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Qual der Wahl: Sind aktive oder passive Fonds besser?


Qual der Wahl  

Sind aktive oder passive Fonds besser?

05.05.2021, 03:49 Uhr | dpa

Qual der Wahl: Sind aktive oder passive Fonds besser?. Sind aktive Fondsmanager besser als ein passiver Indexfonds? Nicht immer, manchmal aber schon.

Sind aktive Fondsmanager besser als ein passiver Indexfonds? Nicht immer, manchmal aber schon. Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Berlin (dpa) - Fonds gibt es für alle Branchen, Länder, Gebiete und Bedürfnisse. Wer sich entschieden hat, kann zwischen aktiven und passiven Fonds wählen.

Bei Ersteren beschäftigen sich Fondsmanager aktiv mit dem Aktienbestand des Fonds, lassen Unternehmenszahlen und Marktentwicklung in die Kauf- oder Verkaufsentscheidungen einfließen und schichten Aktien um, wenn sie Chancen oder Risiken sehen.

Anders bei passiven Fonds, den Exchange Traded Funds, kurz ETFs. Diese börsengehandelten Indexfonds bilden einen Index nach, wie den deutschen Dax, den US-Börsenindex Dow Jones oder den Weltaktienindex MSCI World. Steigt der Index, steigt der ETF. Aktiv eingegriffen wird nicht. Doch ist das besser?

Die Fondsratingagentur Morningstar hat sich angesehen, wie Indexfonds seit 2011 abgeschnitten haben. Maßstab der Untersuchung war das Morningstar-Sterne-Rating, das das Rendite-Risiko-Profil der Fonds innerhalb einer Kategorie misst. "ETFs auf große Indizes, wie den MSCI Europe, EuroStoxx, den US-Markt oder den weltweiten MSCI World haben eine sehr gute Bilanz", sagt Ali Masarwah, Chefredakteur bei Morningstar.

"Nur fünf bis zehn Prozent aller aktiven Fonds, die sich an einem Index orientieren, können diesen auch schlagen", bestätigt Doris Kappes von der Verbraucherzentrale Hamburg. Zu den oft höheren Anschaffungskosten kommen manchmal noch eine Gewinnbeteiligung und circa fünfmal so hohe laufende Kosten von ein bis zwei Prozent pro Jahr hinzu. Diese Kosten wieder reinzuholen, ist selten möglich.

Indexfonds können Schwächen haben

Es gibt aber auch Indizes mit Schwächen, die der ETF entsprechend übernimmt. "Beim britische FTSE 100 sind Versorger, Energie- und Tabakunternehmen übergewichtet", sagt Masarwah, "da können Fondsmanager eingreifen und bei aktiven Fonds so umschichten, dass sie sich die Unwucht des Vergleichsindex zunutze machen."

Schwächen haben auch die Indizes in Schwellenländern oder exotischen Märkten. "Jüngere Märkte sind nicht so entwickelt", sagt Stoffel. "Dort gibt es manchmal weniger Publikationspflichten und weniger Kontrollen. Das könnten aktive Fondsmanager durch eigene Informationsbeschaffung ausnutzen."

In den vergangenen Jahren sieht man das im Ranking bei Morningstar allerdings nur noch bis 2013. Und eine Untersuchung von Finanztest bestätigt: Aktuell schneiden über 60 Prozent der aktiven Fonds für Schwellenlandaktien schlechter ab als ETFs. Aber auch wenn ein Fonds besser abschneidet als der Markt, ist das keine Garantie, dass das so bleibt.

ETFs auch in Corona-Zeiten gut

Das gilt auch für Rentenfonds. Bei ihnen wird mit dem Geld der Anleger in Unternehmens- oder Staatsanleihen investiert. Hier ist die Auswahl an ETFs auf dem Markt deutlich geringer. Beim Morningstar-Rating haben ETFs, die in Anleihen aus Schwellenländern investieren, fast immer überdurchschnittlich abgeschnitten.

Gemischt dagegen die Bilanz bei europäischen und weltweiten Rentenpapieren: Nach den ersten überragenden Jahren haben die Renten-ETFs seit 2016 schlechter performt als der durchschnittlich aktive Fonds. "Fondsmanager können andere Papiere untermischten, die wegen eines höheren Risikos auch höhere Renditen bringen", sagt Masarwah.

Man sollte meinen, in schwierigen Zeiten wie jetzt sei ein aktiver Fonds von Vorteil, weil der Fondsmanager schneller reagiert als der Markt. Finanztest hat aber die Entwicklung der ETFs und Fonds zwischen 2019 und Sommer 2020 untersucht und das so nicht bestätigt.

"Mehr aktive Fonds als sonst konnten beim coronabedingten Einbruch der Aktienmärkte ihren Vergleichsindex schlagen, aber vorher und nachher klappte das nicht so gut", sagt Stoffel. Sein Fazit: "Mit einem normalen ETF sind Anleger langfristig wahrscheinlich unter den 20 Prozent besten Fonds, und es ist unmöglich, aktive Fonds zu finden, die garantiert besser sein werden."

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