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"Die Nachricht lautet: 'Wir können euch überall treffen'"

Von Martin Küper

Aktualisiert am 06.05.2022Lesedauer: 4 Min.
Russland: In letzter Zeit häufen sich Berichte über Angriffe und Brände auf russischem Gebiet. (Quelle: t-online)
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Seit Wochen gibt es in Russland immer wieder Brände und Explosionen in kriegswichtigen Einrichtungen. Wer dahintersteckt, ist unklar – doch an Zufälle glauben Militärexperten längst nicht mehr.

Explodierende Öldepots, brennende Fabriken und Kraftwerke, zerstörte Bahnstrecken: Die Serie ungeklärter Vorfälle in kriegswichtigen Einrichtungen in Russland setzt sich auch vor Putins großer Siegesparade am 9. Mai fort. Allein in dieser Woche gingen ein riesiges Warenlager mit Schulbüchern bei Moskau, eine Munitionsfabrik in Perm und ein Gelände in Kursk in Flammen auf – und das sind nur die jüngsten Fälle.

Seit dem Überfall auf die Ukraine am 24. Februar hat es in Russland Dutzende Vorfälle gegeben, die im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine stehen könnten. Was dort jeweils genau geschehen ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Ukraine schweigt zu mutmaßlichen Angriffen in Russland

Der ukrainischen Armee werden mindestens drei der Vorfälle zugerechnet, auch wenn das Verteidigungsministerium in Kiew bislang keinen Angriff auf russisches Territorium bestätigt hat. Präsidentenberater Mychajlo Podoljak ließ allerdings wissen, dass Kiew grundsätzlich dazu bereit sei.

Schon am 25. Februar soll die Ukraine die Luftwaffenbasis Millerowo nahe der ostukrainischen Grenze mit Raketen beschossen und dabei mehrere Luftfahrzeuge und Gebäude zerstört haben, berichtete das Fachmagazin "Janes". Der Großbrand in einem russischen Öldepot in Belgorod am 1. April soll durch einen Angriff mit ukrainischen Kampfhubschraubern vom Typ Mi-24 ausgelöst worden sein. Dieses auf Twitter verbreitete Video soll zwei der Maschinen bei ihrem nächtlichen Einsatz nahe der Stadt zeigen, die nicht weit von der ukrainischen Grenze bei Charkiw entfernt ist:

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"Beim US-Militär nennen wir so etwas einen 'tiefen Schlag'", kommentierte der Panzergeneral Mark Hertling den mutmaßlichen Angriff. "So ein Schlag soll dem Gegner physisch schaden, ihn aber auch in Angst versetzen. Die Nachricht lautet: 'Wir können euch überall treffen'".

Ukraine soll Öldepots mit Kampfdrohne angegriffen haben

Ebenfalls der ukrainischen Armee zugeschrieben werden die Großfeuer in zwei Öldepots in der Stadt Brjansk am 25. April. Bei dem mutmaßlichen Angriff 120 Kilometer jenseits der eigenen Grenze soll die Ukraine Kampfdrohnen vom Typ Bayraktar TB2 eingesetzt haben, berichtete "Middle East Eye" unter Berufung auf eine mit dem Vorfall vertraute Person. Dafür spricht auch, dass am selben Tag eine ukrainische Bayraktar TB2 in der russischen Oblast Kursk abgeschossen wurde. Die Drohne war mutmaßlich auf dem Rückweg von dem Angriff in Brjansk.

Doch die mutmaßlichen ukrainischen Angriffe machen nur einen Bruchteil der dokumentierten Vorfälle aus. Seit Anfang April hat es mindestens 20 weitere Großbrände und Explosionen in Russland gegeben, für die bislang jede Erklärung fehlt.

Eine Auswahl:

Dieses Video soll einen Großbrand im Warenlager eines russischen Schulbuchverlags in Moskau am 3. Mai zeigen:

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Der Verlag hatte nach Kriegsbeginn angekündigt, das Wort "Ukraine" aus seinen Geschichtsbüchern zu streichen.

Am 2. Mai soll es einen Brand in einer Waffenfabrik in der Stadt Perm im Uralgebirge gegeben haben, etwa 1.500 Kilometer östlich von Moskau:

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In der Fabrik sollen Artillerieraketen der Typen "Grad" und "Smerch" hergestellt werden, die im Krieg gegen die Ukraine eine entscheidende Rolle spielen, schreibt der russische Militär- und Geheimdienstexperte Igor Sushko auf Twitter.

Am 1. Mai wurde offenbar eine strategisch wichtige Eisenbahnbrücke bei Kursk zerstört, wie dieses Foto belegen soll:

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Die russische Propagandaagentur Ria Novosti berichtete zwar über den "Teileinsturz" der Brücke, Ursachen nannte sie aber nicht. Ein mutmaßlicher Sabotageakt traf schon am 11. April eine Eisenbahnbrücke bei Belgorod nahe der ukrainischen Grenze, über die das russische Militär seine Invasionstruppen in der Ukraine versorgte. Hinweise auf Sabotageakte gegen strategisch wichtige Bahnstrecken gibt es auch in Belarus, von wo aus die russische Armee ihren gescheiterten Angriff auf Kiew startete.

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Am 30. April soll es einen Großbrand im Kohlekraftwerk auf der Insel Sachalin im äußersten Osten Russlands gegeben haben, wie in diesem Video zu sehen ist:

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Dieses Video soll einen Brand in Kursk am 5. Mai zeigen. Was dort brennt oder wie der Brand entstanden ist – unklar:

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Große Aufmerksamkeit erregte der Brand in einem Forschungslabor der russischen Streitkräfte in Twer bei Moskau, bei dem am 21. April mindestens 17 Menschen getötet wurden. In dem Labor soll an Luftabwehrraketen geforscht worden sein. Nach offiziellen Angaben wurde das Feuer durch einen Kabelbrand ausgelöst.

Nur zwei Tage später soll es in einem Chemiewerk in Kineschma 400 Kilometer nordöstlich von Moskau gebrannt haben:

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Am 25. April soll es dann auf der Militärbasis Usseriysk nahe der Grenze zu China ein Feuer gegeben haben, wie dieses Video zeigen soll:

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Angesichts der spärlichen Informationslage lösen die gehäuften Vorfälle allerlei Spekulationen aus: Handelt es sich um Aktionen eines organisierten russischen Widerstands? Um nicht abgesprochene Einzelaktionen? Sind womöglich ukrainische oder gar US-Spezialtrupps auf russischem Boden aktiv? Zu lesen und zu hören ist in diesen Tagen vieles, belegen lässt sich all das nicht.

Im Video: Brandanschlag auf Rekrutierungsbüro

Hinweise, dass zumindest ein Teil der Vorfälle auf einzelne Kriegsgegner in Russland zurückgeht, liefern jüngst erschienene Videoaufnahmen von einem Brandanschlag auf ein Rekrutierungsbüro der russischen Armee in Nischnewartowsk in Zentralrussland. Auf den Bildern ist zu sehen, wie ein junger Mann mehrere Brandsätze in die Fenster des Gebäudes schleudert. Das Video sehen Sie oben oder hier.

Unabhängig von den Bränden in strategisch wichtigen Einrichtungen kämpft Russland in diesem Frühjahr auch mit großen Wald- und Steppenbränden in Sibirien. Laut Greenpeace Russland stand Ende April schon doppelt so viel Fläche in Brand wie voriges Jahr um die Zeit. Fachleute rechnen in diesem Jahr mit einer besonders schlimmen Brandsaison, weil die russische Armee wegen des Krieges gegen die Ukraine die Feuerwehren nicht im selben Maß wird unterstützen können wie in Friedenszeiten.

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