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Else Beitz ist tot: Die Frau des Krupp-Chefs rettete Juden das Leben

Else Beitz ist tot  

Die Frau des Krupp-Chefs rettete vielen Juden das Leben

22.09.2014, 17:24 Uhr | dpa

Else Beitz ist tot: Die Frau des Krupp-Chefs rettete Juden das Leben. Else Beitz (1920-2014), mit dem Großen Bundesverdienstkreuz geehrte Ehefrau des Krupp-Stiftungsvorstandes Berthold Beitz, ist gestorben. (Quelle: dpa/Roland Weihrauch)

Else Beitz (1920-2014) ist tot. Die Ehefrau des Krupp-Stiftungsvorstandes Berthold Beitz rettete unter Einsatz ihres Lebens verfolgte Juden und setzte sich für die Aussöhnung mit Israel ein. (Quelle: Roland Weihrauch/dpa)

Else Beitz, die Ehefrau des langjährigen Krupp-Stiftungschefs Berthold Beitz, ist am 14. September im Alter von 94 Jahren in Essen gestorben. Das bestätigte jetzt die Familie. Sie litt seit langem an einer schweren Demenzerkrankung.

Else Beitz war weit über 70 Jahre mit Berthold Beitz verheiratet, der Ende Juli 2013 in seinem Ferienhaus auf Sylt gestorben war. An seiner Beerdigung und der späteren Trauerfeier konnte sie schon nicht mehr teilnehmen.

Zur Nazizeit ihr Leben für Juden riskiert

Zu Beginn der 1940er Jahre hat sie im von Nazi-Deutschland besetzten polnischen Boryslaw zusammen mit ihrem Mann unter Lebensgefahr jüdische Kinder im gemeinsamen Haus versteckt, wenn Razzien der Nazis anstanden.

Sie setzte sich für die Verfolgten ein und half ihnen etwa mit Lebensmittelpaketen. Berthold Beitz arbeitete in dieser Zeit als Ölmanager in der Region.

Aus den Todeszügen der SS befreit

Dass ihr Mann in den besetzten Gebieten mehreren hundert verfolgten Juden das Leben rettete, indem er sie aus den Todeszügen der SS zog und zu unabkömmlichen Raffineriearbeitern erklärte, wäre ohne Elses Unterstützung auch nicht denkbar gewesen. "Ohne deine Liebe hätte ich diese Zeit nicht überstehen können", sagte Beitz später einmal zu seiner Frau bei einem Festakt.

In Israel und Deutschland geehrt

Nach dem Krieg bemühte sich Else Beitz zusammen mit ihrem Mann um die Versöhnung mit Israel. 2008 erhielt sie für ihren Mut und ihre Entschlossenheit die selten an Deutsche verliehene Auszeichnung "Gerechte unter den Völkern" in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

2012 bekam Else Beitz das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik. "Menschen wie Frau Beitz haben durch ihre Taten, durch ihr Vorbild, durch ihr Beharren die moralischen Werte über die Zeit getragen", sagte der damalige Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU), als er ihr die Auszeichnung übergab.

Die gebürtige Hamburgerin hatte zusammen mit ihrem Mann drei Töchter und zahlreiche Enkel. Mit 58 Jahren holte sie das Abitur nach, studierte Erziehungswissenschaften und promovierte mit 73 Jahren mit Auszeichnung über ein Krupp-Thema.

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