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Stellenabbau bei Nokia - alle deutschen Standorte betroffen

Nach Übernahme von Alcatel-Lucent  

Nokia streicht tausende Jobs - allein in Deutschland 1400

06.04.2016, 18:32 Uhr | dpa-AFX

Stellenabbau bei Nokia - alle deutschen Standorte betroffen. Eine Szene von der Nokia-Zentrale in Espoo, Finnland. Der Telekom-Ausrüster will in vielen Ländern Tausende Stellen streichen. (Quelle: Reuters)

Eine Szene von der Nokia-Zentrale in Espoo, Finnland. (Quelle: Reuters)

Erst zum Jahresanfang wurde die Fusion abgeschlossen. Nun setzt der Telekom-Ausrüster Nokia nach der Übernahme des Konkurrenten Alcatel-Lucent ein massives Sparprogramm mit dem Abbau Tausender Arbeitsplätze in Gang. Allein in Deutschland sollen bis 2018 rund 1400 der 4800 Stellen gestrichen werden. 

In Finnland seien 1300 Jobs betroffen, wie Nokia mitteilte. Die jährlichen Betriebskosten sollen - wie schon zur Übernahme angekündigt - bis Ende 2018 um 900 Millionen Euro gedrückt werden. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg sollen insgesamt 10.000 bis 15.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Nokia kam Ende 2015 zusammen mit den Neuzugängen von Alcatel-Lucent auf rund 106.000 Mitarbeiter weltweit.

Alle deutschen Standorte betroffen

In Deutschland werde sich der Stellenabbau voraussichtlich auf alle Standorte auswirken, hieß es. Das Land solle aber ein zentraler Forschungs- und Entwicklungsstandort für Nokia bleiben. Der Schwerpunkt solle auf Zukunftstechnologien wie die nächste Datenfunk-Generation 5G oder die Vernetzung von Maschinen und Alltagstechnik im Internet der Dinge liegen.

Außerdem werde Nokia hierzulande weiterhin Lösungen für den schnellen optischen Datentransport sowie Sicherheitslösungen entwickeln. Rund 1250 Jobs sollen bereits bis Ende 2017 gestrichen werden. Die Nokia-Aktie gehörte am Mittwoch an der Börse zu den größeren Gewinnern.

Stellenabbau in nahezu 30 Ländern

Über den Stellenabbau solle in fast 30 Ländern verhandelt werden, erklärte Nokia. Details solle es mit der Vorlage der nächsten Quartalszahlen geben. Sie ist für den 10. Mai angesetzt. Die Streichungen würden vor allem die Bereiche treffen, in denen es Überschneidungen zwischen Nokia und Alcatel-Lucent gebe.

Nokia schloss die Übernahme des französisch-amerikanischen Konzerns Alcatel-Lucent für mehr als 15 Milliarden Euro Anfang des Jahres ab.

Das Geschäft mit Ausrüstung für Telekom-Netze ist hart umkämpft. Die etablierten westlichen Anbieter werden von aggressiven chinesischen Konkurrenten wie Huawei verstärkt unter Druck gesetzt. Das ist der Hintergrund für den Deal zwischen Nokia und Alcatel-Lucent sowie das Streben nach mehr Effizienz. Alcatel ergänzt zudem das Mobilfunk-Know-how von Nokia bei Festnetztechnik.

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