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Börsen-News | Autoaktien: Darum fahren VW, Daimler und BMW allen davon


Börsentrend  

Darum fahren Autoaktien von VW, Daimler und BMW allen davon

07.06.2021, 16:44 Uhr
Börsen-News | Autoaktien: Darum fahren VW, Daimler und BMW allen davon. Ein BMW-Autohaus (Symbolbild): Autoaktien legen seit Wochen deutlich zu. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Ein BMW-Autohaus (Symbolbild): Autoaktien legen seit Wochen deutlich zu. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Deutsche Autoaktien fahren aus der Krise. Das hat mehrere Gründe. Menschen, die noch nicht investiert sind, können davon profitieren.

BMW, Daimler, VW: Deutsche Autobauer mussten im Corona-Jahr 2020 schwer einstecken. Sie fuhren ihre Produktion herunter, stellten auf Kurzarbeit um und verbuchten hohe Umsatzeinbußen.

Nun aber kehrt das große Geschäft zurück, insbesondere in Asien zog der Absatz vieler Marken zuletzt stark an. Das schlägt sich auch in den Aktienkursen nieder: Seit Anfang des Jahres legten die Titel an der Börse um bis zu 60 Prozent zu, verbuchen einen Rekord nach dem anderen – und schieben den Leitindex Dax an. Besonders ab Ende Februar setzte die Erholung der Titel ein.

BMW Vz

+70,46%77,00 EUR
BMW Vz Aktie
Hoch
82,00
Zwischenwert Hoch / Mittel
72,13
Mittel
62,25
Zwischenwert Mittel / Tief
52,38
Tief
42,50
Jul '20Okt '20Jan '21Apr '21

Nachdem die Erholung bereits Ende Februar einsetzte, haben die Kurse im Mai noch einmal deutlich stärker angezogen. VW Volkswagen Vz Aktie und Daimler Daimler Aktie legten in einer Woche um mehr als 5 Prozent zu, BMW BMW Vz Aktie gewann seit Ende Mai sogar 10 Prozent hinzu. Für diese Entwicklung gibt es vor allem drei Gründe.

  • 1. Zyklizität
  • 2. Neue Technologien
  • 3. Frühere Belastungen

Zyklische Firmen

Autofirmen gehören zu den sogenannten "Frühzyklikern". Das heißt nichts anderes, als dass sich die Branchen besonders schnell von einer Krise erholen können – und so auch ihr Aktienkurs.

"Ein Auto ist ein klassisches Nachholprodukt", sagt Jürgen Pieper, Autoanalyst am Bankhaus Metzler, im Gespräch mit t-online. "Ich überlege mir den Autokauf gut. Sollte ich zurzeit wegen Kurzarbeit oder sonstigen Jobrisiken kein Geld haben, verschiebe ich den Erwerb des Fahrzeugs", so der Experte. So sei es vielen Menschen während Corona ergangen, weshalb die Erholung der Unternehmen einsetze, sobald das Ende der Pandemie in Sicht sei.

Volkswagen Vz

+64,73%219,15 EUR
Volkswagen Vz Aktie
Hoch
246,55
Zwischenwert Hoch / Mittel
216,16
Mittel
185,78
Zwischenwert Mittel / Tief
155,39
Tief
125,00
Jul '20Okt '20Jan '21Apr '21

Deshalb ziehen die Titel der Autounternehmen nach Corona so stark an. Auch Frank Schwope, Analyst bei der NordLB sieht eine "Nach-Corona-Euphorie". "Nach dem Katastrophenjahr 2020 geht es für die Autobauer jetzt bergauf", sagt er t-online.

Neue Technologien

Es hat zwar gedauert, doch die deutschen Hersteller haben mittlerweile begonnen, auf E-Technologien umzusteigen. "Der Wandel zur E-Technologie ist zwar mit hohen Investitionen verbunden", sagt Pieper. "Doch die Autobauer haben erkannt, dass es eine hohe Nachfrage gibt – und die künftig noch deutlich ansteigen wird."

Pieper geht von einem sogenannten "Sog-Effekt" aus. "Wie bei den Smartphones gibt es auch bei E-Autos dieses Umstellungsphänomen", sagt er. "Davon profitiert, wer sich auf diesem Markt aufgestellt hat. Die deutschen Autobauer fechten nicht mehr die alten Kämpfe aus, sondern gehen große Schritte Richtung neue Technologie." Schwope von der NordLB sieht das ähnlich: "Es wurde jüngst das Zeitalter der E-Mobilität eingeläutet."

Daimler

+109,86%79,02 EUR
Daimler Aktie
Hoch
80,14
Zwischenwert Hoch / Mittel
68,86
Mittel
57,58
Zwischenwert Mittel / Tief
46,29
Tief
35,01
Jul '20Okt '20Jan '21Apr '21

Frühere Belastungen

Die deutsche Autobranche kämpft seit einigen Jahren mit einem schlechten Image. Besonders der Dieselskandal, bei dem VW, Audi und Co. Abgaswerte manipuliert haben, haftete den Unternehmen lange an. Die juristischen Folgen reichen bis heute.

Doch die Autobranche kann ihr schlechtes Image langsam ablegen. "Deutsche Autohersteller galten als schmutzig. Viele Investoren haben sich daher auch von den Aktien abgewandt", so Pieper. "Doch das ist mittlerweile vorbei. Der Ruf bessert sich rapide." Das liege auch am Umstieg auf die E-Technologie.

Auch die Zollproblematik spielte in der Vergangenheit eine Rolle. "Donald Trump waren die deutschen Autobauern ein Dorn im Auge. Er hat alles daran gesetzt, sie mit Zöllen kleinzuhalten. Das ist jetzt kaum Thema mehr."

Sollte ich in Autoaktien investieren?

Inwieweit Auto-Aktien zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein gutes Investment darstellen, ist unter Experten umstritten. Titel von Autobauern können sich lohnen, meint Pieper. "Ich erwarte, dass Titel der Autobranche bis Ende 2022 um 35 Prozent steigen werden", sagte er. Dabei sei die Aktie relativ egal, auch wenn es kleine Unterschiede gebe. "Besonders Volkswagen oder die Aktien der Zulieferer Schaeffler oder Norma werden sich sehr gut entwickeln", prognostiziert der Experte.

Schwope ist etwas zurückhaltender. "Ich rate Anlegern eher zur Vorsicht. Fraglich ist, wie lange die Rallye noch weiter geht." Viele Firmenentwicklungen seien bereits schon in den Kursen eingepreist. "Anleger sollten sich eine Aktie genau anschauen, bevor sie investieren", so der Analyst.

iShares STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF (DE)

+69,24%62,59 EUR
iShares STOXX Europe 600 Automobiles & Parts UCITS ETF (DE) ETF
Hoch
64,57
Zwischenwert Hoch / Mittel
57,39
Mittel
50,22
Zwischenwert Mittel / Tief
43,05
Tief
35,87
Jul '20Okt '20Jan '21Apr '21

Menschen, die ein geringeres Risiko eingehen wollen, sollten generell nicht auf Einzelwerte setzen. Stattdessen bietet sich ein ETF an, auch Indexfonds genannt. Ein ETF ist ein Fonds, der einen ganzen Aktienindex nachbildet. Anleger investieren so in alle Aktien, die in dem Index notiert sind.

Ein bedeutender Branchenindex ist etwa der Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts mit Firmen wie Ferrari, Stellantis (Peugeot, Fiat), Renault, Michelin oder Continental.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Gespräch mit Jürgen Pieper
  • Gespräch mit Frank Schwope
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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