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Kartoffel-Preise steigen: Experte spricht von "prekärer Lage"


"Lage ist prekär"
Warum die Kartoffeln immer teurer werden

Von t-online, jse

Aktualisiert am 30.05.2024Lesedauer: 2 Min.
Kartoffelernte im Libanon: Deutschland bezieht einen großen Teil seiner Kartoffeln aus dem Nahen Osten.Vergrößern des BildesKartoffelernte im Libanon: Deutschland bezieht einen großen Teil seiner Kartoffeln aus dem Nahen Osten. (Quelle: IMAGO/Khaled Habashiti/imago)
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Kartoffeln kommen in Deutschland gerne auf den Tisch. Aktuell werden die Knollen immer teurer. Woran liegt das?

Der Kartoffelpreis steigt und steigt. Das zeigt der t-online-Warenkorb: Der Preis steigt im Vergleich zum Vormonat um 5,3 Prozent. Bereits im Vormonat war der Preis für Kartoffeln gestiegen.

Doch woran liegt das? Eine Erklärung liefert Christoph Hambloch, Marktanalyst für Kartoffeln bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). Er sieht die hohen Preise in der Versorgungslage begründet. Die sei bei Speisekartoffeln "erneut prekär".

Weniger Importe aus Andalusien und Nahost

Frische Kartoffeln aus deutschem Anbau gibt es noch nicht, der Anbau beginnt erst später im Jahr. Aktuell wird die Kartoffelversorgung in Deutschland mit geringen Restbeständen aus den Lagern sowie Importen gedeckt.

Importländer sind hier vor allem Israel, Ägypten, Spanien und Zypern. "In den Herkunftsländern für Speisefrühkartoffeln hat man sich aus verschiedenen Gründen nicht auf den derzeit hohen Bedarf eingestellt oder einstellen können", erklärt Hambloch.

Das betrifft die vom Krieg gebeutelten Regionen im Nahen Osten, aber auch die in Südeuropa: "In Andalusien, woher gerade jetzt viele Frühkartoffeln herkommen sollten, wurde der Anbau sogar deutlich zurückgefahren." Seit Jahren verliert Spanien Anbauflächen, in diesem Jahr kamen rund um die Ostertage noch heftige Regenfälle und Schädlingsbefall hinzu. Auch in den vergangenen Jahren hatten die spanischen Kartoffelbauern mit widrigen Witterungsbedingungen zu kämpfen.

"Die Preise sind hoch"

Nach Angaben des AMI ist die Ernte in Andalusien zwischen 2017 und 2024 von 283.000 Tonnen auf 124.000 Tonnen zurückgegangen. Daher sind die Kosten für Kartoffeln aus Spanien höher als sonst – gerade jetzt, da die iberische Ernte eigentlich einen Großteil des deutschen Bedarfs hätte decken sollen. "Die Preise sind hoch und übertreffen noch die aus dem vergangenen Jahr", so der Experte.

Wegen der teuren und verhältnismäßig raren Importmöglichkeiten will der Handel laut Hambloch die in Deutschland wachsenden Kartoffeln "früh abrufen" – also sie möglichst schnell in den Verkauf zu bringen.

Ob und vor allem wann das gelingen kann, ist nach Meinung des Experten allerdings noch offen: Die Kartoffeln müssten zunächst "schalenfest" werden, also eine stabile Schale entwickeln. Das hänge auch vom Wetter ab. Wann die Kartoffelpreise wieder sinken, ist laut eines AMI-Sprechers noch völlig unklar: "Das ist die Millionen-Dollar-Frage."

Verwendete Quellen
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