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Jetzt greift Angela Merkel in den Wahlkampf ein – Termin geplant


Union im Umfragetief
Jetzt greift Merkel in den Wahlkampf ein

Von dpa, pdi

Aktualisiert am 13.08.2021Lesedauer: 3 Min.
Angela Merkel: Die Kanzlerin tritt im Bundestagswahlkampf gemeinsam mit Armin Laschet auf.Vergrößern des BildesAngela Merkel: Die Kanzlerin tritt im Bundestagswahlkampf gemeinsam mit Armin Laschet auf. (Quelle: dpa-bilder)
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Der Druck auf Armin Laschet wächst: Sowohl die Union als auch ihr Kanzlerkandidat kämpfen im Wahlkampf mit schlechten Umfragewerten. Unterstützung kommt nun von Kanzlerin Angela Merkel.

Im Wahlkampf der Union soll nun auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aktiv werden. Geplant sei ein Termin am 21. August im Berliner Tempodrom, teilte ein CDU-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag mit. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet. Offen blieb zunächst, ob die scheidende Kanzlerin dabei gemeinsam mit CDU-Chef und Unionskanzlerkandidat Armin Laschet auftreten wird.

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Sowohl die Union als auch Laschet verloren in den Umfragen zuletzt deutlich an Zustimmung. Nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands Mitte Juli hatte Laschet mit mehreren als unglücklich empfundenen Auftritten für Schlagzeilen gesorgt.

CDU-Politiker fordern mehr Schwung im Wahlkampf

Angesichts der schwachen Umfragewerte fordern führende CDU-Politiker mehr Schwung im Wahlkampf der eigenen Partei. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sagte dem "Handelsblatt" zum bisherigen Wahlkampf: "Das überzeugt niemanden." Es brauche nun eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung. "Wir müssen die Themen in den Mittelpunkt rücken, die für die Menschen wichtig sind." Laschet lehnte eine Änderung seiner Wahlkampfstrategie aber ab.

Günther sagte, der Anspruch von CDU/CSU müsse es sein, bei "mindestens 30 Prozent" zu liegen - und "wir werden unseren eigenen Ansprüchen derzeit nicht gerecht". Auch der Ost-Beauftragte der Bundesregierung und CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz zeigte sich unzufrieden. "Als Union haben wir es bisher nicht geschafft, den Bürgern deutlich zu machen, dass wir mit Armin Laschet das beste Personalangebot und das beste inhaltliche Angebot haben", sagte er der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf. "Da müssen wir nachlegen."

Laschet hält an seiner Strategie fest

Laschet lehnte eine Änderung seiner Wahlkampfstrategie aber ab. "Wir werben für uns und unsere Ideen", sagte er bei einem Besuch im sächsischen Torgau. "Bei dieser Strategie bleibe ich." Einen schärferen Ton wolle er im Wahlkampf nicht pflegen – es gehe ihm um das "Werben für den eigenen Kurs", das aber in "menschlicher Form" erfolgen müsse. Persönliche Diffamierungen lehne er ab.

Trotz sinkender Umfragewerte sei für die Union gut sechs Wochen vor der Wahl nichts verloren, sagte Wanderwitz. "Mein Gefühl ist, viele Wähler wissen noch gar nicht so wirklich, wem sie das Land nach Angela Merkel anvertrauen wollen. Da muss die CDU herausarbeiten, dass Rot-Rot-Grün oder eine Ampel unser Land in eine linke Sackgasse führen würden."

Die Umfragewerte für die Union und insbesondere für den Kanzlerkandidaten Laschet waren in den vergangenen Wochen gesunken. Eine aktuelle Forsa-Umfrage sieht die CDU/CSU bei 23 Prozent - und damit nur noch knapp vor den Grünen (20 Prozent) und der SPD (19 Prozent). Laschet kam in der Umfrage nur noch auf zwölf Prozent Zustimmung.

"Es muss aufwärts gehen"

Ministerpräsident Günther warnte seine Partei aber vor einer Debatte über den Kandidaten. "Die Frage, wer für uns als Spitzenkandidat in den Wahlkampf zieht, haben wir als Union beantwortet", betonte Günther. "Wir sind klug beraten, jetzt alle an einem Strang zu ziehen." Den Appell zur Geschlossenheit bezog er ausdrücklich auch auf die CSU. "Denn ein gemeinsamer Erfolg, den wir mit Geschlossenheit erreichen, ist auch ein Erfolg für die CSU", sagte Günther.

Als Grund für die bisherigen Schwierigkeiten der Union im Wahlkampf nannte der CDU-Politiker die Hochwasserkatastrophe, welche Laschets Aufmerksamkeit erfordert und ihn am Wahlkampf gehindert habe. "Dadurch darf man in den Umfragen einen gewissen Hänger haben", so Günther. "Aber Hänger heißt auch, dass es wieder aufwärts gehen muss."

Laschet setzte am Donnerstag seine Wahlkampfreise durch Deutschland fort. In Dresden besuchte er den Standort des Chip-Herstellers Global Foundries. Er sprach sich für eine Stärkung der Produktion in Deutschland aus - die "industrielle Substanz Deutschlands" werde gefährdet, "wenn wir nicht selbst autark werden". Dresden solle als Halbleiter-Standort gestärkt werden.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und afp
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