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Heckler & Koch: Gründer war wohl tief in Nazi-Verbrechen verstrickt

Bericht über Waffenkonzern  

Heckler & Koch-Gründer war tief in Nazi-Verbrechen verstrickt

08.09.2020, 12:19 Uhr | dpa

Heckler & Koch: Gründer war wohl tief in Nazi-Verbrechen verstrickt. Ein Wehrmachtssoldat übt mit einem Gewehr des Fabrikats Mauser (Archivbild): An der Stelle der ehemaligen Mauser-Waffenfabrik steht heute die Zentrale von Heckler & Koch. (Quelle: dpa/picture alliance/VisualEyze)

Ein Wehrmachtssoldat übt mit einem Gewehr des Fabrikats Mauser (Archivbild): An der Stelle der ehemaligen Mauser-Waffenfabrik steht heute die Zentrale von Heckler & Koch. (Quelle: picture alliance/VisualEyze/dpa)

Die Firma Heckler & Koch ist der größte deutsche Produzent von Handfeuerwaffen. Ihr Gründer ließ in der NS-Zeit offenbar Zwangsarbeiter in einer Fabrik schuften. Das Unternehmen will den Fall aufklären.

Der Gründer des Waffenkonzerns Heckler & Koch ist einem Zeitungsbericht zufolge tief in Nazi-Verbrechen verstrickt gewesen. Wie Recherchen der "Bild am Sonntag" ergaben, leitete der Ingenieur Edmund Heckler während der NS-Zeit unter anderem eine Panzerfaust-Fabrik im sächsischen Taucha, wo Zwangsarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen schuften mussten.

Die Zeitung beruft sich auf Dokumente aus verschiedenen Archiven in Deutschland, in denen Zeitzeugen von grausamer Behandlung mit Todesfolgen berichteten.

Firmenzentrale von Heckler & Koch in Oberndorf am Neckar: Der Firmengründer soll in Verbrechen während der NS-Zeit verstrickt gewesen sein. (Quelle: dpa/Wolf von Dewitz/dpa-Zentralbild)Firmenzentrale von Heckler & Koch in Oberndorf am Neckar: Der Firmengründer soll in Verbrechen während der NS-Zeit verstrickt gewesen sein.

Das NSDAP-Mitglied floh nach dem Krieg in den Schwarzwald, wo er 1949 zusammen mit zwei anderen Ingenieuren Heckler & Koch gründete. Er starb 1960.

Aktivist fordert Umbenennung von Heckler & Koch

Die Firma ist heute der größte deutsche Hersteller von Handfeuerwaffen und langjähriger Lieferant der Bundeswehr. In einer Stellungnahme des Unternehmens heißt es, die Zeitzeugen-Berichte hätten große Betroffenheit ausgelöst. Die Firma will nun einen Experten beauftragen, dem Sachverhalt nachzugehen.

Der Friedensaktivist und H&K-Kleinaktionär Jürgen Grässlin forderte die Umbenennung des Unternehmens. "Ein führender NS-Scherge darf in einer humanistisch geprägten Gesellschaft nicht Namenspatron sein", so Grässlin.

H&K gehört seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr den Gründerfamilien. Es gab mehrere Eigentümerwechsel, seit kurzem hält eine Luxemburger Finanzholding die Mehrheit an dem 1000-Mitarbeiter-Unternehmen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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