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Mifa: Fahrradmarke ist erneut insolvent – zum dritten Mal in sechs Jahren

Mehr als 110 Jahre alt  

Traditions-Fahrradmarke Mifa erneut pleite

20.11.2020, 16:27 Uhr | dpa

Mifa: Fahrradmarke ist erneut insolvent – zum dritten Mal in sechs Jahren. Mitarbeiter des Fahrradherstellers Sachsenring Bike montieren Fahrräder (Archivbild): Das Unternehmen ist pleite. (Quelle: dpa/Peter Endig)

Mitarbeiter des Fahrradherstellers Sachsenring Bike montieren Fahrräder (Archivbild): Das Unternehmen ist pleite. (Quelle: Peter Endig/dpa)

Die Traditions-Fahrradmarke Mifa ist insolvent. Das Unternehmen Sachsenring Bike, zu dem die Marke gehört, will sich bis zum Jahresende neu aufstellen. Es ist nicht die erste Pleite.

Zum dritten Mal in sechs Jahren ist der Hersteller der Fahrrad-Traditionsmarke Mifa pleite. Das Unternehmen Sachsenring Bike mit Sitz in Sangerhausen meldete Insolvenz an, wie ein Sprecher des zuständigen Amtsgerichts in Halle am Donnerstag sagte. 

Sachsenring Bike hatte das Werk im Süden von Sachsen-Anhalt erst vor drei Jahren aus der Pleite übernommen und umbenannt. Die Fahrradfertigung rund um Mifa blickt auf eine mehr als 110-jährige Tradition.

Das Gericht bestellte den Rechtsanwalt Philipp Hackländer von der Kanzlei White & Case zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Die Fertigung werde fortgesetzt, teilte Hackländer mit. Auch der Online- und der Werksverkauf liefen weiter. Ziel sei es, den Betrieb zu sanieren und langfristig zu erhalten, um die hohe Nachfrage nach Rädern und E-Bikes aus deutscher Fertigung zu bedienen.

Gewerkschaft: Löhne flossen nur unregelmäßig

Derzeit arbeiten laut vorläufigem Insolvenzverwalter rund 130 Beschäftigte im Werk, das sind deutlich weniger als in früheren Jahren. Ihre Löhne und Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert.

Laut Gewerkschaft mussten die Beschäftigten allerdings schon seit mehr als einem Jahr mit unregelmäßigen Lohnzahlungen leben. Seit Sommer 2019 seien sie regelmäßig verspätet oder unvollständig gewesen, sagte die Geschäftsführerin der IG Metall Halle-Dessau, Almut Kapper-Leibe, am Donnerstag laut Mitteilung.

Für Oktober sei noch gar kein Lohn gezahlt worden. Es sei bitter, dass binnen kurzer Zeit ein weiterer Unternehmer große Worte, aber kein tragfähiges Konzept für das Sangerhäuser Werk vorweisen konnte, sagte sie mit Blick auf die Insolvenz.

Lösung bis zum Jahresende geplant

Bis zum Jahresende soll es eine Sanierungslösung geben, kündigte Hackländer an. Zudem seien bereits Gespräche mit potenziellen Investoren aufgenommen worden, "im Wesentlichen Interessenten aus der Branche". Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" (online) über die erneute finanzielle Krise bei Sachsenring berichtet.

Zuletzt hatte sich bereits angedeutet, dass die Firma in Schwierigkeiten stecken könnte. Der Kreistag von Mansfeld-Südharz hatte vorige Woche entschieden, den Mietvertrag mit Sachsenring Bike aufzukündigen, wie eine Kreissprecherin sagte. Grund für die Entscheidung war, dass die Firma Mietschulden hatte.

Über die Höhe wollte sich die Sprecherin nicht äußern. Laut "Mitteldeutscher Zeitung" geht es um rund 96.000 Euro. Sachsenring Bike selbst war zu der Frage über Tage hinweg nicht zu erreichen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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