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FCB gegen BVB: t-online.de zeigt eine Übersicht über die wirtschaftliche Entwicklung


Rekorde über Rekorde  

FCB gegen BVB - der Finanzvergleich

21.11.2013, 14:07 Uhr | Konstantin Steinhart, t-online.de

FCB gegen BVB: t-online.de zeigt eine Übersicht über die wirtschaftliche Entwicklung. Das Duell Bayern München gegen BVB elektrisiert erneut die Menschen (Quelle: dpa)

Das Duell Bayern München gegen BVB elektrisiert erneut die Menschen (Quelle: dpa)

Nicht nur in der Fußball-Bundesliga ist der FC Bayern München (FCB) Platzhirsch vor Borussia Dortmund 09 (BVB), sondern auch finanziell bleibt den Schwarz-Gelben nur die Verfolgerrolle. t-online.de zeigt die wirtschaftliche Entwicklung beider Klubs seit dem Champions-League-Finale im vergangenen Mai.

Das Duell der deutschen Giganten geht in die nächste Runde. Auch wenn der kommende Vergleich nur auf nationaler Ebene stattfindet, hat die Begegnung eine besondere Bedeutung - es könnte sportlich und psychologisch gesehen eine Vorentscheidung für die Meisterschaft sein.

"Wir sind die zweite Kraft im deutschen Fußball"

"Bayern München ist uns wirtschaftlich eine deutliche Kategorie voraus“, gibt BVB-Präsident Reinhard Rauball zu. Auch der Geschäftsführer der Borussen, Hans Joachim Watzke, erkennt die momentane Überlegenheit der Münchner an. "Wir sind die zweite Kraft im deutschen Fußball. Und das wollen wir auch bleiben", sagte er im Sommer bei der Präsentation der Geschäftszahlen. Dennoch, mit dieser Aussage hat er auch die starke Position seines Vereins verdeutlicht.

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Der Klub aus dem Ruhrpott wirtschaftet hervorragend. Das belegen die BVB-Rekordzahlen für das zum 30. Juni 2013 abgelaufene Geschäftsjahr 2012/2013 und für das vergangene Quartal des laufenden Jahres 2013/14.

BVB erlebt ein Rekordjahr 2012/2013

Trotz des verlorenen Champions-League-Finales konnte Borussia Dortmund einen Umsatz von 305 Millionen Euro verbuchen. Gegenüber dem Vorjahr stieg dieser damit um 43 Prozent oder 81,2 Millionen Euro (im Vorjahr: 215,2 Millionen Euro). Der Nettogewinn betrug 53,3 Millionen Euro und verbesserte sich um 19 Millionen Euro (34,3 Millionen Euro im Vorjahr) - 61,5 Millionen Euro war der Gewinn vor Steuern in der KGaA. Das war das beste Ergebnis in der Geschichte des BVB.

Angesichts dieser Zahlen sieht Reinhard Rauball seine Borussia auf dem besten Weg. "Ich führe den gesündesten und besten BVB, den es je gab", sagte der Präsident des Revierclubs in einem Interview mit dem "kicker". Auf die Frage, wo er den BVB 2016 sehe, antwortete der Jurist: "Ich wage zu behaupten: Unsere finanzielle Basis ist so gut, dass wir in dieser Zeit nicht den Ansatz irgendwelcher Probleme haben werden."

FC Bayern München spielt in einer anderen Liga

Nach dem sportlichen Superjahr mit dem historischen Triple konnte auch der Konzern FC Bayern München AG (konsolidiert FC Bayern München AG und Allianz Arena München Stadion GmbH) seinen Mitgliedern im November Top-Zahlen präsentieren. Mit 432,8 Millionen Euro gab es im Gesamtkonzern nach dem Vorjahresergebnis den nächsten Rekordumsatz, das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr (373,4 Millionen Euro) um 59,4 Millionen Euro. Dazu gab es mit 14 Millionen Euro den dritthöchsten Gewinn nach Steuern in der Vereinsgeschichte (Vorjahr 11,1 Millionen Euro).

Das Eigenkapital der FC Bayern München AG beläuft sich auf 286,8 Millionen Euro, was einer Steigerung von rund drei Prozent entspricht. Die Eigenkapitalquote beträgt deutlich über 70 Prozent und ist "wohl einmalig", berichtete der neue Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen. "Damit gehört unser Club zu den Großen des Weltfußballs", betonte er auf der Jahreshauptversammlung.

Und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge fügte an: "Ich glaube, es ist vielleicht die beeindruckendste, die schönste Zeit, die wir in der 113-jährigen Gesichte des FC Bayern erleben." Er bezeichnete den erwirtschafteten Umsatz als sagenhaft. "Das ist immer das, was wir wollten: bezahlbaren Erfolg haben. Der FC Bayern ist erfolgreich, wirtschaftlich gesund und unabhängig."

Und das trotz deutlich gestiegener Personalkosten: Nach 165,6 Millionen Euro vor einem Jahr erreichte dieser Posten für das Geschäftsjahr 2012/13 202,8 Millionen Euro.

BVB setzt Wachstumskurs fort - trotzdem weniger Gewinn

Mehrausgaben für die Mannschaft haben dagegen im ersten Quartal 2013/14 (1. Juli bis 30. September) den Gewinn des Fußball-Vizemeisters Borussia Dortmund geschmälert. Bereits im abgelaufenen Gesamtgeschäftsjahr stiegen die Personalkosten um 25 Millionen Euro auf 99,8 Millionen. Neben Spielergehältern und erfolgsbezogenen Prämien stieg die Anzahl der Mitarbeiter auf 580 (ohne Aushilfen). Der Lizenzkader kostete 76 Millionen Euro.

Operativ verdiente der aktuelle Bundesliga-Zweite im ersten Quartal der laufenden Saison mit 2,3 Millionen Euro noch etwa die Hälfte des Vorjahreswertes. Auch netto halbierte sich der Gewinn auf 1,4 Millionen Euro.

Dennoch setzte der aktiennotierte Verein den Wachstumskurs fort. Die Konzernumsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 15 Prozent auf 59,5 Millionen Euro. Die Einnahmen aus Werbung, Spielertransfers und Merchandising seien kräftig gestiegen, wie der Verein bekannt gab. Zudem ist der Konzern schuldenfrei.

Sponsoren und Merchandising steigen nach "Wembley"

Für die Zukunft deutet sich im Sponsoring die Verlängerung mit Haupt- und Trikotsponsor Evonik an - zu besseren Konditionen. Bis 2016 überweist der Konzern derzeit einen jährlichen Sockelbetrag von zwölf Millionen Euro und zusätzlich erfolgsabhängige Prämien. Der Essener Konzern hatte dem BVB unter anderem in den wirtschaftlich schlecht laufenden Jahren sehr geholfen. Ohne die Millionen wäre die Restrukturierung weniger gut verlaufen, gestand zuletzt Watzke im Gespräch mit dem "kicker".

Alle großen Sponsoring-Verträge des BVB besitzen eine lange Laufzeit – Signal Iduna als Stadion-Namensgeber gibt jährlich fünf Millionen Euro bis 2021, Ausrüster Puma bis 2020 jährlich 6,5 Millionen Euro und Opel zahlt bis 2018 drei Millionen Euro. Durch den Erfolg der letzten Jahre hat die Marketing Plattform einen höheren Stellenwert bekommen, sagte Marketing-Direktor Carsten Cramer dem "kicker".

Der FC Bayern hat durch Sponsoring und Vermarktung 102,4 Millionen Euro einnehmen können, beim Merchandising waren es 82,8 Millionen Euro. Bei keinem Verein in der Bundesliga sprudeln die Sponsorengelder so wie bei den Rotweißen. Giganten wie die Deutsche Telekom AG, Adidas und Audi überweisen riesige Summen an den Klub. Die Letzteren beiden besitzen zudem jeweils 9,1 Prozent der Anteile an der Bayern München AG.

Mit sportlichen Faktoren Geld schlagen

Auf die Frage wie der Verein gegen die wirtschaftliche Übermacht aus München ankämpfe - Bayern gibt mit jährlich 202,8 Millionen Euro mehr als doppelt so viel für Angestellte aus wie Dortmund - verwies Rauball darauf, dass man auch mit überragender läuferischer Leistung und einem hohen technischen wie taktischen Grundverständnis Geld durchaus auch mal schlagen könne.

Auch ein kolossales Wettrüsten mit dem Konkurrenten schließt er aus - wobei beide Vereine für diese Saison bereits ähnlich hohe Ausgaben hatten. Der FCB investierte 62 Millionen in neue Spieler, der BVB 50 Millionen Euro. Weil aber die Bayern weiterhin das größere Festgeldkonto (135,1 Millionen Euro) haben, setze der BVB auch in Zukunft auf eigene Talente, erklärt Rauball: "Fußball besteht nicht nur aus der Ansammlung teurer Spieler".

Zudem ist Dortmund mittlerweile in der Position, keine Spieler verkaufen zu müssen. So konnte man Leitungsträger Robert Lewandowski halten - auch wenn er im nächsten Jahr den Verein ablösefrei verlassen wird.

Nicht immer fallen Rekorde

Ob der BVB in dieser Saison an die sportlichen Erfolge der vergangenen beide Jahre heranreichen und damit auf einen erneuten Geldsegen hoffen kann, ist derzeit fraglich. Nach der Niederlage in der Champions League gegen Arsenal London müssen Trainer Jürgen Klopp und seine Spieler um den Einzug ins Achtelfinale bangen, der im vergangenen Jahr allein schon rund 17 Millionen Euro einspielte. Inklusive Finaleinzug bescherte die Königklasse den Dortmundern insgesamt mehr als 60 Millionen Euro. Für Hoffnung sorgt indes im Kampf um den DFB-Pokal der Einzug ins Achtelfinale, wo der BVB am 3. Dezember auf den Drittligisten 1. FC Saarbrücken trifft.

"Pumperlgesund hoch zwei"

Beim FC Bayern München macht man sich dagegen weniger Sorgen. Der Verein ist bereits für das Achtelfinale in der Champions League qualifiziert und in der Liga steht der Verein auf Platz 1. Die Aussichten sind rosig. Rummenigge stellte auf der Versammlung sogar in Aussicht, dass der FCB die Bestmarke im laufenden Geschäftsjahr noch verbessern könnte. "Letztes Jahr habe ich gesagt: Der FC Bayern ist pumperlgesund - ich weiß nicht, was die Steigerung zu pumperlgesund ist, deswegen sage ich: pumperlgesund hoch zwei."

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