndern". Und es k├Ânne sein, dass er einen Teil der 8500 US-Soldaten, die in erh├Âhte Bereitschaft versetzt wurden, "in naher Zukunft" nach Europa verlege, um vorbereitet zu sein. Die gewichtige Ansage machte der Pr├Ąsident nicht etwa im Wei├čen Haus, sondern beim Besuch in einem kleinen Gesch├Ąft im S├╝dosten der US-Hauptstadt - umgeben von Kinderklamotten, Jutebeuteln und Geschenkartikeln. Danach ging er Eis essen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Das ist die "Mogelpackung des Monats"
Aldi: Ein Produkt ist bei den Verbrauchersch├╝tzern auf die Mogelpackungsliste gekommen.


Biden hat eigentlich kein Interesse daran, die USA in den n├Ąchsten bewaffneten Konflikt zu verwickeln. Gerade erst hat er trotz gro├čer Kritik alle US-Truppen aus Afghanistan heimgeholt. Doch eben das Debakel beim Afghanistan-Abzug k├Ânnte mit hineinspielen in sein Bem├╝hen, im Ukraine-Konflikt nun St├Ąrke zu demonstrieren.

Zweifel in Teilen Europas

Sehr unterschiedlich wird die aktuelle Lage unter den europ├Ąischen Alliierten und in der EU gesehen. Auf der einen Seite gibt es Staaten wie Litauen, die sich fest davon ├╝berzeugt geben, dass ein gro├čer Krieg sehr wahrscheinlich ist, und die eine deutliche Aufr├╝stung der Nato an der Ostflanke fordern - zur Abschreckung, aber auch f├╝r den Fall eines milit├Ąrischen Konflikts in Osteuropa. Auf der anderen Seite stehen L├Ąnder wie Deutschland, die hinter verschlossenen T├╝ren zur Zur├╝ckhaltung mahnen und bef├╝rchten, dass das aktuelle S├Ąbelrasseln das Kriegsrisiko noch einmal deutlich erh├Âhen k├Ânnte.

Zweifel an den US-Warnungen l├Ąsst auch der EU-Au├čenbeauftragte Josep Borrell erkennen. Er forderte j├╝ngst auf, einen "Nervenzusammenbruch" zu vermeiden - und alle Reaktionen, "die ein Alarmgef├╝hl ausl├Âsen k├Ânnen". Borrell machte deutlich, dass die EU derzeit, anders als die USA, keinen Grund daf├╝r sieht, Botschaftspersonal und Familien von Diplomaten zur Ausreise aus der Ukraine aufzufordern.

In Deutschland wird zwar offen ├╝ber die Kriegsgefahr geredet. Auch in der Bev├Âlkerung ist die Kriegsangst einer aktuellen Umfrage zufolge angekommen. Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Au├čenministerin Annalena Baerbock (Gr├╝ne) bem├╝hen sich aber um gem├Ą├čigte T├Âne und sprechen eher vom Ernst der Lage - um eben diese nicht weiter anzuheizen. Baerbock empfahl zuletzt sogar eine verbale Abr├╝stung: "Wir erleben aktuell eine Zeit (...), in der markige Spr├╝che gut klingen, aber Steilvorlagen f├╝r heftigste Konsequenzen sein k├Ânnten."

Keine neue Kriegsangst in der Ukraine

Und in der Ukraine? Nach knapp acht Jahren Konflikt im Osten des Landes und regelm├Ą├čig wiederkehrenden Warnungen vor einer russischen Invasion ist dort von neuer Kriegsangst nichts zu sp├╝ren. Die Menschen gehen ihrem Alltag nach. In den Gro├čst├Ądten sind die Restaurants gut gef├╝llt. Hamsterk├Ąufe sind nicht zu beobachten.

Kiew scheint eher besorgt ├╝ber m├Âgliche wirtschaftliche Folgen einer international gesch├╝rten Furcht vor Krieg. Der ukrainische Pr├Ąsident Wolodymyr Selenskyj verbreitete zuletzt gleich in mehreren Videoansprachen die einfache Botschaft: "Keine Panik".

Au├čenminister Dmytro Kuleba sagte, die Zahl russischer Soldaten an der Grenze sei zwar gro├č und stelle eine Bedrohung dar. "Diese Zahl ist jedoch nicht ausreichend f├╝r eine Gro├čoffensive entlang der gesamten ukrainischen Grenze."

Mit Blick auf die US-Wortwahl schob er nach: "Wir k├Ânnen jeden Tag 100 Mal sagen, dass eine Invasion unmittelbar bevorsteht, aber das ├Ąndert nichts an der Situation vor Ort." Putin versuche eher, die Ukraine auf anderem Weg zu destabilisieren, mit Cyberangriffen oder Druck auf das Finanzsystem.

Dementis aus Russland

Moskau betont t├Ąglich, es plane keinen ├ťberfall auf die Ukraine. Der Truppenaufmarsch an der ukrainischen Grenze diene lediglich als Drohkulisse, um ├╝ber die von Russland geforderten Sicherheitsgarantien ins Gespr├Ąch zu kommen, hei├čt es aus dem Kreml. Das russische Milit├Ąr liefert t├Ąglich Actionbilder von Man├Âvern, die bedrohliche Signale aussenden.

Seit Wochen beklagt Moskau "russlandfeindliche Hysterie" bei der Nato und in den USA und sieht vielmehr dort Kriegstreiber am Werk. Die russische Regierung warnt Kiew immer wieder, sich vom Westen nicht zu einer milit├Ąrischen Operation gegen die moskautreuen Separatisten im Donbass - in der Ostukraine an der Grenze zu Russland - verleiten zu lassen. Im Fall einer ukrainischen Offensive im Donbass sieht Russlands Milit├Ąrdoktrin vor, dass Moskau Streitkr├Ąfte zum Schutz seiner B├╝rger dort einsetzen kann. Und der Kreml machte zuletzt immer wieder deutlich, dass ein solcher Eingriff drohen k├Ânnte.

Invasion h├Ątte verheerende Folgen

Einen gro├čfl├Ąchigen Krieg gegen die Ukraine aber sehen viele Russen als westliche Hirngespinste. Eine Invasion der Ukraine h├Ątte auch verheerende Folgen f├╝r den Kreml - politisch, wirtschaftlich und etwa mit Blick auf die nach Deutschland verlegte Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Als vorteilhaft f├╝r den Kreml gilt aber die aktuelle Lage mit kontrollierbaren Spannungen und Dialog.

Nach der international verurteilten Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim 2014 und einer zunehmenden Entfremdung versucht Moskau seit Jahren, wieder ins Gespr├Ąch zu kommen mit dem Westen. Nun bestimmt Putin die internationale Agenda und bekommt hochrangige Treffen. Auch die Tatsache, dass Biden und andere ihn als den starken Mann darstellen, der allein ├╝ber die weitere Entwicklung entscheide, d├╝rfte dem Kremlchef gefallen.

"Ich glaube, dass selbst seine eigenen Leute nicht genau wissen, was er vorhat", sagte Biden ├╝ber Putin - bei jenem denkw├╝rdigen Auftritt zwischen Baby-Pullovern und Gru├čkarten. Auf die Nachfrage, ob die Gefahr einer Invasion zugenommen oder abgenommen habe oder gleichbleibend sei, erkl├Ąrte der US-Pr├Ąsident: "Ich werde vollkommen ehrlich mit Ihnen sein: Es ist ein bisschen wie im Kaffeesatz lesen."

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
Von Fabian Reinbold, Schloss Elmau
AfghanistanAnnalena BaerbockBr├╝sselDeutschlandEUEuropaJoe BidenKiewLitauenMoskauNatoRusslandUSAUkraineWashingtonWladimir Putin
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website