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Sturm auf Tripolis gestoppt: General Haftar verkündet Waffenruhe in Libyen

Sturm auf Tripolis gestoppt  

General Haftar verkündet Waffenruhe in Libyen

12.01.2020, 10:23 Uhr | dpa , pdi

 (Quelle: Euronews World News)

"Jeder Verstoß gegen die Waffenruhe wird schwerwiegende Folgen haben": Unter diesen Voraussetzungen stimmte General Chalifa Haftar einem Kurswechsel im Libyen-Konflikt zu. (Quelle: Euronews World News)

General Chalifa Haftar akzeptiert Waffenruhe

Zuerst hatte sich General Chalifa Haftar gegen den von Russland und der Türkei geforderten Waffenstillstand in Libyen gewehrt. Jetzt der Kurswechsel. (Quelle: Euronews World News)

"Jeder Verstoß gegen die Waffenruhe wird schwerwiegende Folgen haben": Unter diesen Voraussetzungen stimmte General Chalifa Haftar einem Kurswechsel im Libyen-Konflikt zu. (Quelle: Euronews World News)


Atempause im libyschen Bürgerkrieg: Eigentlich wollte Chalifa Haftar seinen Kampf gegen die Regierung nicht unterbrechen. Doch nun hat der General seine Meinung geändert und stimmt einer Waffenruhe zu.

Der gegen die libysche Regierung kämpfende General Chalifa Haftar hat der von Russland und der Türkei geforderten Waffenruhe doch noch zugestimmt.

Diese sei am frühen Sonntagmorgen um eine Minute nach Mitternacht (23.01 Uhr MEZ) wirksam geworden, teilte Haftars selbst ernannte Libysche Nationalarmee (LNA) mit. Noch am Freitag hatte Haftar erklärt, die Offensive auf die Hauptstadt Tripolis fortsetzen zu wollen und dies damit begründet, ein ziviler Staat könne nur errichtet werden, wenn die "terroristischen Gruppen" völlig zerstört würden.

Haftars Streitkräfte kämpfen seit April um Tripolis und hatten ihren Kampf in den vergangenen Wochen intensiviert. LNA-Sprecher Ahmed al-Mesmari warnte die von den Vereinten Nationen unterstützen gegnerischen Einheiten vor einer "harschen Antwort", sollten sie den Waffenstillstand verletzen. Aus LNA-Kreisen verlautete, die Waffenruhe im Westen des Landes, wo sich auch Tripolis befindet, sei in den ersten Stunden nach Eintreten nicht verletzt worden. Die Regierungseinheiten hatten den Vorschlag nach einer Waffenruhe begrüßt.

Die Türkei und Russland hatten am Mittwoch eine Waffenruhe in Libyen angemahnt. Die Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin riefen dazu auf, dass diese in der Nacht auf Sonntag in Kraft treten solle. Russland unterstützt - wie auch Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate - in dem Konflikt Haftar, die Türkei die Regierung in Tripolis. Ankara hatte trotz internationaler Kritik beschlossen, eigene Truppen in das nordafrikanische Land zu schicken.

"Endgültige friedliche Lösung"

Deutschland bemüht sich seit Monaten um eine politische Lösung für den Konflikt. Mit einer internationalen Konferenz in Berlin wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der russische Präsident Wladimir Putin eine Friedenslösung für das Bürgerkriegsland erreichen. Russland werde diese deutsche Initiative unterstützen, hatte der Kremlchef am Samstag bei einem Treffen mit Merkel im Kreml in Moskau gesagt.

Die Vereinten Nationen begrüßten die Waffenruhe und riefen die Konfliktparteien auf, an dieser festzuhalten. Die UN-Mission in Libyen (Unsmil) teilte mit: "Die (UN-) Mission bringt ihre volle Bereitschaft zum Ausdruck, die Libyer zu unterstützen und will alle ihre Quellen nutzen, ihnen zu helfen, eine endgültige friedliche Lösung für die libysche Krise zu finden.

In dem nordafrikanischen Land herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 Bürgerkriegschaos. Haftar hatte im vergangenen Jahr eine Offensive auf Tripolis begonnen, wo die international anerkannte Regierung von Fajis al-Sarradsch sitzt.

Der italienische Regierungschef Giuseppe Conte twitterte, die Truppen Haftars hätten den Waffenstillstand akzeptiert. Dies sei ein erster Schritt auf dem Weg zu einer politischen Lösung. "Es sind noch weite Strecken zu gehen, aber die Richtung stimmt." Conte hatte Mitte der Woche Haftar in Rom zu Konsultationen empfangen. Am Samstag sprach er ebenfalls in Rom lange mit al-Sarradsch.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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