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Geld anlegen: Deutsche wollen nicht in Waffen investieren

Exklusive Umfrage  

Deutsche wollen nicht in Panzer und Waffen investieren

18.08.2020, 11:47 Uhr
Geld anlegen: Deutsche wollen nicht in Waffen investieren. Bundeswehrsoldaten mit Waffen in der Hand (Symbolbild): Ihr Geld wollen viele Deutsche nicht in Rüstungsgüter stecken. (Quelle: dpa/Frank May)

Bundeswehrsoldaten mit Waffen in der Hand (Symbolbild): Ihr Geld wollen viele Deutsche nicht in Rüstungsgüter stecken. (Quelle: Frank May/dpa)

Nachhaltigkeit ist den Deutschen auch bei der Geldanlage wichtig. Jeder Zweite würde Geld aus einem Fonds abziehen, wenn er erfährt, dass dieser in ethisch fragwürdige Produkte investiert.

Ein gutes Gewissen ist vielen Verbrauchern auch bei ihren Finanzen wichtig. Wie eine repräsentative Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von t-online.de ergab, würde mehr als die Hälfte der Deutschen Geld aus einem Fonds abziehen, wenn sie erfährt, dass dieser in ethisch fragwürdige Produkte wie zum Beispiel Rüstungsgüter investiert.

52,6 Prozent der Befragten gaben an, ihr Geld "auf jeden Fall" oder "eher" nicht mehr in einen solchen Fonds zu stecken, 34,3 Prozent verneinten das. Die restlichen 13,1 Prozent zeigten sich unentschlossen.

Tatsächlich zeigen Zahlen des Branchenverbands BVI, dass nachhaltige Publikumsfonds in den vergangenen Monaten gefragter waren als nicht nachhaltige. So stecken Anleger im ersten Halbjahr 2020 7,7 Milliarden Euro in nachhaltige Produkte, während sie 3,4 Milliarden aus nicht nachhaltigen abzogen.

Publikumsfonds stehen sowohl privaten als auch institutionellen Investoren wie etwa Versicherern offen. Insgesamt verwalteten Publikumsfonds bis Ende Juni 2020 ein Vermögen von 1.061 Milliarden Euro. Auf nachhaltige Publikumsfonds entfielen rund 50 Milliarden Euro.

"Nachhaltig" dürfen sich Fonds nach BVI-Vorgaben nur nennen, wenn ihre Anlagepolitik in den Fondsdokumenten dargelegten ökologischen, sozialen oder ethischen Strategien folgt. Diese drei Kriterien nennt man auch ESG-Kriterien. Die Abkürzung steht für "Environment, Social, Governance".

Nachhaltigkeit nicht auf Kosten von Rendite

Bei aller Liebe zur Bedeutung von Nachhaltigkeit – wenn sich Anleger zwischen ökologischen, sozialen und ethischen Produkten oder einem hohen Ertrag entscheiden müssten, würde jeder Zweite die Rendite wählen. 51,8 Prozent der Befragten gaben an, dass sie nicht auf Erträge verzichten würden, wenn ihr Geld dafür nachhaltig angelegt werden würde.

Die gute Nachricht ist hier aber: Oft müssen sie das auch gar nicht. Wissenschaftler der Universität Hamburg haben mehr als 2.000 Studien untersucht, die sich mit dem Zusammenhang von Rendite und Nachhaltigkeit beschäftigt haben, und herausgefunden: In 90 Prozent der Fälle wirkt sich Nachhaltigkeit bei der Geldanlage nicht negativ auf die Rendite aus, sondern erhöht sie sogar.

Zur Methodik: 

In die Umfrage flossen die Antworten von 5.020 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Menschen ein, die zwischen dem 13. und dem 17. August 2020 online gefragt wurden: "Würden Sie Ihr Geld aus einem Fonds abziehen, wenn Sie wüssten, dass er in ethisch fragwürdige Produkte investiert (z.B. Rüstungsindustrie)?" und "Würden Sie bei einer Geldanlage auf Rendite verzichten, wenn Ihr Geld dafür nachhaltig angelegt werden würde?". Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt 2,5 Prozentpunkte; für Teilgruppen kann er davon abweichen. Zusätzliche Informationen zur Methodik finden Sie auf Civey.com und im ​Civey-Whitepaper​.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey

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