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So helfen Baumärkte und Discounter im Hochwassergebiet

Von t-online, mak

16.07.2021Lesedauer: 3 Min.
Ein Bagger des THW ist mit Aufräumarbeiten an einem Bachbett beschäftigt (Symbolbild): Handelsunternehmen verteilen Werkzeug und Lebensmittel an Helfer.
Ein Bagger des THW ist mit Aufräumarbeiten an einem Bachbett beschäftigt (Symbolbild): Handelsunternehmen verteilen Werkzeug und Lebensmittel an Helfer. (Quelle: Harald Tittel/dpa-bilder)
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Die Zahl der Opfer bei der Flutkatastrophe steigt weiter an. Die Aufräumarbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen. Nun haben auch Firmen ihre Hilfe angeboten.

Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands nimmt immer dramatischere Wendungen. Bis Freitagnachmittag wurden 106 Tote gezählt – in Rheinland-Pfalz kamen nach offiziellen Angaben mindestens 63 Menschen ums Leben, in Nordrhein-Westfalen waren es 43. Und in beiden Bundesländern wurden noch viele Menschen vermisst.


Tote, Schäden, Chaos: Die Flutkatastrophe in Bildern

Trümmer in Bad Neuenahr im Kreis Ahrweiler: In der Kreisstadt starben 69 Menschen, der Wiederaufbau dauert bis heute an.
Freiwillige helfen bei den Aufräumarbeiten in Mayschoss in der Verbandsgemeinde Altenahr: Tagelang war der Ort ganz von Hilfe abgeschnitten, bis die Bundeswehr ihn mit Hubschraubern erreichte.
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Die Aufräumarbeiten sind dabei in vollem Gange. Nun haben einige Unternehmen Hilfe für Betroffene angeboten.

So hilft die Baumarktkette Obi

Bei Deutschlands größter Heimwerkerkette Obi können sich Hilfsorganisationen in den betroffenen Regionen Schaufeln und anderes Material kostenlos abholen. Parallel läuft eine Aktion, bei der Bürger Trocknungsgeräte, Pumpen oder andere Geräte, die schwer verfügbar sind, im nächsten Obi-Markt abgeben können.

Obi transportiert die Hilfsmittel laut eigener Aussage in die Märkte in den Krisenorten. Diese sollen sich die Betroffenen dann kostenlos abholen können. Als Gegenwert für die Materialspende erhalten die Helfer einen Obi-Gutschein in Höhe eines neuen Gerätes. Zusätzlich gibt Obi Kunden in den betroffenen Regionen 20 Prozent Nachlass.

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"Es wird ein Auge zugedrückt"

Rabattaktionen haben auch andere Händler geplant. Die Baumarktkette Hornbach gibt in zwölf Märkten in NRW, Rheinland-Pfalz und Luxemburg 20 Prozent Rabatt aufs Sortiment, wie eine Sprecherin t-online sagte – zunächst bis zum 14. August.

"Das gilt aber nur für Kunden, die hochwassergeschädigt sind." Das solle über ein Formular auf der Webseite nachgewiesen werden, in dem die Betroffenen es von einer einer öffentlichen Stelle bestätigen ließen. Sie räumt jedoch auch ein: "Die Kulanz ist groß, es wird sicher auch mal ein Auge zugedrückt."

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Toom und Bauhaus mit Rabattaktionen

Auch Toom macht eine solche Aktion, hier gibt es ebenfalls in 15 Märkten einen Nachlass von 20 Prozent aufs ganze Sortiment. Voraussetzung dafür: "Zeig einfach in deinem teilnehmenden Markt an der Kasse ein Foto des Schadensfalls vor und die 20 Prozent Rabatt werden dir direkt von deinem Kaufpreis abgezogen."

Ähnlich läuft es beim Konkurrenten Bauhaus. "Geschädigte werden gebeten, sich beim Einkauf im Fachzentrum per Personalausweis auszuweisen und den konkreten Bedarf durch ein Schadensbild zu belegen", heißt es von der Kette.

Supermärkte und Discounter helfen vor allem mit Lebensmittelspenden. So verteilt Kaufland Pakete mit Essen und Getränken beispielsweise an Helfer von THW und Feuerwehr. Auch Lidl, neben Kaufland Teil der Schwarz-Gruppe, verteilt Lebensmittel an Betroffene und Helfer.

900 Soldaten im Einsatz

Das Verteidigungsministerium hat derweil wegen der Notlage einen militärischen Katastrophenalarm ausgerufen. Damit könnten Entscheidungen von den Verantwortlichen vor Ort schneller getroffen werden, etwa über den Einsatz eines Bergepanzers oder Stromaggregats, erläuterte ein Ministeriumssprecher.

In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz helfen derzeit rund 900 Soldatinnen und Soldaten. Die Rettung von Menschenleben stehe dabei im Vordergrund, die Bundeswehr unterstütze aber auch mit "helfenden Händen" und Material, teilte die Streitkräftebasis am Freitag in Bonn mit.

Rheinland-Pfalz stellte als kurzfristige Unterstützung 50 Millionen Euro bereit, um etwa Schäden an Straßen, Brücken und anderen Bauwerken zu beheben. Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte im ZDF, für den Aufbau der betroffenen Landstriche sei auch die Hilfe des Bundes nötig. Die Bundesregierung will nach Auskunft des Finanzministeriums nächste Woche über Aufbauhilfen für Bürger und Kommunen entscheiden.

Armin Laschet kündigte ein mehrstufiges Hilfsprogramm für die Opfer der Unwetterkatastrophe in NRW an. "Wir werden große finanzielle Kraftanstrengungen brauchen", sagte der Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat nach der Sondersitzung des Kabinetts. Die bisher für Soforthilfen bei Starkregen-Ereignissen zur Verfügung stehenden Mittel würden "bei weitem nicht ausreichen".

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  • Nele Behrens
Von Nele Behrens
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