Insolvenz

Pimkie schließt Hälfte der deutschen Filialen

28.01.2021, 09:36 Uhr

Firmenpleiten betreffen immer mehr deutsche Unternehmen: t-online erklärt, wann ein Unternehmen insolvent ist und wer das übrige Vermögen des Unternehmens bekommt. (Quelle: t-online.de)

Pimkie steckt weiter in der Krise: Nun sollen 40 Läden der französischen Modekette in Deutschland schließen. 150 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.

Probleme hatte Pimkie schon länger, nun scheint die Corona-Pandemie die Lage des französischen Mode-Discounters noch zu verschärfen. Wie das Fachmagazin "Textilwirtschaft" berichtet, sollen 40 der insgesamt 75 Filialen geschlossen werden. 150 Mitarbeiter werden demnach entlassen.

Bereits seit September vergangenen Jahres durchläuft Pimkie ein Insolvenz- und Schutzschirmverfahren. Der deutschen Betreibergesellschaft Framode zufolge stimmten die Gläubiger dem Insolvenzplan nun einstimmig zu – auch um einen Teil der Geschäfte zu retten.

Diese Firmen sind in der Corona-Krise in Schieflage geraten

Adler-Modemärkte: Die Textilkette hat ihr Insolvenzverfahren Ende August 2021 beendet. Bis zu 500 der insgesamt 3.100 Arbeitsplätze fallen weg, rund 30 Filialen sind von Schließungen betroffen, wie ein Sprecher des neuen Eigentümers Zeitfracht Gruppe am Dienstag sagte. Das Insolvenzverfahren war im Januar beantragt und am 1. Juli eröffnet worden. (Quelle: Revierfoto/imago images)

Nobiskrug: Die insolvente Rendsburger Traditionswerft Nobiskrug wurde im Juli 2021 von der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) übernommen – und ist damit gerettet. Nahezu alle 300 Arbeitsplätze blieben erhalten, hieß es. Nobiskrug hatte im April diesen Jahres einen Insolvenzantrag gestellt. Die Werft hat unter anderem die "SY A" gebaut (auf dem Bild), die als als einer der größten Luxusjachten der Welt gilt. (Quelle: Peter Seyfferth/imago images)

Galeria Karstadt Kaufhof: Die Kaufhauskette hatte Anfang April 2020 ein Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Im Zuge der Sanierung mussten mehr als 40 Filialen schließen. Künftig will der Konzern mit neuem Logo unter dem Namen Galeria auftreten. Ende Oktober soll es das erste Mal zum Einsatz kommen. (Quelle: Gottfried Czepluch/imago images)

Maredo: Die 1973 gegründete Steakhauskette, die schon vor der Corona-Pandemie unter Druck stand, hatte im März 2020 einen Insolvenzantrag gestellt. Zunächst wurde ein Teil der 35 Restaurants geschlossen und die dort beschäftigten Mitarbeiter wurden entlassen. Im Januar 2021 kam dann das Aus für die verbliebenen 22 Lokale. Im Juli 2021 wurde bekannt: Ein Investor hat die Maredo-Markenrechte gekauft – und will wieder Restaurants unter dem Namen eröffnen. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Alfons Schuhbeck: Der Fernsehkoch hat im Juli 2021 für seine Restaurants Insolvenz angemeldet und dafür ausgebliebene staatliche Corona-Hilfen verantwortlich gemacht. Später musste er auch für den Gewürzhandel Insolvenz anmelden. Zurzeit laufen Gespräche mit Investoren. (Quelle: Andreas Gebert/dpa)

Mister Minit: Der Schuhreparatur- und Service-Dienstleister Mister Minit hat seinen Geschäftsbetrieb in Deutschland eingestellt. Der Käufer des im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung neu aufgestellten Betriebs sei überraschend vom Kaufvertrag zurückgetreten, so der zuständige Sanierungsexperte Anfang März 2021. Nun werden alle Shops in Deutschland dichtgemacht. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Appelrath Cüpper: Der durch die Corona-Krise ins Wanken gekommene Damenmode-Filialist ist gerettet. Das 1882 gegründete Unternehmen hat das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zum Ende 2020 abgeschlossen. Alle 16 Filialen werden fortgeführt. Auch der weit überwiegende Teil der 900 Arbeitsplätze bleibe erhalten, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Neuer Besitzer von Appelrath Cüpper ist der österreichische Textilhändler Peter Graf. (Quelle: Revierfoto/imago images)

Klier: Der Umsatzeinbruch in der Corona-Krise hat Deutschlands größte Friseurkette Klier Ende 2020 in die Insolvenz gedrückt. Im April 2021 stimmten die Gläubiger dem Insolvenzplan zu, insgesamt 850 Salons und Shops mit etwa 6.400 Mitarbeitern bleiben erhalten. Zum Start des Insolvenzverfahrens im Dezember hatte der Konzern nach eigenen Angaben in Deutschland rund 1.350 Salons und Shops mit etwa 8.500 Beschäftigten. Auch Marken wie Essanelle oder Super Cut gehören zu Klier. (Quelle: Rene Traut/imago images)

Käthe Wohlfahrt: Einer der bekanntesten Hersteller und Händler von Weihnachtsschmuck in Deutschland hat Mitte Dezember 2020 wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten einen Antrag auf ein Schutzschirmverfahren gestellt. Der Grund: die ausgefallenen Weihnachtsmärkte. Anfang März dann die erlösende Nachricht: Die Gläubiger stimmten fast einstimmig dem Insolvenzplan zu, wie der Sachwalter mitteilte. Damit sei der Weg frei für die Fortführung des Geschäftsbetriebs. (Quelle: Stefan Zeitz/imago images)

Escada: Die Luxus-Damenmodekette muss sieben der acht Geschäfte in Deutschland schließen. Rund 100 der 180 Beschäftigten müssen gehen. Escada hatte Anfang September wegen der Corona-Pandemie einen Insolvenzantrag gestellt und wurde nun von seinem alten Investor Regent zurückgekauft. Doch vor der Corona-Krise lief es bereits nicht rund bei dem Unternehmen. Escada hatte 2009 schon einmal Insolvenz angemeldet, nach mehreren Inhaberwechseln übernahm Regent 2019 die Firma. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Esprit: Der Modekonzern hatte Ende März 2020 für mehrere unter der Corona-Krise leidende deutsche Tochtergesellschaften ein Schutzschirmverfahren beantragt, im Juli wurde ein Verfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Ende November vergangenen Jahres konnten die Gesellschaften das Insolvenzverfahren verlassen. Im Zuge der Esprit-Sanierung schließen in Deutschland rund 50 Filialen. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

McTrek: Der Betreiber der McTrek-Outdoorläden, die Yeah! AG, hat Anfang April 2020 einen Insolvenzantrag gestellt. Ende Juli hat sich ein Investor gefunden: 31 der rund 40 Filialen können gerettet werden. (Quelle: Patrick Scheiber/imago images)

Vapiano: Die Restaurantkette mit überwiegend italienischen Speisen hatte Anfang April 2020 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Die Auswirkungen der Corona-Krise waren für das ohnehin rote Zahlen schreibende Unternehmen zu viel. Anfang Juni vergangenen Jahres kaufte ein Investorenkonsortium rund um das ehemalige Vorstandsmitglied Mario C. Bauer 30 der insgesamt 55 Vapiano-Restaurants in Deutschland. (Quelle: Mario Aurich/imago images)

"Ohne die teilweise sicher schmerzhaften Anpassungen der Standortmieten hätte die weitere Existenz von Pimkie in Deutschland zweifellos infrage gestanden", sagt Patrick van der Linden, COO der Pimkie-Gruppe.

Pimkie kämpft mit Konkurrenz des Online-Handels

Zu schaffen machen dem französischen Unternehmen vor allem Konkurrenten wie die irische Billigst-Modekette Primark und der Wandel zum Online-Shopping. Das Schutzschirmverfahren wolle Pimkie nun nutzen, um die digitale Präsenz weiter auszubauen und das Angebot in den stationären Mode-Geschäften zu verbessern.

Aktuell betreibt Pimkie nach eigenen Angaben noch 75 Filialen mit 350 fest angestellten Mitarbeitern. Vor drei Jahren seien es noch doppelt so viele Geschäfte mit etwa 650 Mitarbeitern gewesen. 2019 erwirtschafteten die Filialen in Deutschland einen Umsatz in Höhe von 50 Millionen Euro.

Verwendete Quellen: