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Trump soll russische Mafia-Milliarden gewaschen haben

  • Jonas Mueller-Töwe
Von Jonas Mueller-Töwe

Aktualisiert am 18.08.2018Lesedauer: 3 Min.
Donald Trump und seine Milliarden: Ein US-Journalist will Belege fĂŒr Trumps Verbindungen zur russischen Mafia gefunden haben.
Donald Trump und seine Milliarden: Ein US-Journalist will Belege fĂŒr Trumps Verbindungen zur russischen Mafia gefunden haben. (Quelle: Spencer Platt/getty-images-bilder)
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Ein US-Journalist hat 59 russische GeschĂ€ftspartner des US-PrĂ€sidenten identifiziert. FĂŒr sie wasche Trump seit ĂŒber 30 Jahren Geld. Der PrĂ€sident streitet Kontakte nach Russland ab.

Die VorwĂŒrfe sind enorm: Der renommierte US-Bestseller-Autor Craig Unger behauptet in einem neu erschienenen Buch, dass der US-PrĂ€sident seit mehr als 30 Jahren Geld fĂŒr kriminelle Organisationen in Russland wĂ€scht. Die eng mit dem Kreml verbundene russische Mafia habe ihn vor der Pleite bewahrt. Durch die Deals im BaugeschĂ€ft habe ihn der russische Geheimdienst in der Hand.

Insgesamt 1.300 Immobilien-Transaktionen

"Ich habe festgestellt, dass Donald Trumps Immobilien schon 1984 dafĂŒr genutzt wurden, Geld fĂŒr die russische Mafia zu waschen", sagte Unger nun dem US-Sender MSNBC. Schon damals habe sich ein Mann, der mit der russischen Mafia verbunden sei, mit Trump in seinem Tower getroffen, um eine Eigentumswohnung zu bezahlen – mit sechs Millionen US-Dollar in bar. Das Geld sei danach in eine anonyme Briefkasten-Firma geflossen. Der Vorgang habe sich ĂŒber die Jahre mindestens 1.300 Mal Ă€hnlich wiederholt.

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"Das war das Schema, durch das Trump wieder reich wurde", sagte Unger im Interview. Trump habe vier Milliarden Dollar Schulden gehabt, doch kriminelles Geld habe ihn vor der Pleite bewahrt. "Die russische Mafia kam ihm zur Hilfe und baute ihn wieder auf."

Unger: Russische Kriminelle leben im Trump Tower

Der US-PrĂ€sident selbst hatte GeschĂ€ftsverbindungen nach Russland stets geleugnet. Unger jedoch benennt zahlreiche GeschĂ€ftskontakte. "Ich habe 59 Verbindungen zwischen Trump und Russland gefunden. Er sagte null. Ich sage 59", sagt der Journalist im Interview mit dem US-Magazin "Newsweek". Es handele sich dabei nicht um "willkĂŒrliche oder zufĂ€llige" Kontakte. Einige der GeschĂ€ftspartner davon seien noch heute im Trump Tower wohnhaft.

Gerichtszeichnung von Paul Manafort: Der ehemalige Kampagnen-Manager von Trump könnte eine zentrale Figur im GeschÀftsgeflecht mit den Kriminellen und dem russischen Staat sein.
Gerichtszeichnung von Paul Manafort: Der ehemalige Kampagnen-Manager von Trump könnte eine zentrale Figur im GeschÀftsgeflecht mit den Kriminellen und dem russischen Staat sein. (Quelle: Bill Hennessy/Reuters-bilder)

Mit den Kontakten zu den Kriminellen sei Trump in die HĂ€nde des russischen Geheimdienstes geraten, schlussfolgert Unger weiter. "Nach dem Niedergang der Sowjetunion entschied der KGB, Multimilliarden-Dollar-Unternehmen zu schaffen, um zu ĂŒberleben", sagt er gegenĂŒber "Newsweek". Die russische Mafia sei "ein staatlicher Akteur" mit direkten Kontakten zum Geheimdienst. In dem GeschĂ€ftsgeflecht zwischen dem US-PrĂ€sidenten, der russischen Mafia und dem KGB spiele Trumps ehemaliger Kampagnen-Manager Paul Manafort eine zentrale Rolle, dem derzeit der Prozess in den USA gemacht wird.

Einer der meistgesuchten MĂ€nner der Welt

"Manafort wurde angeheuert, um Putins Kandidaten in der Ukraine zu unterstĂŒtzen. Bezahlt wurde er mit Geld, dass er waschen sollte", sagt Unger. Er habe die dafĂŒr genutzte Briefkasten-Firma direkt zum mutmaßlichen russischen Mafia-Paten Semion Mogilewitsch zurĂŒckverfolgt, der lange Zeit auf der "Top 10"-Liste der meistgesuchten MĂ€nner des FBI stand.

Semjon Mogilewitsch wÀhrend einer kurzen Untersuchungshaft in Moskau: Seit Jahrzehnten gilt er als einer der gefÀhrlichsten mÀchtigsten Verbrechensbosse weltweit.
Semjon Mogilewitsch wÀhrend einer kurzen Untersuchungshaft in Moskau: Seit Jahrzehnten gilt er als einer der gefÀhrlichsten mÀchtigsten Verbrechensbosse weltweit. (Quelle: Grigory Dukor/Reuters-bilder)

Der berĂŒchtigte Ukrainer steht seit Jahrzehnten im Fadenkreuz internationaler Ermittler. Das FBI hielt ihn fĂŒr den "gefĂ€hrlichsten Kriminellen der Welt". In Moskau hingegen lebt er weitgehend unbehelligt. Der in London ermordete Alexander Litwinenko hatte kurz vor seinem Tod behauptet, Mogilewitsch und Russland PrĂ€sident Wladimir Putin hĂ€tten seit Beginn der Neunziger Jahre eine "gute Beziehung".

Zusammengenommen handele es sich bei Trumps PrĂ€sidentschaft um die "grĂ¶ĂŸte Geheimdienst-Operation unserer Zeit", denn es gehe nicht nur um GeldwĂ€sche, sagt Unger. "Da ist ein russischer Agent im Weißen Haus. Er ist ein Agent. Aber es ist schwer, das zu beweisen." In seinem neuen Buch "House of Trump, House of Putin", das gerade in den USA erschienen ist, unternimmt er den Versuch.

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