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Streit um nachhaltige EU-Anlageregeln

Von dpa
Aktualisiert am 05.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Sollen Gas und Atomkraft als klimafreundlich eingestuft werden? Die EU will f├╝r gr├╝ne Investments Regeln schaffen.
Sollen Gas und Atomkraft als klimafreundlich eingestuft werden? Die EU will f├╝r gr├╝ne Investments Regeln schaffen. Doch die Pl├Ąne sind umstritten. (Quelle: picture alliance / dpa./dpa)
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Frankfurt/Br├╝ssel (dpa) - "Verantwortungsbewusst investieren", "Mit Geld die Welt gestalten", "Sparen mit gutem Gewissen" - eifrig bewerben Banken und Fondsgesellschaften den gr├╝nen Wandel. Am Thema Klimaschutz kommt die Finanzbranche nicht mehr vorbei, immer mehr Anleger achten auf Kriterien wie Umwelt und Soziales.

Das Problem: Oft ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, wie "nachhaltig" derart angepriesene Produkte tats├Ąchlich sind. Wie schwierig das Thema ist, zeigt die aktuelle Debatte ├╝ber einen Vorsto├č derEU-Kommission.

Gas und Atomkraft als klimafreundlich eingestuft

Dieser sieht vor, dass auch Investitionen in neue Gaskraftwerke insbesondere auf Wunsch Deutschlands ├╝bergangsweise als klimafreundlich eingestuft werden k├Ânnen. Zudem sollen Investitionen in neue Atomkraftwerke - unter anderem in Frankreich geplant - unter bestimmten Bedingungen als "gr├╝n" klassifiziert werden k├Ânnen. Kritiker bef├╝rchten, dass dadurch die sogenannte Klima-Taxonomie der EU Schaden nimmt. Diese Einstufung von Wirtschaftst├Ątigkeiten soll mehr Geld in nachhaltige Technologien und Unternehmen lenken und so wesentlich zur Klimaneutralit├Ąt Europas bis 2050 beitragen.

EU-Taxonomie ein gute Idee?

"Die deutsche Kreditwirtschaft unterst├╝tzt grunds├Ątzlich die Idee der EU-Taxonomie", schreibt der Dachverband der f├╝nf gro├čen Bankenverb├Ąnde in Deutschland. "Die zugrundeliegenden Kriterien m├╝ssen nachvollziehbar sowie praktikabel sein und auf Basis wissenschaftlicher Standards abgeleitet werden. Nur so kann eine glaubw├╝rdige und akzeptierteTaxonomieerreicht werden."

Genau das ist der Knackpunkt. Die geplante Ber├╝cksichtigung von Atomkraft und Erdgas f├╝hre das "urspr├╝nglich als Beschleuniger der nachhaltigen Transformation gedachte Instrument ad absurdum", kritisiert beispielsweise die GLS Bank, die sich als gr├Â├čte und ├Ąlteste sozial-├Âkologische Bank Deutschlands bezeichnet.

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"Nachdem schon keine sozialen Kriterien in der Taxonomie ber├╝cksichtigt waren, zerst├Ârt die Aufnahme von Atom- und Gasenergie jegliches Vertrauen umweltbewusster Anlegerinnen und Anleger in dieses G├╝tesiegel f├╝r nachhaltige Geldanlagen", meintGLS-Chef Thomas Jorberg. "Es ist ein Signal der Beliebigkeit, nicht-nachhaltige Technologien f├╝r ein Nachhaltigkeitssiegel zuzulassen."

Auch Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit bei der Dekabank, sieht die Entwicklung mit Sorge: "Dadurch, dass auch Industriepolitik gemacht wird, wird der Taxonomie Glaubw├╝rdigkeit genommen." Allerdings sei das Br├╝sseler Regelwerk mit der Konzentration auf Klimawandel und Klimaschutz aktuell ohnehin "viel zu eng, um am breiten Kapitalmarkt Beachtung zu finden", sagt Speich. "Das wird sich ├Ąndern, weil sie in den n├Ąchsten Jahren breiter gefasst werden soll."

Potenzial "gr├╝ner" Geldanlagen ist gro├č

Einen noch gr├Â├čeren Schub f├╝r "gr├╝ne" Geldanlagen erwartet Speich kurzfristig durch Vorgaben, die bereits ab dem 2. August dieses Jahres greifen: Berater, die Fonds, ETFs, Anleihen und Co. an den Mann oder die Frau bringen wollen, sind von da an verpflichtet, Kunden nach ihren Pr├Ąferenzen beim Thema Nachhaltigkeit zu befragen.

Umfragen zeigen: Das Potenzial ist gro├č. In einer Erhebung von Anfang Dezember im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) gaben 67 Prozent der Anleger an, dass es ihnen wichtig oder sehr wichtig sei, ihr Geld in sozial- und umweltvertr├Ągliche Projekte zu investieren. Doch nur etwa vier von zehn Anlegern (39 Prozent) haben nach eigenen Angaben bislang in entsprechende Produkte investiert.

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) beziffert die Gesamtsumme nachhaltiger Geldanlagen in Deutschland zum 31. Dezember 2020 auf 335,3 Milliarden Euro - ein Plus von 25 Prozent zum Vorjahr. Der Anteil nachhaltiger Fonds am gesamten deutschen Markt ist demnach mit 6,4 Prozent allerdings noch vergleichsweise gering.

Entwicklung zu einem Marktstandard

Deka-Experte Speich, der von Unternehmen seit l├Ąngerem mehr Einsatz f├╝r Umwelt, Soziales und gute Unternehmensf├╝hrung (englisch abgek├╝rzt: ESG) fordert, betont: "Der Kapitalmarkt muss und wird das Thema Nachhaltigkeit weiter voranbringen. Die Regulierung wird sch├Ąrfer und konkreter. Zudem sehen wir heute schon, dass sich Anleger aus Unternehmen in bestimmten Branchen - Tabak, Kohle, Erd├Âl - zur├╝ckziehen. Diese Entwicklungen werden letztlich auch zu einem Marktstandard f├╝hren."

Christian Klein, der als Professor an der Universit├Ąt Kassel zum Thema nachhaltige Finanzwirtschaft forscht, ist ├╝berzeugt: "Die Taxonomie hat das Potenzial, tats├Ąchlich einen Mindeststandard zu setzen." Die Idee der Klassifizierung sei genial: "Zu kl├Ąren, wenn Nachhaltigkeit draufsteht, was ist denn drin?"Kleinbetont: "Wenn Atomkraft in die Taxonomie aufgenommen wird, hei├čt das ja nicht, dass in jedem nachhaltigen Fonds dann auch Atomkraft drin ist."

Auch k├╝nftig genau hinschauen

Allerdings belegt der europ├Ąische Streit um die Anerkennung von Atomkraft und Erdgas als klimafreundlich, wie dehnbar der Begriff "Nachhaltigkeit" ist. "Im Sprachgebrauch gibt es unterschiedliche Konzepte zum zuweilen schillernden Nachhaltigkeitsbegriff", konstatierte schon fr├╝her die Finanzaufsicht Bafin und mahnte Verbraucher: "Seien Sie sich dessen bewusst."

Dass der Vorsto├č der EU-Kommission noch gestoppt werden kann, gilt als ├Ąu├čerst unwahrscheinlich. Dazu m├╝ssten sich mindestens 20 Staaten zusammenschlie├čen, die mindestens 65 Prozent der EU-Gesamtbev├Âlkerung vertreten - oder mindestens 353 Abgeordnete im EU-Parlament.

EU-Taxonomie hin, Marktstandard her - wer als Anlegerin oder Anleger "Greenwashing" bei der "gr├╝nen" Geldanlage vermeiden m├Âchte, wird aller Voraussicht nach auch k├╝nftig selber genau hinschauen m├╝ssen.

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