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Krieg mit Russland: Jetzt könnte die Ukraine doch noch Kampfjets erhalten


USA offenbar dafür
Jetzt könnte die Ukraine doch noch Kampfjets erhalten

Von t-online, mk

Aktualisiert am 13.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Kampflugzeuge der slowakischen Luftwaffe vom Typ MiG-29AS: "Dem würden wir uns nicht entgegenstellen". (Archivfoto)Vergrößern des BildesKampflugzeuge der slowakischen Luftwaffe vom Typ MiG-29AS: "Dem würden wir uns nicht entgegenstellen". (Archivfoto) (Quelle: Simone Marcato/imago-images-bilder)
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Während die Bundesregierung bei der Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine zögert, stocken die USA ihren Beitrag noch einmal enorm auf. Sogar Kampfjets vom Typ MiG-29 sind wieder im Gespräch.

Seit etwa zwei Wochen sammelt die russische Armee ihre Kräfte im Osten der Ukraine, die entscheidende Offensive zur Eroberung des Donbass könnte schon bald beginnen. Unklar ist, ob die Ukraine ausreichend gerüstet ist, um den zu erwartenden Angriffen zu widerstehen – doch inzwischen liefern die westlichen Verbündeten dem Land auch schwere Waffen.

So schicken die USA nach Angaben von Senat und Pentagon weiteres Material im Wert von 750 Millionen US-Dollar in die Ukraine, wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr. Offiziell bestätigt sind die neuen Lieferungen noch nicht, doch den Angaben zufolge umfassen sie auch Haubitzen und gepanzerte Fahrzeuge vom Typ Humvee.

US-Haubitzen offenbar schon auf dem Weg in die Ukraine

Außerdem schicken die USA zusätzliche Kampfdrohnen zur Küstenverteidigung und Schutzausrüstung gegen ABC-Waffen.

Bislang hat die US-Regierung nach eigenen Angaben Waffen im Wert von 1,7 Milliarden Dollar geliefert. Die neuen Waffen sollen bis spätestens Ende der Woche in der Ukraine ankommen, berichtet "The National News" unter Berufung auf Beamte des Pentagon. Dieses auf Twitter verbreitete Video soll einen Zug mit US-Haubitzen im polnischen Gniezno auf dem Weg nach Osten zeigen:

Reuters zufolge hat das Pentagon für Mittwoch auch Vertreter der acht größten Waffenhersteller des Landes eingeladen. Geklärt werden solle, ob die US-Rüstungsindustrie die ukrainische Nachfrage nach Waffen bedienen könne, sollte sich der Krieg mit Russland über Jahre hinziehen, sagten zwei mit dem Termin vertraute Personen der Nachrichtenagentur.

Slowakei will Ukraine Kampfjets liefern

Doch nicht nur die USA, auch europäische Regierungen stocken ihre Waffenlieferungen in die Ukraine auf. So befindet sich die slowakische Regierung derzeit in Gesprächen mit den Nato-Partnern über die Lieferung ihrer Kampfjets vom Typ MiG-29, von denen die Slowakei elf oder zwölf Exemplare besitzen soll. "Dem würden wir uns nicht entgegenstellen", zitiert dazu "The National News" einen Beamten des Pentagon.

Das wäre eine deutliche Abkehr von der bisherigen US-Politik. Die polnische Regierung wollte schon zu Beginn des Krieges ihre 28 MiGs in die Ukraine verlegen, doch das lehnte Washington Anfang März unter Verweis auf die Gefahr einer Eskalation des Krieges ab.

Slowakei hat bereits Flugabwehrsystem S-300 geliefert

Die Slowakei will ihre MiGs wiederum nur abgeben, wenn sie von den westlichen Partnern Sicherheitsgarantien für den eigenen Luftraum erhält. "Darüber verhandeln wir zurzeit", sagte der slowakische Regierungschef Eduard Heger dem Magazin "Politico". Die Slowakei wollte ihre MiGs spätestens 2024 ohnehin gegen US-Kampfjets vom Typ F-16 austauschen.

Außerdem will die Slowakei der Ukraine Radhaubitzen vom Typ Zuzana verkaufen und bietet an, beschädigte Kampfpanzer zu reparieren. Bereits geliefert hat die Slowakei der Ukraine ein mobiles Flugabwehrsystem vom Typ S-300. Dieses soll durch Patriot-Einheiten aus Deutschland und den Niederlanden ersetzt werden. Großbritannien hat zudem die Lieferung von 120 gepanzerten Fahrzeugen in die Ukraine zugesagt.

Auch von Deutschland hat die ukrainische Regierung schwere Waffen gefordert, neben Schützenpanzern vom Typ Marder geht es um Leopard-Kampfpanzer, Panzerhaubitzen und Raketen vom Typ AGM-84 Harpoon, mit denen Schiffe angegriffen werden können. Bislang hat die Bundesregierung sich nicht zu den Anfragen geäußert.

Tschechien liefert als erstes Land Panzer in die Ukraine

Unterdessen hat Tschechien der Ukraine bereits erste schwere Waffen geliefert. Nach Informationen des "Wall Street Journal" soll es sich um zwölf modernisierte Kampfpanzer vom Typ T-72 und mehrere gepanzerte Truppentransporter vom Typ BMP-1 handeln. Da diese ursprünglich aus DDR-Beständen kommen, muss die Bundesregierung der Weitergabe zugestimmt haben. Diese auf Twitter verbreiteten Fotos sollen einen Teil der Waffen zeigen:

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Bislang hat die Nato vor allem Panzerfäuste, Flugabwehrraketen, Drohnen und Munition in die Ukraine geliefert. Seit dem Bekanntwerden der russischen Gräueltaten bei Kiew wächst aber die Bereitschaft des Westens, das Land auch mit schweren Waffen zu unterstützen. Ohne dieses Gerät wird es für die ukrainische Armee schwierig, besetztes Territorium von Russland zurückzuerobern.

Im relativ trockenen Osten und Süden des Landes hat es die russische Armee zudem leichter als bei ihren gescheiterten Angriffen im Norden, wo viele Panzer im Schlamm versunken waren. Außerdem kann Russland seine Truppen im Donbass effektiver und schneller mit Nachschub versorgen, als dies bei Kiew möglich war.

Verwendete Quellen
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