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Supermärkte in Deutschland müssen Kartoffeln teuer verkaufen – der Grund


Das sind die Ursachen
Kartoffeln werden knapp – und teuer

Von t-online, cc

Aktualisiert am 06.06.2024Lesedauer: 2 Min.
Allgemein ist das Angebot an Frühkartoffeln in diesem Jahr eher knapp.Vergrößern des BildesAllgemein ist das Angebot an Frühkartoffeln in diesem Jahr eher knapp. (Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa)
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Kartoffeln werden teurer? Dies ist nicht nur eine gefühlte Wahrheit, auf die Verbraucher derzeit im Supermarkt stoßen. Und das hat gleich mehrere Gründe.

Nanu, was ist denn da los? Wer im Supermarkt die begehrten Frühkartoffeln erstehen will, wird sich derzeit verwundert die Augen reiben. Denn für der Deutschen liebstes Gemüse muss man derzeit tiefer in die Tasche greifen. In den vergangenen beiden Woche habe der Durchschnittspreis für ein Kilo vorwiegend festkochende Kartoffeln bei etwa 1,63 Euro gelegen, sagte der Marktexperte bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn, Christoph Hambloch.

Schon im April waren Kartoffeln im Schnitt 13,1 Prozent teurer als im Vormonat, wie das Branchenmagazin "agrarheute.com" berichtet.

Die steigenden Preise fanden im Mai ihre Fortsetzung. Grund ist eine Preisrallye an den Kartoffelbörsen. An der Leipziger Börse (EEX) legten die Indizes für Verarbeitungskartoffeln seit Mai um 32 Prozent zu. Experten erwarten eine Fortsetzung dieses Aufwärtstrends. Schon im Frühjahr prophezeite das Fachmagazin "topagrar.com", dass das Angebot auf dem europäischen Kartoffelmarkt absehbar knapp bleiben dürfte.

Handel greift verstärkt auf Importware zurück

Eine der Ursachen dafür sind die bislang geringen Ernten, die wiederum durch viel Regen und damit einhergehender Nässe auf den Feldern ausgelöst wurden. Vor allem im Rheinland, in Belgien und den Niederlanden sorgte die feuchte Witterung in dieser Saison für Verzögerungen bei der Aussaat neuer Kartoffelpflanzungen.

Der viele Regen im Frühjahr habe dazu geführt, dass die Knollengewächse noch nicht genug Stärke eingelagert haben, wodurch sich die Ernte um einige Tage verzögert habe, so Branchenexperte Hambloch.

Hinzu kommt eine hohe Nachfrage von Verbraucherseite und die Tatsache, dass am Markt kaum noch Restmengen vorhanden sind. Lebensmittelhändler greifen daher verstärkt auf Importware aus dem Ausland zurück, vorzugsweise aus Spanien, so "agrarheute.com" unter Bezug auf die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Doch auch diese Importe können laut Marktanalyst Hambloch die Versorgung nur mit Ach und Krach sichern.

Problemfall Pflanzkartoffeln

Länder wie Israel, Ägypten und Spanien hätten in diesem Jahr weniger Frühkartoffeln geliefert. In Spanien habe im Januar und Februar noch Dürre geherrscht, sodass es von Anfang an nicht so viele Frühkartoffeln gegeben habe wie erwartet. Auch das habe das Angebot verringert.

Und ein weiterer Faktor komme noch hinzu, so der Experte. So hätten viele Bauern das Geschäft mit den Pflanzkartoffeln aufgegeben, weil es einfach zu risikoreich geworden sei. Einem hohen Aufwand bei der Pflanzung stünden relativ geringe Erträge entgegen. Das sei für viele Bauern einfach nicht mehr rentabel. Zudem hätten Verbote von Pflanzenschutzmitteln wie Herbiziden und Insektiziden dazu geführt, dass Krankheiten und Schädlinge sich leichter verbreiten und Ernten vernichten könnten.

Und dann sind da ja auch noch die Wetterkapriolen. Viele Gebiete in Süddeutschland waren in den vergangenen Tagen von Starkregen betroffen und teilweise überflutet worden. Ob die aktuelle Hochwasserlage in Bayern und Baden-Württemberg Auswirkungen auf die Kartoffelernte haben werde, sei derzeit noch nicht abzusehen, sagte Hambloch.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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