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Ford-Werk in Saarlouis: Investor gefunden – Hoffnung für Angestellte?


Möglicherweise 2.500 Jobs gerettet
Aufatmen im Saarland? Investor für Ford-Werk gefunden

Von dpa
Aktualisiert am 01.07.2023Lesedauer: 3 Min.
FordVergrößern des BildesDas Logo von Ford auf dem Parkplatz des Werks Saarlouis: Für das Werk wurde ein Investor gefunden. (Quelle: Oliver Dietze/dpa/dpa-bilder)
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Weil der US-Autokonzern Ford unter Druck steht, wird das Werk in Saarlouis aufgegeben. Nun gibt es für die Angestellten aber Grund zur Hoffnung.

Zukunftsperspektive für Tausende Arbeitsplätze: Für das Ford-Werk in Saarlouis, das 2025 seine Produktion einstellt, ist ein Investor gefunden worden. Es seien erste Vereinbarungen unterschrieben worden, teilte der Autobauer am Freitag mit. "Dies ist eine hervorragende Grundlage für weitere Verhandlungen mit dem Potenzial, rund 2.500 Arbeitsplätze in Saarlouis zu schaffen", sagte Ford-Deutschlandchef Martin Sander. Der Name des Investors wurde nicht genannt.

Im Moment hat das Werk rund 4.400 Ford-Beschäftigte. Hinzu kommen rund 1.300 Mitarbeiter in benachbarten Zuliefererbetrieben. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung informiert. Sander untermauerte das Ziel, "das Werk in Saarlouis umzugestalten und künftige Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen". Diesem Ziel sei man einen großen Schritt nähergekommen.

Die Ministerpräsidentin des Saarlands, Anke Rehlinger von der SPD, sprach von einem Meilenstein auf dem Weg zu einem Zukunftspakt für den Standort Saarlouis. "Ford und Landesregierung sind mit einem industriellen Großinvestor dem Grunde nach einig, auch wenn noch viele Details verhandelt werden müssen. Es wird nicht mehr über das Ob geredet, sondern ab jetzt über das Wie", sagte sie nach Teilnehmerangaben in der Betriebsversammlung.

Wirtschaftsminister zeigt sich erleichtet

Das Land habe "ein auch finanziell werthaltiges Paket auf den Tisch gelegt, um diese Ansiedlung für Arbeitsplätze am Standort Saarlouis hinzubekommen", betonte Rehlinger. Sie bat um Verständnis, den Namen des Investors nicht nennen zu können: "Wenn ich den Namen hier nenne, kann es sein, dass die Vereinbarung platzt", erklärte sie.

Die Verhandlungen hatten sich monatelang hingezogen. Auch Saarlands Wirtschaftsminister Jürgen Barke zeigte sich nun erleichtert. Man habe einen "Meilenstein auf dem Weg zur Zukunftssicherung des Ford-Standortes" erreicht, teilte der SPD-Politiker mit.

Dem Minister zufolge geht es nun um Detailfragen zur Ausgestaltung und nicht mehr um die grundsätzliche Frage, ob überhaupt Interesse besteht. Man habe intensive Verhandlungen hinter sich. Weitere stünden bevor. "Wir werden uns mit allem, was wir haben, reinhängen", erklärte Barke. Denn es bestehe vom Land und auch von Investorenseite die große Bereitschaft, das gemeinsame Projekt über die Ziellinie zu bekommen – dies auch aufgrund der Verantwortung gegenüber den Beschäftigten.

Ford steht unter Druck

Arbeitnehmervertreter äußerten sich ebenfalls positiv. "Wir sind noch nicht am Ziel, aber der Weg ist ein guter", sagte der Betriebsratsvorsitzende des Werks, Markus Thal. "Wir bleiben auch weiterhin auf der Spur, dass wir hier für Arbeitsplätze angetreten sind und eben nicht für die schnelle Abwicklung des Standortes, diesem Ziel sind wir heute ein gutes Stück nähergekommen."

Schon in den vergangenen Tagen hatte sich die eher trübe Stimmung von Arbeitnehmern etwas aufgehellt. Die IG Metall sagte eine eigentlich geplante Urabstimmung ab. Am Freitag betonte die Gewerkschaft aber, dass so ein Schritt "im Falle des Scheiterns des Prozesses auch weiterhin jederzeit durchgeführt werden" könnte.

Ford steht unter Druck. Der US-Autokonzern schwenkte relativ spät auf einen Elektrokurs ein. Während das Kölner Werk mit Milliardeninvestitionen umgebaut wird, um dort E-Autos zu fertigen, wird Saarlouis aufgegeben. Die Investorensuche wurde für Ford zu einer Hängepartie, die den Frust in der Belegschaft vergrößert hatte. Nun ist die Hängepartie vermutlich beendet – vorausgesetzt, die anstehenden Verhandlungen werden erfolgreich abgeschlossen.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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