Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Darum wirbt Matt Damon jetzt f├╝r eine Krypto-B├Ârse

Von Nele Behrens

Aktualisiert am 12.01.2022Lesedauer: 6 Min.
Der Weltstar Matt Damon (Archiv): Warum stellt er sich pl├Âtzlich als Krypto-Pionier dar?
Der Weltstar Matt Damon (Archiv): Warum stellt er sich pl├Âtzlich als Krypto-Pionier dar? (Quelle: Theo Wargo/getty-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Ob im Stadion oder im Netz: ├ťberall taucht gerade Reklame f├╝r Crypto.com auf. Sogar Weltstar Matt Damon wirbt f├╝r das Unternehmen. Was steckt dahinter?

Das Wichtigste im ├ťberblick


  • Was steckt hinter Crypto.com?
  • Warum wirbt Matt Damon ausgerechnet f├╝r Kryptow├Ąhrungen?
  • Wie finanziert Crypto.com die Werbung?
  • Ist Crypto.com seri├Âs?

Ein dreieckiges Logo, wei├č auf dunkelblauem Grund, gepaart mit einem Schriftzug, der buchst├Ąblich kryptisch anmutet: "Crypto.com". Die Werbung scheint omnipr├Ąsent: im Internet, bei Facebook, auf Bannern bei Fu├čballspielen und bei der Formel 1 ÔÇô ├╝berall begegnet einem das Werbe-Banner.

Doch was steckt hinter der Kampagne? Crypto.com ist eine Online-B├Ârse f├╝r Kryptow├Ąhrungen wie Bitcoin, Ethereum, Litecoin. Und die nimmt f├╝r ihre aktuelle Marketingoffensive ordentlich Geld in die Hand.

F├╝r insgesamt knapp eine Milliarde US-Dollar hat das Unternehmen aus Singapur eine bekannte Arena in Los Angeles nach sich selbst benannt, Partnerschaften mit hochkar├Ątigen Teams wie etwa Paris Saint Germain abgeschlossen.

Seit Kurzem verk├Ârpert auch noch Weltstar Matt Damon in einem hollywoodtauglichen Trailer den Traum vom Krypto-Pionier. Mit den Worten "Fortune Favors The Brave" wirbt er f├╝r das Unternehmen, zu Deutsch: "Den Mutigen hilft das Gl├╝ck".

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Bayern-Wende im Fall Lewandowski"
Robert Lewandowski hat einen Vertrag bis 2023, will den FC Bayern aber am liebsten sofort verlassen.


Empfohlener externer Inhalt
Youtube

Wir ben├Âtigen Ihre Zustimmung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Youtube-Inhalt anzuzeigen. Sie k├Ânnen diesen (und damit auch alle weiteren Youtube-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit k├Ânnen personenbezogene Daten an Drittplattformen ├╝bermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Doch woher kommen diese schier unendlichen finanziellen Mittel, warum wirbt gerade Matt Damon f├╝r diese B├Ârse? Und vor allem: K├Ânnen Nutzer der B├Ârse vertrauen? t-online kl├Ąrt die wichtigsten Fragen.

Was steckt hinter Crypto.com?

Hinter der Werbung steckt eine Firma, die verschiedene Produktklassen rund um Kryptow├Ąhrungen anbietet. Diese b├╝ndelt sie in einer sogenannten "Super-App", die alle Dienstleistungen an einem Ort vereint. Das Unternehmen kommt urspr├╝nglich aus Singapur und startete damals unter dem Namen Monaco Technologies.

Kooperation mit Visa (Symbolbild): Die blaue Kreditkarte von Crypto.com gibt es noch kostenlos, danach m├╝ssen Kunden mehrere Hunderte oder sogar Hunderttausende Euro f├╝r die Karten bezahlen.
Kooperation mit Visa (Symbolbild): Die blaue Kreditkarte von Crypto.com gibt es noch kostenlos, danach m├╝ssen Kunden mehrere Hunderte oder sogar Hunderttausende Euro f├╝r die Karten bezahlen. (Quelle: Herstellerseite)

Auf der Krypto-B├Ârse Crypto.com k├Ânnen Nutzer mehr als 250 Kryptow├Ąhrungen handeln und in der Wallet des Anbieters halten. Das Unternehmen gibt zudem ÔÇô ├Ąhnlich wie die Krypto-B├Ârse Binance ÔÇô eine eigene Kryptow├Ąhrung heraus mit der Bezeichnung CRO. Mit verschiedenen Belohnungssystemen versucht Crypto.com, diesen Coin zu verbreiten, zum Beispiel ├╝ber ihre eigene Krypto-Kreditkarten mit Cashback-Systemen.

Crypto.com bewirbt eigene W├Ąhrung stark

Mit diesen setzt sich die B├Ârse von einigen Konkurrenten ab und lockt Kunden mit vielen Bonusprogrammen. Dazu z├Ąhlen etwa bis zu 8 Prozent Cashback auf Kreditkartenausgaben, vollst├Ąndige Erstattungen f├╝r Amazon Prime oder Netflix oder auch kostenlose Zug├Ąnge zu Flughafenlounges.

Wer aber tats├Ąchlich von diesen Belohnungen Gebrauch machen m├Âchte, muss zuerst ordentlich in Vorleistung gehen ÔÇô und vor allem den hauseigenen Coin unterst├╝tzen. So m├╝ssen Kunden sich die Karten kaufen und je nach Kategorie der Karte eine gewisse Anzahl an Cro-Coins in ihrem Wallet halten.

Die Einstiegskarte ist noch kostenlos, hat aber au├čer einer einprozentigen Cashback-Funktion keine weiteren Boni. Die kleinste Karte mit einigen Premiumfunktionen ist Ruby-Card f├╝r 350 Euro ÔÇô mit dieser gibt es dann ein Spotify-Abo, zur├╝ckerstattet in CRO-Coins. Diese k├Ânnen auf der B├Ârse dann auf Wunsch in andere Kryptow├Ąhrungen oder Fiatw├Ąhrungen wie Euro oder Dollar umgetauscht werden.

350.000 Euro f├╝r eine Kreditkarte?

Wer dagegen alle Boni, wie etwa Lounge-Zugang, 8 Prozent Cashback und weitere Zusatzleistungen wie Rabatte bei gro├čen Reiseveranstaltern haben m├Âchte, muss bis zu 350.000 Euro in den hauseigenen Cro lagern ÔÇô so viel kostet die sogenannte "Obsedian"-Kreditkarte.

"Nat├╝rlich versucht, Crypto.com seine Dienste zu monetarisieren. ├ähnliche Entwicklungen sieht man auch bei anderen B├Ârsen", sagt Biyan Mienert, Jurist mit Schwerpunkt auf Kryptow├Ąhrungen und Blockchain-Experte. F├╝r die Kreditkarten arbeitet das Unternehmen mit Visa zusammen, eine Garantie sei das aber nicht. "Es haben auch schon andere Unternehmen mit Visa zusammengearbeitet und sp├Ąter dennoch ihre Lizenz verloren", so der Experte.

"Komplett eigenes ├ľkosystem"

Neben der Krypto-Kreditkarte und der B├Ârse bietet das Unternehmen auch einen NFT-Marktplatz an. Hier k├Ânnen Kunden etwa in Zusammenarbeit mit Vereinen wie Paris Saint Germain auch NFTs von ber├╝hmten Fu├čballspielern wie Lionel Messi kaufen.

Das Unternehmen greift also nicht nur bei seinem Marketing nach den Sternen. "Crypto.com will langfristig sein komplett eigenes ├ľkosystem schaffen", sagt Experte Mienert.

Warum wirbt Matt Damon ausgerechnet f├╝r Kryptow├Ąhrungen?

Daf├╝r, dass er sein Gesicht f├╝r Crypto.com hergibt, hat Matt Damon durchaus H├Ąme erhalten. "Um Gottes Willen: Hat er nicht schon genug Geld?", fragte etwa ein Twitter-Nutzer. Viele andere Nutzer begegneten dem Werbeclip mit ├Ąhnlichem Spott.

Weder das Unternehmen noch Damon selbst ├Ąu├čern sich zum Honorar f├╝r den Werbespot. Nur so viel sagte Damon unl├Ąngst in einem Interview: "Ich habe noch nie zuvor etwas in dieser Art unterst├╝tzt."

Millionenspende f├╝r Damons Wasser-NGO

Billig d├╝rfte diese Form der "Unterst├╝tzung" nicht sein: Die gesamte Kampagne soll laut der US-Nachrichtenagentur Bloomberg 100 Millionen US-Dollar gekostet haben. Wie viel davon Matt Damon bekam und wie viel der Oscarpreistr├Ąger und Regisseur des Werbefilms, Walter "Wally" Pfister ("Inception"), erhielt, bleibt unbekannt.

Fest steht: Der Schauspieler hat sein Gesicht nicht ohne Gegenleistung hergegeben. Denn kurz vor der Ver├Âffentlichung der Kampagne spendete die B├Ârse eine Million Dollar an water.org ÔÇô eine Non-Profit-Organisation, die Trinkwasserversorgungen und sanit├Ąre Einrichtungen f├╝r bed├╝rftige Menschen errichtet. Zudem k├╝ndigte die B├Ârse eine Kooperation mit der NGO an, um auch seine zehn Millionen Kunden zum Spenden zu motivieren. Der Schauspieler ist einer der Co-Gr├╝nder der Organisation.

Wie finanziert Crypto.com die Werbung?

Die Kosten f├╝r die Kampagnen summieren sich ├╝bereinstimmenden Berichten zufolge auf fast eine Milliarde Dollar ÔÇô und das sind lediglich die Budgetverpflichtungen, die nach au├čen dringen. So soll der Kauf der Namensrechte f├╝r das Staple Center in Los Angeles laut Berichten allein 700 Millionen Dollar gekostet haben. Dazu kommen weitere 100 Millionen Dollar f├╝r die "Fortune favors the brave"-Kampagne sowie weitere Kooperationen und Werbevertr├Ąge mit anderen Prominenten.

Empfohlener externer Inhalt
Twitter

Wir ben├Âtigen Ihre Zustimmung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie k├Ânnen diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ein Teil des Geldes d├╝rfte dabei durch das grandiose vergangene B├Ârsenjahr finanziert worden sein, sagt Biyan Mienert. "Durch die starken Anstiege im Krypto-Markt im vergangenen Jahr haben sich auch die finanziellen Mittel f├╝r viele Krypto-B├Ârsen enorm gesteigert", erkl├Ąrt der Experte.

Loading...
Loading...
Loading...

Krypto-Markt erlebte Bl├╝tezeit im vergangenen Jahr

Im vergangenen Jahr erlebte die gr├Â├čte Kryptow├Ąhrung der Welt eine monatelange Hochphase mit schwindelerregenden Allzeitrekorden: Der Preis f├╝r einen Bitcoin stieg zwischenzeitlich auf fast 69.000 Dollar ÔÇô auch weitere Kryptow├Ąhrungen profitierten von der Rally, viele erreichten ebenfalls neue Allzeithochs.

Aufgrund der Niedrigzinspolitik und der steigenden Inflation entwickelte sich der Krypto-Markt auch f├╝r institutionelle Anleger zunehmend zur Alternative. Gro├če Finanzinstitutionen wie etwa Blackrock investierten hohe Summen in Produkte, die auf der neuen Asset-Klasse basieren, und trieben so Bitcoin und Co. in den Mainstream.

Hier m├Âchte das Unternehmen ansetzen, sagt Mienert. "Die B├Ârse versucht, sich mit den gro├čen PR-Kampagnen, etwa rund um das ehemalige Staple Center, f├╝r Neueinsteiger in die Branche prominent zu platzieren."

Empfohlener externer Inhalt
Twitter

Wir ben├Âtigen Ihre Zustimmung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Twitter-Inhalt anzuzeigen. Sie k├Ânnen diesen (und damit auch alle weiteren Twitter-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Offensichtlich mit Erfolg: Mittlerweile hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als zehn Millionen Nutzer, die ├╝ber Crypto.com Kryptow├Ąhrungen kaufen oder andere Produkte der App verwenden. Seit Anfang 2020 hat sich die Zahl der Nutzer sogar knapp verzehnfacht.

Ist Crypto.com seri├Âs?

Ja, in der Branche ist die B├Ârse gleichgestellt mit anderen gro├čen Namen wie Coinbase, Kraken, Binance oder Bitpanda. Zudem hat das Unternehmen eine Lizenz in Malta erworben und darf daher auch europ├Ąische Kunden aus dem europ├Ąischen Ausland als Kunden annehmen.

Mit dieser Lizenz darf es aber nicht aktiv um Kunden au├čerhalb von Malta werben, sondern nur passiv Kunden annehmen, sagt Mienert. Binance hat ebenfalls eine Lizenz zum Handel f├╝r Kryptow├Ąhrungen in Malta erlangt, wirbt aber deutlich weniger aggressiv um Kunden. "Crypto.com wandelt in der Tat auf einem schmalen Grad", so der Jurist.

Die endg├╝ltige Entscheidung liege aber bei den jeweiligen Aufsichtsbeh├Ârden. In Gro├čbritannien musste das Unternehmen laut Medienberichten bereits zwei Werbungen zur├╝ckziehen, da sie irref├╝hrend seien und das Risiko der Anlageklasse verschleierten.

Letzte Station des CEO endete abrupt

Manche Medienberichte verweisen bez├╝glich der Seriosit├Ąt auf ein undurchsichtiges Kapitel in der Vergangenheit des CEOs, Kris Marszalek. Wie das chinesische Medium "South China Morning Post" im Juni 2016 berichtete, hat das E-Commerce-Unternehmen "Beecrazy" von einem Tag auf den anderen geschlossen und Millionen an Kunden und Partnern in Ungewissheit gelassen. Viele Rechnungen seien laut dem Medienbericht nicht mehr beglichen worden.

Marszalek war laut seiner eigenen LinkedIn-Biografie von 2010-2014 Co-Gr├╝nder der Plattform "Beecrazy" und bis Juni 2016 CEO der Mutterfirma Ensogo, die das E-Commerce-Unternehmen geschlossen haben soll. Im direkten Anschluss gr├╝ndete er mit weiteren Unternehmern die B├Ârse Crypto.com, damals noch unter dem Namen Monaco Technologies.

Alternativen mit Bafin-Lizenz

Anders als in den wilderen Zeiten der Kryptow├Ąhrungen gibt es aber mittlerweile deutlich sch├Ąrfere Regulierungen f├╝r Krypto-B├Ârsen. "Vor der Lizenzvergabe pr├╝fen die Beh├Ârden die Gesch├Ąftsf├╝hrer eines Unternehmens genau, etwa auf bestehende Vorstrafen," sagt Experte Mienert.

Weitere Artikel

Drei Schritte
So einfach er├Âffnen Sie ein Konto f├╝r Bitcoin und Co.
Einen Klick entfernt: Haben Sie sich erst einmal ein Konto auf einer Handelsplattform errichtet, k├Ânnen Sie Bitcoins mit einem Wisch kaufen.

Kryptow├Ąhrungen
Wann Sie auf Bitcoins Steuern zahlen m├╝ssen ÔÇô und wann nicht
Physischer Bitcoin auf Dollarnoten: Das Finanzamt erkennt Kryptow├Ąhrungen wie Bitcoins nicht als W├Ąhrung an. Das hat Auswirkungen auf den Steuersatz.

Kryptow├Ąhrungen
Hoffnung auf das schnelle Geld ÔÇô so funktionieren Bitcoins
Bitcoins inmitten von Goldbarren: Ist die W├Ąhrung bald das digitale Gold?


Neueinsteiger, die sich besonders sicher f├╝hlen m├Âchten, k├Ânnen auch auf Krypto-B├Ârsen ausweichen, die in Deutschland oder ├ľsterreich lizenziert sind. So hat etwa die US-amerikanische B├Ârse Coinbase seit 2021 auch eine Lizenz der Bafin, die Krypto-B├Ârse Bison der B├Ârse Stuttgart bietet ebenfalls Krypto-Handel mit einigen W├Ąhrungen an und die B├Ârse Bitpanda hat ihren Sitz und ihre Lizenz in Wien.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Nele Behrens
Amazon PrimeBitcoinFacebookLos AngelesMaltaNetflixSpotify
Kryptow├Ąhrungen


t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website