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Afghanistan: Erster ziviler Evakuierungsflug aus Kabul offenbar gestartet


Ausreise aus Afghanistan
15 Deutsche an Bord des zivilen Evakuierungsflugs aus Kabul

Von afp, dpa
Aktualisiert am 09.09.2021Lesedauer: 2 Min.
Schlange vor einem Flugzeug am Flughafen Kabul: 200 Menschen könnten nun doch noch ausreisen.Vergrößern des BildesSchlange vor einem Flugzeug am Flughafen Kabul: 200 Menschen könnten nun doch noch ausreisen. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)
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Dutzende Menschen konnten das Krisengebiet in Afghanistan am Donnerstag verlassen. An Bord eines zivilen Evakuierungsflugs waren auch 15 Deutsche. Die Taliban sollen einer Ausreise zugestimmt haben.

An Bord des ersten zivilen Rettungsflugs aus Afghanistan seit dem Abzug der US-Truppen haben sich auch 15 deutsche Staatsbürger befunden. Wie das Auswärtige Amt am Donnerstagabend in Berlin mitteilte, handelte es sich vor allem um Frauen und Kinder. "Die Möglichkeit zur Ausreise bot sich sehr kurzfristig", hieß es weiter.

"Wir arbeiten weiter intensiv daran, in den nächsten Tagen weitere Ausreisemöglichkeiten zu schaffen und werden die betroffenen Personen darüber aktiv informieren", kündigte das Auswärtige Amt an. Berlin danke der Regierung von Katar für die "enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten Wochen".

"Wir sind den Katarern sehr dankbar"

Dutzende Passagiere hatten am Donnerstag in Doha eine in Kabul gestartete Maschine der katarischen Fluggesellschaft Qatar Airways verlassen, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Unter den Passagieren sind laut "Washington Post" Staatsbürger Deutschlands, der USA, Kanadas, Großbritanniens, Italiens, der Niederlande und der Ukraine. Auf der genehmigten Passagierliste eines Fluges der katarischen Fluglinie Qatar Airways stünden die Namen von insgesamt 211 Menschen. Es sei aber unklar, wie viele davon rechtzeitig einen Konvoi zum Flughafen erreicht hätten.

Auf dem Flughafen von Kabul war am Nachmittag eine Maschine der katarischen Fluggesellschaft Qatar Airways für den Flug vorbereitet worden. Der katarische Sender Al-Dschasira zeigte Frauen und Kinder, die auf dem Flughafen darauf warteten, ausgeflogen zu werden. "Wir sind den Katarern sehr dankbar", sagte ein Mann, bei dem es sich dem Bericht zufolge um einen kanadischen Passagier handelte.

Flughafen in Kabul wieder funktionsfähig

Zum Flughafen Kabul sagte Mutlak al-Kahtani, Katars Sondergesandter für Afghanistan am Donnerstag laut "Washington Post", dieser sei nun wieder betriebsbereit. Man wolle eine schrittweise Wiedereröffnung des Flughafens. Für Freitag erwarte er einen weiteren Flug.

Aus dem US-Außenministerium in Washington hieß es auf Anfrage, die Bemühungen, US-Staatsbürgern und verbündeten Afghanen zu helfen, dauerten an. Man sei derzeit aber nicht in der Lage, weitere Einzelheiten zu nennen.

Die militärische Evakuierungsmission in Kabul war Ende vergangenen Monats mit dem Abzug der letzten US-Soldaten aus Afghanistan beendet worden. Seitdem bemühen sich westliche Länder wie Deutschland, ihren Staatsangehörigen und ihren früheren afghanischen Ortskräften die Ausreise zu ermöglichen.

Ausreise auch außerhalb von Kabul denkbar

US-Außenminister Antony Blinken hatte die Taliban am Mittwoch bei einem Besuch auf der US-Luftwaffenbasis Ramstein in Rheinland-Pfalz aufgefordert, ihre Zusage einzuhalten, Afghanen mit entsprechenden Reisedokumenten ausreisen zu lassen. Er hatte auf Charterflugzeuge in Masar-i-Scharif im Norden des Landes verwiesen, mit denen schutzsuchende Afghanen ausgeflogen werden sollten, die von den Taliban aber aufgehalten würden.

In Deutschland haben am Donnerstag mehr als 20 Menschenrechtsorganisationen die Bundesregierung aufgefordert, gefährdete Menschen aus Afghanistan auch in den kommenden Wochen in Sicherheit zu bringen. Die Evakuierungen müssten fortgesetzt und afghanische Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen werden, zum Beispiel durch zivile Flüge aus Afghanistan oder einem Nachbarstaat, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung vom Donnerstag. Zu den Unterzeichnern gehören Amnesty International und Pro Asyl.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP
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