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Wie Sie Lastschriften zurückholen können

Drei einfache Schritte  

Lastschriften: So holen Sie sich falsche Abbuchungen zurück

30.07.2019, 16:12 Uhr | dpa

Wie Sie Lastschriften zurückholen können. Falsche Abbuchung: Auch wenn regelmäßig der gleiche Betrag abgebucht wird, sollten Sie Ihre Bankdaten kontrollieren.  (Quelle: dpa/ Andrea Warnecke)

Falsche Abbuchung: Auch wenn regelmäßig der gleiche Betrag abgebucht wird, sollten Sie Ihre Bankdaten kontrollieren. (Quelle: Andrea Warnecke/dpa)

Miete, Strom oder der Beitrag fürs Fitnessstudio – für solche Zahlungen sind Lastschriften beliebt. Wird ein falscher Betrag abgebucht, gelten Fristen für Einsprüche. 

Eine Lastschrift ist für Verbraucher bequem. Denn egal, ob Fitnessstudio oder Stromanbieter – fällige Beträge werden einfach vom Konto abgebucht. "Im Schnitt werden in Deutschland pro Sekunde mehr als 300 Lastschriften ausgeführt", sagt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass einem Kontoinhaber unrechtmäßig Geld abgebucht wird.

Kunden können Lastschriften in diesen Fällen zurückholen, erklärt die Stiftung Warentest. Allerdings haben sie dafür nicht ewig Zeit: Falsch gebuchte Beträge lassen sich innerhalb von acht Wochen wiederholen. Dafür sind drei Schritte notwendig. 

1. Kontoauszüge kontrollieren

"Bankkunden sollten ihre Kontoauszüge regelmäßig kritisch prüfen, um falsche Buchungen zu bemerken und zu verhindern", erklärt Christian Urban von der Verbraucherzentrale NRW. Der Blick auf die Kontoauszüge hilft auch, auf unwissentlich untergeschobene Verträge im Internet und in sozialen Online-Netzwerken aufmerksam zu werden.

Bei gleichbleibenden Beträgen, die regelmäßig per Lastschrift bezahlt werden, bekommen Kunden meist keine Rechnung mehr. Wird jeden Monat ein anderer Betrag fällig, etwa beim Mobilfunkanbieter, bekommen Verbraucher vorher meist eine Rechnung mit dem konkreten Betrag.

2. Rückholfrist einhalten

Entdecken Kunden eine falsche Abbuchung, sollten sie in einem zweiten Schritt prüfen, ob die Acht-Wochen-Frist eingehalten ist. Die Frist beginnt laut Stiftung Warentest ab dem Tag der Belastung des Kontos. Eine längere First greift, wenn Kunden gar kein Lastschriftmandat erteilt haben. In diesem Fall bleiben 13 Monate Zeit, um zu Unrecht abgebuchtes Geld zurückzuholen.

3. Kontakt aufnehmen

Generell gilt: Kunden können sich bei einer SEPA-Basis-Lastschrift an ihre Bank wenden und verlangen, dass das Geldinstitut den abgebuchten Betrag zurückbucht. 

Online-Kunden finden meist im Service-Bereichen ihres Online-Bankings entsprechende Funktionen. Begründet werden muss dieser Vorgang in der Regel nicht – vorausgesetzt, er wird innerhalb der Frist abgewickelt. Eine solche Rückbuchung ist nur bei Lastschriften möglich. Bei Überweisungen funktioniert dieses Verfahren nicht.

Verschiedene Szenarien

Drei mögliche Szenarien veranschaulichen, wie Sie bei falschen Abbuchungen vorgehen können. 

Szenario eins: Stromanbieter

Der Stromanbieter hat monatlich Geld abgebucht, schickt zum Jahresende die Endabrechnung und kommt zu dem Ergebnis, dass Sie noch eine Nachzahlung leisten müssen. Diesen Betrag bucht der Stromanbieter ab. Sie sind der Auffassung, dass diese Abbuchung zu Unrecht erfolgte.

In diesem Fall ist es sinnvoll, erst mit dem Unternehmen Kontakt aufzunehmen, bevor Sie Ihre Bank einschalten. "Man kann sich so viel Ärger ersparen", betont Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen. Besteht der Stromanbieter nämlich auf der Zahlung und einigt man sich im Laufe der Zeit nicht, könnte Ihnen im schlimmsten Fall am Ende eine Stromsperre drohen.

Szenario zwei: Diebstahl

Sie haben Ihre EC-Karte verloren, sodass andere nun auf Ihre Kosten einkaufen könnten.

Hier gilt es schnell zu sein: "Sofort die Karte sperren lassen", rät Mai. Dazu können Sie den Sperr-Notruf 116 116 anrufen oder sich an Ihre Bank wenden. Wichtig ist auch, den Verlust der EC-Karte der Polizei zu melden. Die Ermittler sperren die Karte zusätzlich über das System "Kuno".

Im nächsten Schritt teilen Sie Ihrer Bank mit, welche Beträge durch den Einkauf der Diebe abgebucht wurden. "Verbraucher haften nur bis zum Sperren mit höchstens 50 Euro", erklärt Mai. Danach übernimmt die Bank die entstehenden Kosten. "Nur bei grober Fahrlässigkeit haften Kunden für den vollen Schaden", sagt Urban.

Szenario drei: Abbuchung ohne Einzugsermächtigung

Es erfolgt eine Abbuchung ohne gültige Einzugsermächtigung. In diesem Fall können Sie sich direkt an die eigene Bank wenden und sie auffordern, den Betrag wieder gutzuschreiben. Im Zweifel macht es Sinn, Kontakt mit dem Unternehmen aufzunehmen und zu klären, ob nicht doch eine berechtigte Forderung vorlag.



Beruft sich das Unternehmen auf ein gültiges Mandat, müsste es dies im Zweifel beweisen können. "Verbraucher sollten sich die Schreiben, mit denen sie eine Einzugsermächtigung wieder zurückgenommen haben, sicherheitshalber aufheben", empfiehlt Mai.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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