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Ex-Raiffeisenchef lie├č Bank f├╝r Stripclub-Besuche bezahlen

Von t-online, neb

Aktualisiert am 23.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Unter Druck: Der ehemalige Chef der Schweizer Raiffeisenbank sieht sich einer Vielzahl an Vorw├╝rfen gegen├╝ber. Am Dienstag beginnt der Prozess gegen den ehemaligen Shooting-Star.
Unter Druck: Der ehemalige Chef der Schweizer Raiffeisenbank sieht sich einer Vielzahl an Vorw├╝rfen gegen├╝ber. Am Dienstag beginnt der Prozess gegen den ehemaligen Shooting-Star. (Quelle: Picture Alliance/ Gian Ehrenzeller)
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Der ehemalige Lieblingsb├Ąnker der Schweiz, Pierin Vincenz, soll betrogen und sich Millionen erschlichen haben. Selbst f├╝r seine teuren Exzesse in Stripclubs hat er seine Bank bezahlen lassen. Eine Chronik des Absturzes.

In wenigen Tagen, am 25. Januar, beginnt der Prozess gegen den ehemaligen Chef der Schweizer Raiffeisenbank, Pierin Vincenz. Mit der ver├Âffentlichen Anklageschrift kommen auch immer mehr ÔÇô teils pikante ÔÇô Details zu Tage, was sich der heute 65-J├Ąhrige in seiner Zeit erlaubt haben soll.

Auf 364 Seiten hat die Staatsanwaltschaft die Fehltritte des ehemaligen Stars der Bankenszene und seines langj├Ąhrigen Gesch├Ąftspartners Beat Stocker in der Anklageschrift zusammengefasst.

Die Vorw├╝rfe beruhen auf 550 Ordnern voller Beweismaterial, das die auf Wirtschaftskriminalit├Ąt spezialisierte Staatsanwaltschaft im Kanton Z├╝rich w├Ąhrend der dreij├Ąhrigen Ermittlungen zusammengetragen hat. Ihre Forderung ist deutlich: Sie fordert bis zu sechs Jahre Haft f├╝r den B├Ąnker.

Wilde N├Ąchte in Luxushotels

Es ist der gr├Â├čte Wirtschaftsprozess in der Schweizer Geschichte seit der Swissair-Pleite. Am meisten Aufsehen erregen dabei die Eskapaden mit jungen Frauen. Dazu kommt aber noch eine Vielzahl an schwerwiegenderen Delikten, etwa die Vorw├╝rfe wegen gewerbsm├Ą├čigen Betrugs- und Untreue sowie Urkundenf├Ąlschung und passiver Bestechung.

In der ├ľffentlichkeit erringen vor allem die pikanten Exzesse des Ex-Bankenchefs gro├če Aufmerksamkeit, darunter etwa Besuche im Rotlicht-Milieu auf Spesenkosten der Bank oder wilde N├Ąchte mit jungen Frauen in Luxus-Hotelzimmern. Insgesamt soll Vincenz sich Auslagen in H├Âhe von 561.000 Franken unrechtm├Ą├čig von der Bank erstattet haben lassen.

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Sei es die h├Ąufige Nutzung des Helikopters zu Terminen oder die Urlaubsreise nach New York, Australien oder Mallorca mit dem Firmenjet ÔÇô der ehemalige B├Ąnker z├╝ckte allzu h├Ąufig die Firmenkreditkarte. Allein f├╝r Besuche in Striplokalen sollen sich Kosten in H├Âhe von 200.000 Franken angesammelt haben. Die Schweizer Zeitung der Blick hat diese Zahlungen in einer Grafik aufgeschl├╝sselt, die auf dem Sozialen Netzwerk Twitter mit gewisser H├Ąme verteilt wird.

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25 Millionen Franken durch versteckte Beteiligungen

Der Verwaltungsrat der Schweizer Bank lie├č ihn gew├Ąhren. Und so installierte der ehemalige Raiffeisen-Chef sogar seine damalige Ehefrau, Nadja Ceregato, als Leiterin der Rechtsabteilung und nutzte ihre Position durchaus aus. 2018 soll sie ihm nach Informationen der "NZZ" ein geheimes Strategiepapier weitergereicht haben, als er bereits nicht mehr CEO der Bank war. Daf├╝r verurteilte die Z├╝richer Staatsanwaltschaft seine heutige Ex-Frau im vergangenen Jahr zu einer Geldstrafe.

Das zweite Laster des Ex-B├Ąnkers war offensichtlich auch die Gier nach Geld. Neben wilden Spekulationen an der B├Ârse sollen sich Vincenz und sein Gesch├Ąftspartner verdeckt an Unternehmen beteiligt haben, an denen sich auch die Raiffeisenbank beteiligte ÔÇô allerdings zu deutlich h├Âheren Preisen als die beiden Manager.

Allein mit diesen Gesch├Ąften sollen sie 25 Millionen Franken Gewinn gemacht haben. Im Falle eine Verurteilung m├╝ssten beide diese Summe zur├╝ckbezahlen.

Vincenz bestreitet alle Vorw├╝rfe

Es ist ein tiefer Fall f├╝r Pierin Vincenz, sein einst so guter Ruf hat bereits jetzt einen schweren Knacks erlitten. Als Vorzeigemanager hat er einst die Schweizer Raiffeisenbank reformiert. Mit einem Fokus auf das Immobiliengesch├Ąft machte er die Genossenschaftsbank wieder zu einen der f├╝nf systemrelevanten Banken der Schweiz.

Ob die Bank ihm in Gegenzug deutlich mehr Spielraum gew├Ąhrt hat als rechtlich erlaubt oder die internen Kontrollmechanismen versagten, bleibt ungewiss. Vincenz ist sich zumindest keiner Schuld bewusst. Er bestreitet seit Jahren die Vorw├╝rfe, auch sein Gesch├Ąftspartner Stocker dementiert die Anschuldigungen.

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F├╝r die vielen Besuche im Rotlichtmilieus hat Stocker eine vermeintlich sachliche Erkl├Ąrung: "Nat├╝rlich war ich auch einmal in Bars oder in Striplokalen, oftmals sind das die einzigen Orte, wo man sp├Ątabends noch Abendessen oder einen Drink nehmen kann nach einer SitzungÔÇť, sagte er etwa im Interview mit der NZZ.

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