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Gr├╝nen-Politiker ├ľzdemir: "Zug um Zug weniger Flug"

Eine TV-Kritik von Christian Bartels.

Aktualisiert am 11.06.2021Lesedauer: 4 Min.
Cem ├ľzdemir: In der j├╝ngsten Lanz-Sendung ├Ąu├čerte sich der Gr├╝nen-Politiker zum Thema Wahlkampf.
Cem ├ľzdemir: In der j├╝ngsten Lanz-Sendung ├Ąu├čerte sich der Gr├╝nen-Politiker zum Thema Wahlkampf. (Quelle: imago images)
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Der Gr├╝ne zoffte sich mit Linkspolitikerin Amira Mohamed Ali um Verkehrs- und Au├čenpolitik. Die Gr├╝nen und die Linke ÔÇô k├Ânnte das in einer Bundesregierung matchen?

Unmittelbar im Anschluss an Kollegin Illner, die mit Gast Karl Lauterbach und ├ťberl├Ąnge gro├če R├Ąder zum Thema Corona gedreht hatte, setzte Markus Lanz am Donnerstagabend ganz auf Wahlkampf. Er hatte den Gr├╝nen Cem ├ľzdemir und Amira Mohamed Ali, die Bundestags-Fraktionsvorsitzende der Linken, zu Gast und versuchte, sie gegeneinander auszuspielen. Besonders bei au├čenpolitischen Themen gelang das. "Das matcht nicht", befand die Journalistin Anja Maier. Was Mohamed Ali prompt veranlasste, dann doch Gemeinsamkeiten zu suchen.

Zur kuriosesten Politik-Meldung des Tages ÔÇô dass einige Parteifreunde die wohl prominenteste Linke, Sahra Wagenknecht, aus der Partei ausschlie├čen wollen ÔÇô ├Ąu├čerte Mohamed Ali sich knapp und klar: Das sei "absurd", daf├╝r habe sie kein Verst├Ąndnis.

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Die G├Ąste:

  • Cem ├ľzdemir, Politiker (Die Gr├╝nen)
  • Amira Mohamed Ali, Politikerin (Die Linke)
  • Anja Maier, Journalistin ("Weser-Kurier", Ex-"taz")
  • Michel Friedman, Publizist und Talkshow-Moderator

Zun├Ąchst kn├Âpfte Lanz sich die Gr├╝nen vor. ├ľzdemir sollte die Fehler der Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock erkl├Ąren. Er geriet schnell in die Defensive, indem er die viele Parteiarbeit vor dem "Hammerparteitag" am Wochenende, mit dem der Wahlkampf losgehen soll, und die Verh├Ąltnism├Ą├čigkeit der Vorw├╝rfe im Vergleich etwa mit Bereicherung durch Maskendeals betonte. Baerbock bewirbt sich um "das h├Âchste Amt" im Land, da seien korrekte Angaben "eine Frage der Professionalit├Ąt", warf Maier ein, und Bundestagsabgeordnete haben einen "ziemlich gut ausgestatteten Apparat", um solche Aufgaben zu erledigen. Friedman erkl├Ąrte gr├╝ne Chancen aufs Kanzleramt bereits f├╝r erledigt: "Vielleicht werden sie noch Vizekanzlerin schaffen" ÔÇô was ein gutes Vierteljahr vor der Wahl verfr├╝ht sein k├Ânnte. In dieser z├Ąhen Diskussion, in der ├╝berwiegend bereits bekannte Argumente ausgetauscht wurden, hielt Mohamed Ali sich zur├╝ck.

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Um sie ging es bald darauf. Auf Twitter hatte sie Baerbock ihrer Benzinpreis-Pl├Ąne wegen "unertr├Ągliche Arroganz" vorgeworfen. Auf dem Weg zu ihrem B├╝ro in Oldenburg sehe sie jeden Tag, wie Menschen bei der Tafel f├╝r Lebensmittel anstehen, erl├Ąuterte die Linke ihre Kritik. Die Gr├╝nen-Verteidigung ├╝bernahm, weil ├ľzdemir mit Mohamed Alis Sprechtempo noch Probleme hatte, erst mal Maier. Kennt die Linke die genauen Pl├Ąne der Gr├╝nen ├╝berhaupt? Zumindest Mohamed Alis Argument, dass nachtr├Ągliche Ausgleichszahlungen f├╝r sozial schw├Ąchere Menschen, die ihr Auto brauchen, ungerecht seien, trifft eher nicht. Die Gr├╝nen wollen solche Ausgleichszahlungen im Voraus erstatten. "Regelungen ├╝ber die Verbrauchspreise sind immer sozial ungerecht" kriegte Mohamed Ali mehr oder weniger die Kurve.

├ľzdemir als kompromissbereiter Pragmatiker

├ľzdemir betonte seine eigene Empathie f├╝r sozial Schwache ("Ich komme aus einer Arbeiterfamilie") und dass auch Umweltschutz mit sozialer Gerechtigkeit zu tun habe. Wichtig sei ├╝berdies, dass Ank├╝ndigungen bezahlbar sind. "Die Zeiten, in denen wir mit dem F├╝llhorn Geld ausgeben k├Ânnen, sind vorbei", sagte er, womit er sowohl die milliardenteuren Corona-Ma├čnahmen meinte als auch sein Image als sparsamer Schwabe pflegte.

Gekl├Ąrt wurden die Benzin-Pl├Ąne im Detail nicht, da Lanz nach anderen Aspekten der Verkehrspolitik und nun wieder ├ľzdemir befragte. Der staunte, dass seine Parteifreunde inzwischen statt "Tempolimit" lieber das positiver klingendere, jedoch dasselbe meinende Wort "Sicherheitstempo" verwenden wollen.

Und wollen die Gr├╝nen nun eigentlich inl├Ąndische Kurzstreckenfl├╝ge verbieten? Auf diese Frage reimte ├ľzdemir, der sich inzwischen gefangen hatte: "Zug um Zug weniger Flug". Also kein Verbot, sondern niedrigere Bahn- und h├Âhere Flug-Preise. Au├čerdem erfuhren Lanz und sein Publikum, das die Show am Dienstag gesehen hatte, in der die Journalistin Cerstin Gammelin davon gesprochen hatte, warum in Sachsen-Anhalt viermal so viele Windr├Ąder wie im gr├Â├čeren Baden-W├╝rttemberg stehen: weil in Sachsen-Anhalt die CDU schon immer f├╝r Windenergie, in Baden-W├╝rttemberg dagegen lange Zeit "wie der Teufel" dagegen gewesen sei. ├ľzdemir pr├Ąsentierte sich nun als kompromissbereiter Pragmatiker f├╝r eine k├╝nftige Bundesregierung.

K├Ânnten da auch Gr├╝ne und Linke koalieren?

Diese Frage entpuppte sich als zentrales Thema. Lanz lie├č einen Tweet des linken Spitzenkandidaten Bartsch einblenden, der den Ukraine-Besuch des Gr├╝nen Robert Habeck kritisiert hatte ("Sich als deutscher Parteichef mit Stahlhelm in der N├Ąhe der russischen Grenze ablichten zu lassen, ist angesichts unserer Geschichte unangemessen"). Der Tweet sei "unterirdisch", konterte ├ľzdemir: "Es ist nicht ├╝berall da, wo russische Soldaten sind, Russland", zum Beispiel in der Ostukraine.

Um die Russland-Freundlichkeit der Linken und um Auslandseins├Ątze deutscher Soldaten, die sie kategorisch ablehnt, ging es hoch her. Mohamed Ali lie├č sich Aussagen wie die, dass Wladimir Putin "schwere Menschenrechtsverletzungen" begeht, entringen. ├ľzdemir ÔÇô der manchmal ja als potenzieller Au├čenminister genannt wird ÔÇô war in seinem Element. Warum stimmte die Linke im Bundestag gar gegen den UN-Einsatz von 50 Bundeswehr-Soldaten im humanit├Ąren Krisen-Gebiet S├╝dsudan? Weil Deutschland sich an solchen Missionen zwar finanziell beteiligen sollte, praktische Eins├Ątze aber von neutralen Staaten unternommen werden sollten, so Mohamed Ali. ├ľsterreich zum Beispiel, das nicht Nato-Mitglied ist, k├Ânnte das ja tun. Mit diesem wunderlichen Vorschlag hat sie Gegnern ihrer Partei gute Argumente gegeben (und man konnte sich wundern, warum sie Bundeswehr-Eins├Ątze in Afghanistan oder in Mali, ├╝ber die sich gut streiten lie├če, nicht ansprach).

Eine rot-rot-gr├╝ne Koalition w├╝rde, auch wenn sie rechnerisch m├Âglich sein sollte, inhaltlich wohl kaum funktionieren, meinte Anja Maier ÔÇô worauf Mohamed Ali betonte, "dass wir sehr viele Gemeinsamkeiten haben", blo├č in der Au├čenpolitik nicht. Und tats├Ąchlich konnten sie und ├ľzedmir gewisse Gemeinsamkeit demonstrieren, als Lanz das Thema wechselte und rasch noch das neue "kleine feine B├╝chlein" seines Gastes und Kollegen Friedman empfahl. "Streiten? Unbedingt!" hei├čt es.

Friedman hielt tats├Ąchlich ein kleines, feines Pl├Ądoyer f├╝r Streitkultur, die Neugier enth├Ąlt, und gegen "Verrohung", wie sie im Internet droht. Ein gar nicht kleines Lob wiederum f├╝r Lanz integrierte Friedman auch: "Sendungen wie Sie sie machen, sind unersetzbar. Wir haben nicht zuviele davon, wir haben zuwenige" ÔÇô wobei er seine eigene Talkshow im Fernsehsender Welt mitgemeint haben d├╝rfte.

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Von Annika Leister
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