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Ifo: "Der Gipfel der Inflation ist erreicht"

Von dpa, Reuters
15.03.2023Lesedauer: 2 Min.
Container Hafen Hamburg: Deutschland ist auf dem Weg der Erholung.
Container im Hafen Hamburg: Deutschland ist auf dem Weg der Erholung. (Quelle: IMAGO/imago-images-bilder)
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2022 war das Jahr der steigenden Preise. Aber was erwartet Deutschland in den kommenden Monaten?

Das Ifo-Institut rechnet trotz eines robusten Jahresauftakts der deutschen Wirtschaft mit Zuwächsen bei Industrieaufträgen, Produktion und Exporten nicht mit einem Wachstum für 2023. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 0,1 Prozent sinken, wie die Münchner Forscher am Mittwoch mitteilten und damit ihre Dezember-Prognose bekräftigten.

Die Bundesregierung ist etwas optimistischer und geht von einem Wachstum von 0,2 Prozent aus. Für das kommende Jahr sagt das Ifo-Institut weiterhin ein Wachstum von 1,7 Prozent voraus. Und auch die Inflationsrate wird sich dann den Erwartungen der Münchner Wirtschaftsforscher zufolge mit 2,2 Prozent wieder "normalisieren". Verbessert haben sich auch die Erwartungen zum Haushaltsloch.

Im Jahresverlauf kommt der Prognose zufolge die Wende: "Nach einem weiteren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent im ersten Quartal wird sich die Konjunktur im weiteren Verlauf wieder erholen", sagte Ifo-Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser. "Spätestens ab Jahresmitte werden steigende Reallöhne die Binnenkonjunktur stützen."

Haushaltsloch schrumpft

Dazu sollen neben spürbaren Tariflohnanstiegen auch allmählich sinkende Inflationsraten beitragen. "Der Gipfel der Inflation ist erreicht", sagte Wollmershäuser. Im Durchschnitt des Jahres 2023 erwartet er noch einen Wert von 6,2 Prozent. Das ist minimal weniger als bei der Dezember-Prognose.

Die konjunkturelle Schwäche dürfte die Erholung auf dem Arbeitsmarkt in diesem Jahr etwas verlangsamen. Der Anstieg der Arbeitslosen um knapp 50.000 Personen gehe dabei vor allem auf ukrainische Staatsbürger zurück, die allmählich in den Arbeitsmarkt integriert würden. Bereits im kommenden Jahr dürfte die Arbeitslosenquote daher wieder auf 5,1 Prozent sinken, nach 5,4 Prozent in diesem und 5,3 Prozent im vergangenen Jahr.

Optimismus beim Staatshaushalt

Optimistischer als vor drei Monaten sieht das Ifo den Staatshaushalt. Dieser werde vorerst rote Zahlen schreiben. Das Defizit soll in diesem und im kommenden Jahr bei 1,3 bzw. 0,3 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen. Damit fiele das staatliche Finanzierungsdefizit deutlich geringer aus als noch im Dezember erwartet.

Im Dezember lag die Prognose der Münchner noch bei 2,6 und 1,2 Prozent. "Insbesondere wurden die Ausgaben, die für die staatlichen Energiepreisbremsen veranschlagt wurden, um insgesamt gut 35 Milliarden Euro herabgesetzt, weil aus heutiger Sicht die Beschaffungspreise für Strom und Gas im Prognosezeitraum niedriger sind als erwartet", heißt es dazu.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und Reuters
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