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Deutsche Wirtschaft ist im Aufwind – hohe Preise machen zu schaffen


"Schüttelt Corona-Krise ab"  

Deutsche Wirtschaft ist im Aufwind – hohe Preise machen zu schaffen

24.06.2021, 11:09 Uhr | mak, rtr, dpa, t-online

Deutsche Wirtschaft ist im Aufwind – hohe Preise machen zu schaffen. Jungingenieur in der Produktion (Symbolbild): Die Industrie hat mit höheren Preisen zu kämpfen. (Quelle: imago images)

Jungingenieur in der Produktion (Symbolbild): Die Industrie hat mit höheren Preisen zu kämpfen. (Quelle: imago images)

Die Wirtschaft in Deutschland ist im Aufwind. Besonders Händler und Gastronomen sind optimistisch. Die deutsche Industrie hat derweil mit Lieferengpässen zu kämpfen – und gestiegenen Preisen.

Der deutschen Industrie machen deutlich gestiegene Kosten zu schaffen. Alle Bereiche der Branche befänden sich zwar im Aufwind, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Wermutstropfen bleiben aber die stark gestiegenen Einkaufskosten."

Diese seien zum Teil auf Engpässe bei wichtigen Vorprodukten zurückzuführen, die ein großes Problem blieben. So sind Mikrochips bereits seit Monaten Mangelware, die Autoindustrie in Deutschland musste zwischenzeitlich gar auf Kurzarbeit ausweichen.

"Sehr viele Unternehmen wollen wegen der gestiegenen Kosten ihrerseits die Preise erhöhen", sagte Wohlrabe. Die Exporterwartungen seien weiter gestiegen, auch die Binnennachfrage sei gut.

Insgesamt sieht das Ifo-Institut die deutsche Konjunktur im Aufwind und rechnet im zu Ende gehenden zweiten Quartal mit einem Wachstum von 1,3 Prozent, das im Sommer mit 3,6 Prozent noch deutlicher ausfallen soll. "Die deutsche Wirtschaft nimmt weiter Tempo auf", sagte der Experte. "Wichtiger Treiber sind die Öffnungen nach dem Lockdown, die viele Dienstleister und den Handel beflügelt haben."

Ifo-Geschäftsklima stieg deutlich an

So verbesserte sich die Geschäftslage der Einzelhändler im Juni so stark wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Auch das von Corona schwer gebeutelte Gastgewerbe sieht Licht am Ende des Tunnels. "Die Lage ist zwar noch schlecht, aber der Optimismus bei Hotels und Gaststätten steigt", sagte Wohlrabe.

Auch der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Juni auf 101,8 Punkte von 99,2 Zählern im Mai. Dies ist der höchste Stand seit November 2018. Das Geschäftsklima drückt aus, wie die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen ist.

Analysten hatten mit einem schwächeren Zuwachs auf 100,7 Punkte gerechnet. Sowohl die Geschäftserwartungen der befragten Unternehmen als auch die Lagebeurteilung hellten sich deutlich auf. "Die deutsche Wirtschaft schüttelt die Corona-Krise ab", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Fuest: "Dann stünde uns ein harter Herbst bevor"

Der Top-Ökonom sagte aber jüngst im t-online-Interview: "Die Auswirkungen der Krise werden wir noch lange spüren." Er warnte vor der weiteren Ausbreitung der stark ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus.

"Die Delta-Variante ist eine ernstzunehmende Gefahr für die deutsche Wirtschaft. Zwar wäre mit Sicherheit nicht alles verloren, wenn durch sie die Inzidenzen wieder ansteigen, ein Rückschlag aber wäre es auf jeden Fall."

Besonders die Bereiche, die bereits jetzt stark unter Corona gelitten hätten, wären erneut betroffen, so Fuest. Damit meint er die Reisebranche, Restaurants oder die Händler. "Dann stünde uns ein harter Herbst bevor", sagte er.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagenturen Reuters und dpa

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