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Konsum in Deutschland: Beim Essen wird gespart


Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

T-Online.de - jbü, afp

Aktualisiert am 09.04.2014Lesedauer: 4 Min.
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Auto und Verkehr sind beim Konsum deutscher Haushalte ein größerer Posten als Lebensmittel
Auto und Verkehr sind beim Konsum deutscher Haushalte ein größerer Posten als Lebensmittel (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Einem deutschen Haushalt standen im Jahr 2012 pro Monat durchschnittlich 3133 Euro für Ausgaben zur Verfügung. 2310 Euro flossen in den privaten Konsum. Aber was haben die Verbraucher eigentlich genau gekauft? Und wofür lässt die junge Generation ihr Geld springen?

Fast jeder vierte Euro des Einkommens, das für Ausgaben verfügbar war, ging für das Wohnen einschließlich Strom- und Heizungskosten drauf. Nur jeder zehnte Euro wurde für Lebensmittel ausgegeben. Die Zahlen entstammen den Laufenden Wirtschaftsrechnungen des Statistischen Bundesamtes. Vertreten sind darin fast alle Haushaltstypen - Singles, Haushalte mit zwei Einkommen und ohne Kinder, ebenso die Großfamilie und Empfänger von Sozialleistungen. Nicht erfasst werden die sehr Reichen (mehr als 18.000 Euro Netto-Einnahmen monatlich), Selbstständige und Personen ohne eigenständigen Haushalt - etwa Obdachlose oder Bewohner von Altenheimen.


Preisschilder: Wie Supermärkte beim Grundpreis schlampen

Ein Beispiel für eine mangelhafte Auszeichnung der Ware am Preisschild - hier stimmt weder Grundpreis noch die Bezugsgröße
Auch in diesem Beispiel stimmt die Bezugsgröße (Gramm und Milliliter) bei Preis und Grundpreis nicht überein
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Auch in dieser Statistik treiben die Besserverdienenden die Durchschnittswerte nach oben. Denn das Zehntel der Bevölkerung mit den niedrigsten Einkommen hatte 2010 nur einen Anteil von 3,7 Prozent am gesamten Nettoeinkommen. Die zehn Prozent mit den höchsten Einkommen verfügten dagegen über 23 Prozent des Netto-Einkommens.

Lebensmittel-Konsum: Nur Briten und Österreicher zahlen weniger

Was den Bereich Lebensmittel angeht, leben die Deutschen auf äußerst kleinem Fuß. In einer Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hieß es, nur in Großbritannien und Österreich sei der Anteil mit neun und 9,5 Prozent geringer gewesen.

In einem Vergleich von insgesamt zehn EU-Mitgliedstaaten gaben die Polen und Griechen mit 19,1 Prozent und 18,8 Prozent den höchsten Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel aus, wie aus der Antwort weiter hervorgeht. Schweden (11,3 Prozent), Frankreich (11,8 Prozent) und Dänemark (11,9 Prozent) liegen im unteren Mittelfeld, Spanien und Italien bei knapp 14 Prozent.

Ursache der geringen Quote in Deutschland ist aber nicht unbedingt mangelnde Genussfähigkeit. Rolf Bürkl von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sieht eine wesentliche Ursache in Aldi, Lidl und Co. "Europaweit sind wir Spitzenreiter bei Discountern", sagte er im Gespräch mit T-Online.de. Die Billig-Anbieter hätten einen Anteil zwischen 40 und 50 Prozent bei Gütern des täglichen Bedarfs. Welche Marktmacht dort gewachsen ist, zeigt auch ein anderes Ranking: "Aldi ist einer der größten deutschen Bekleidungshändler und war zu Beginn der PC-Verkäufe mit einem Schlag größter Computerhändler", sagte Bürkl.

Mobilität verschlingt mehr Geld als Essen

Mehr als für Lebensmittel bezahlen die Deutschen für die Mobilität, nämlich 14,2 Prozent ihrer Konsumausgaben beziehungsweise 329 Euro. Kfz-Kosten und die dafür nötigen Kraftstoffe machen dabei den Löwenanteil aus (zusammen 9,8 Prozent beziehungsweise 186 Euro).

Nur knapp jeden zwölften verfügbaren Euro haben die Deutschen in den Bereich investiert, den das Statistik-Bundesamt unter "Freizeit, Unterhaltung und Kultur" zusammenfasst - also CD-Käufe, neue Fernseher oder auch Pauschalreisen. Letztere stellen mit 2,4 Prozent noch den größten Bereich dar, gefolgt von Freizeit- und Kulturdienstleistungen. GfK-Forscher Bürkl sagte dazu, in den vergangenen Jahren habe sich gezeigt: "Wenn es wirtschaftlich schwieriger wird, sparen die Deutschen eher bei Anschaffungen als beim Urlaub."

Kräftig gestiegen sind die Kosten für Telefon- und Internet-Flatrates. Statt vier Euro pro Monat im Jahr 2007 waren es vor zwei Jahren bereits 24,50 Euro. Im gleichen Zeitraum gingen die Ausgaben für Kommunikationsdienstleistungen im Festnetz von durchschnittlich rund 29 Euro auf etwa acht Euro im Monat zurück. Die entsprechenden Ausgaben für Mobilfunk-Kosten blieben mit monatlich gut 14 Euro über diesen Zeitraum nahezu unverändert.

Kosten für Energie: Statistiken widersprechen sich

Ein Widerspruch zur alltäglichen Erfahrung der Verbraucher ist allerdings auffällig. Der Anteil der Energiekosten an den Konsumausgaben pendelt laut Statistischem Bundesamt seit Jahren zwischen 6,2 und 6,7 Prozent. Die Verbraucherzentrale Bundesverband dagegen hat berechnet: Zwischen 2007 und 2012 stiegen allein die Stromkosten eines Musterhaushalts (4000 Kilowattstunden Jahresverbrauch) um 29 Prozent.

Erst recht explodiert sind demnach in diesem Zeitraum die Kosten bei einer Ölheizung (120 Quadratmeter á 20 Liter), der Anstieg betrug 49 Prozent. Im Gespräch mit T-Online.de heißt es vom Statistischen Bundesamt, eine Erklärung für den Widerspruch zu den eigenen Daten könne nicht geliefert werden. Denn die Statistiker übernehmen lediglich die Angaben von 8000 Haushalten, deren Haushaltsbücher Grundlage der Durchschnittswerte liefern.

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Gänzlich anders verhält sich die Ausgabenverteilung natürlich bei Kindern und Jugendlichen. Um Wohn- und Energiekosten müssen sie sich nur sehr selten Sorgen machen. Mit Ausgaben von fast 25 Milliarden Euro im vergangenen Jahr ist ihr Konsum dennoch eine beachtliche Größe. Die Zahlen nennt die "Trend Tracking Kids"-Studie des Instituts "iconkids & youth".

Jungen geben mit 13,7 Milliarden Euro deutlich mehr aus als Mädchen mit 11,2 Milliarden Euro. Über beide Geschlechter hinweg führt Mode und Schmuck die Konsum-Hitliste an (vier Milliarden Euro), für das Ausgehen in Discos, Kneipen und Restaurants gibt die Jugend 2,6 Milliarden Euro aus. An dritter Stelle kommen mit 2,3 Milliarden Euro Kosten der Mobilität (Auto, Führerschein, Benzin). Für Handy-Gebühren und Süßigkeiten mit jeweils rund 1,1 Milliarden Euro geben 6- bis 19-Jährige fast gleichviel aus - mit leichtem Vorsprung für die Kommunikation.

Tabelle: Die Ausgaben der Deutschen

Durchschnitt je Haushalt und Monat 2010
(in Euro)
in % 2011
(in Euro)
in % 2012
(in Euro)
in %
Private Konsumausgaben 2168 100 2252 100 2310 100
Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren 305 14,1 312 13,9 321 13,9
Bekleidung und Schuhe 100 4,6 104 4,6 106 4,6
Wohnen, Energie, Wohnungsinstandhaltung 738 34,1 775 34,4 796 34,5
Innenausstattung, Haushaltsgeräte
und -gegenstände
118 5,4 125 5,5 128 5,5
Gesundheitspflege 91 4,2 93 4,1 96 4,2
Verkehr 305 14,1 319 14,2 329 14,2
Nachrichtenübermittlung 56 2,6 57 2,5 57 2,5
Freizeit, Unterhaltung und Kultur 236 10,9 244 10,8 245 10,6
Bildungswesen 16 0,8 16 0,7 16 0,7
Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen 113 5,2 119 5,3 127 5,5
Andere Waren und Dienstleistungen 88 4,1 88 3,9 90 3,9

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

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