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Industrie sieht sich gegen Stromfresser-Verbot gut gerüstet

EU-Pläne  

Industrie sieht sich gegen Stromfresser-Verbot gut gerüstet

01.11.2013, 14:10 Uhr | dpa, dpa-AFX, t-online.de

Industrie sieht sich gegen Stromfresser-Verbot gut gerüstet. Die EU will den Stromverbrauch von Haushaltsgeräten begrenzen. (Quelle: dpa)

Die EU will den Stromverbrauch von Haushaltsgeräten begrenzen. (Quelle: dpa)

Für den Klimaschutz plant die EU-Kommission das Verbot von stromfressenden Haushaltsgeräten, wie etwa sehr leistungsstarke Staubsauger. Noch sind die Regeln nicht in Kraft getreten, aber der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) ist zuversichtlich die neuen Bestimmungen schon bald umzusetzen.

Viel Arbeit für Entwicklungsabteilungen

Zwar stünden die Entwicklungsabteilungen aller Hersteller vor betriebsamen Monaten, weil der Verkauf von Staubsaugern ab 1600 Watt Leistung von September 2014 an in der EU verboten ist, sagte der Geschäftsführer des ZVEI-Fachbereichs Hausgeräte, Werner Scholz: "Aber sie werden es hinbekommen. Da bin ich mir ganz sicher."

Das gelte nicht nur für Branchengrößen wie Miele, Vorwerk, Bosch oder Siemens, sondern auch für kleinere Mittelständler. Und auch Verbraucher müssten keine Qualitätseinbußen fürchten: "Dass man deswegen länger staubsaugen muss - diese Angst kann man den Verbrauchern nehmen." In Deutschland werden nach den Angaben über vier Millionen Staubsauger im Jahr gefertigt.

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3000-Watt-Staubsauger machen oft keinen Sinn

Aktuell liege die durchschnittliche Wattleistung der Geräte deutlich über 1600 Watt, teilweise würden die Sauger mit bis zu 3000 Watt verkauft, sagte Scholz: "Das macht für den Verbraucher gar keinen Sinn."

Viele Konsumenten würden seit vielen Jahren irrtümlich denken, dass das Gerät besser sauge, je höher die Wattleistung ist: "Das ist aber nicht so und war auch noch nie richtig."

Die Saugleistung eines Gerätes hänge von vielen Faktoren ab, zum Beispiel auch von der Beschaffenheit der Düse, der Filtertechnologie oder der Effizienz der eingebauten Motoren. "An diesen Parametern drehen die Ingenieure jetzt, damit auch nach dem Stichtag eine gute Saugleistung für den Verbraucher sichergestellt ist", betonte Scholz.

Marketing-Abteilungen in der Pflicht

Es sei nun die Aufgabe der Marketingabteilungen und des Handels, den Verbrauchern zu erklären, dass die neue Generation Staubsauger ab 2014 eben nicht mehr 2400 oder 2800 Watt hat, sondern nur 1600 - aber genauso gut saugt. Staubsauger-Hersteller müssen ab September 2014 zudem alle Geräte mit einem Label versehen, das über die Klassen A bis G nicht nur den Verbrauch anzeigt.

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Dort gibt es auch Angaben zur Staubaufnahme. "Der Verbraucher sieht also auf dem Label, wie gut das Gerät saugt", betont Scholz. Auch die Staubemission und die Lautstärke seien dort künftig vermerkt.

Experten für Deckelung der Leistung

Aus Sicht des Experten ist es vernünftig, die maximale Leistung der Geräte zu deckeln. "Aber der zweite Schritt runter auf 900 Watt ist schon eine Herausforderung." Aber die Hersteller hätten bis 2017 genügend Zeit, sich etwas einfallen zu lassen.

Mit der EU-Ökodesign-Verordnung will Europa die Verbraucher dazu bringen, weniger Strom zu verbrauchen und die Umwelt zu schonen. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur tragen die EU-Regeln dazu bei, dass die EU bis 2020 die selbst gesetzten Klimaschutzziele erreicht.

Auch harsche Kritik an Stromfresserverbot

Es gibt aber auch starke Kritik an den neuen Bestimmungen der EU: Im EU-Parlament wird die Richtlinie als "Musterstück aus der Planwirtschaft" und Beispiel für "Regelungswut" gegeißelt. Nach Ansicht von Kritikern liegt etwa der Anteil der Staubsauger am Stromverbrauch in der EU unter der Nachweisgrenze.

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