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"Wir wollen ein ganzes Land mit Cannabis versorgen"

  • Mauritius Kloft
Von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 21.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Coffeeshop in Amsterdam: Ein Modell für Deutschland? Wohl eher nicht.
Coffeeshop in Amsterdam: Ein Modell für Deutschland? Wohl eher nicht. (Quelle: ANP/imago-images-bilder)
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Bis Cannabis legal über die Ladentheke geht, dürfte es noch dauern. Doch schon jetzt haben zwei Unternehmen eine Zusammenarbeit vereinbart – mit einem klaren Ziel: die erste Cannabis-Kette aufzumachen.

In den Niederlanden gibt es sie schon. Nun sollen sie nach Deutschland kommen: Coffeeshops. Läden also, in denen man Cannabis kaufen kann. Möglich machen will das Lars Müller, Chef des Cannabinoid-Unternehmens Synbiotic .

Bald möchte er "Recreational Cannabis" produzieren und vertreiben, also Gras für Konsumzwecke. Gemeinsam mit der Gastronomiekette Enchilada, die mehrere Franchisebetriebe wie Sausalitos oder Dean & David hochgezogen hat, hat der 31-Jährige ein sogenanntes Joint-Venture gegründet, wie die Firmen am Mittwoch bekannt gaben.

Einen Zusammenschluss mit einem ambitionierten Ziel: den ersten Cannabis-Store in Deutschland zu eröffnen. Dass sie die Partnerschaft an diesem Mittwoch verkündeten, ist indes kein Zufall. Der 20. April, im US-Datumsformat 4/20 geschrieben, gilt als inoffizieller Cannabis-Feiertag.

Ampel will Gras legalisieren

Das Hauptproblem bei Müllers Vorhaben: Gras ist noch gar nicht erlaubt. Bisher haben sich die Ampelparteien dieses Vorhaben bislang nur auf die Fahne geschrieben, Cannabis freizugeben. Oder besser: in den Koalitionsvertrag. Dort steht, man wolle eine "kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften" einführen.

Dadurch würde "die Qualität kontrolliert, die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet", heißt es weiter. Doch bis es so weit sein wird, dass man legal kiffen darf, dauert es noch. Etliche rechtliche Fragen sind noch offen, etwa, wo überhaupt Cannabis verkauft werden darf.

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Logo und Konzept gibt es noch nicht

Auch der Unternehmer weiß das. "Wir werden sicher nicht in den nächsten Wochen ein Geschäft aufmachen. Darum geht es auch gar nicht", sagte er im Gespräch mit t-online. "Wir bereiten uns aber an allen Fronten, vom Import über die Vermarktung bis zum Verkauf vor und holen die Pläne aus der Schublade, sobald die Cannabis-Legalisierung beschlossen ist."

Und Müller will Druck in Berlin machen. "Aktuell können wir noch mitgestalten. So wollen wir mit unserem Joint Venture einen Beitrag der Wirtschaft leisten und der Politik zum Beispiel zeigen, wie ein Cannabis-Geschäft aussehen könnte."

Ein entsprechendes Logo und Konzept soll in den nächsten Wochen entstehen. Fest ist bislang nur: Die Geschäfte sollen dabei nicht wie die holländischen Coffeeshops aussehen. In den Niederlanden ist Cannabis ohnehin nur entkriminalisiert, Anbau und Vertrieb liegt in den Händen des Schwarzmarkts.

Kiffen im Laden also? "Das ist nicht unser Plan", so Müller. Vielmehr will er dort beispielsweise seine Hanfmilch verkaufen, die auch vor Ort getrunken werden könne. Das Gras könne dann für den Heimkonsum mitgenommen werden.

Cannabis-Läden in jeder größeren Stadt

Hier komme die Kompetenz der Enchilada-Gruppe ins Spiel, sagte Müller. Das Unternehmen gehört mit mehr als 70 Restaurants zu den größten Gastrofirmen in Deutschland, verzeichnete einen Umsatz von mehr als 127 Millionen Euro im Jahr 2019.

"Wir wollten explizit mit einem Gastrounternehmen aus Deutschland zusammenarbeiten", so Müller. Die Gastronomiebranche sei stark reguliert, Restaurantbetreiber müssten hohe Qualitätsanforderungen erfüllen, die er auch für Cannabis erwartet. Die Unternehmensgruppe wisse, wie man mit Behörden umgeht, so Müller.

Cannabisverkauf (Symbolbild): Wo Gras in Deutschland verkauft werden darf, ist nur eine von vielen offenen Fragen bei der Cannabis-Legalisierung.
Cannabisverkauf (Symbolbild): Wo Gras in Deutschland verkauft werden darf, ist nur eine von vielen offenen Fragen bei der Cannabis-Legalisierung. (Quelle: Richard Wareham/imago-images-bilder)

Und sie hätte das Wissen rund um Immobilien und die Lage der Restaurants. "Wir wollen in jeder größeren Stadt ein Geschäft eröffnen. Dafür brauchen wir einen Gastroriesen, mit dem wir schnell skalieren können."

"Breite Mitte der Gesellschaft ist bereit für Cannabis-Freigabe"

Zuspruch bekommt Müller aus der Politik. Die drogenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Kristine Lütke, sagte t-online: "Die Gründung von ersten Firmen, die Cannabis-Shops nach der Legalisierung eröffnen wollen, zeigt vor allem eins: Die breite Mitte der Gesellschaft ist bereit für die kontrollierte Cannabis-Freigabe und steht in den Startlöchern."

Lütke erwartet "die Befeuerung von Unternehmensgründungen" im Zuge der Cannabis-Legalisierung, besonders von kleinen und mittelständischen Firmen und in der Forschung, sagte sie weiter. Tatsächlich ist das Potenzial des legalen Cannabis-Verkaufs groß.

Kristine Lütke: "Die breite Mitte der Gesellschaft ist bereit für die kontrollierte Cannabis-Freigabe und steht in den Startlöchern."
Kristine Lütke: "Die breite Mitte der Gesellschaft ist bereit für die kontrollierte Cannabis-Freigabe und steht in den Startlöchern." (Quelle: privat)

Weitere Unternehmen wollen Gras legal verkaufen

Neben Müllers Unternehmen gibt es noch weitere Firmen, die an dem Millionenmarkt teilhaben wollen – und ebenfalls in den Startlöchern stehen. So etwa Demecan, das als einziges deutsches Unternehmen medizinisches Cannabis im Auftrag der Bundesregierung anbaut.

Sollte die Ampel die kontrollierte Abgabe von Cannabis erlauben, könne Demecan für den breiten Markt beste Qualität liefern, sagte Co-Gründer Adrian Fischer – und weiter expandieren.

Auch der Staat könnte vom Verkauf profitieren, über eine eigene Cannabis-Steuer. Laut einer Studie des Deutschen Hanfverbands könnte der Bund dadurch 1,8 Milliarden Euro einnehmen, jedes Jahr.

"Jetzt ist Karl Lauterbach am Zug"

FDP-Politikerin Lütke sieht daher einen klaren Auftrag an die Politik. "Wir müssen bei der Cannabis-Freigabe Tempo machen und die Legalisierung jetzt schnell und koordiniert auf den Weg bringen", sagte sie weiter. "Doch dabei dürfen wir nichts überstürzen, denn die Freigabe von Cannabis ist ein Paradigmenwechsel in der Drogenpolitik Deutschlands."

Sie hoffe, dass die Cannabis-Legalisierung, "wenn sie gut durchdacht und gemacht" sei, zur Blaupause für ganz Europa werden könne. "Jetzt ist Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Zug. Er muss nun zügig einen ersten Gesetzesentwurf vorlegen", so Lütke. "Ich persönlich wünsche mir einen ersten Entwurf noch in diesem Jahr."

Und Müller? Er hofft ebenfalls auf eine zügige Freigabe. Und dann ein Durchstarten am Markt. "Ich bin sicher, dass wir es sein werden, die den ersten Cannabis-Store aufmachen", sagte er. Sie seien "schließlich perfekt vorbereitet. Wir wollen binnen weniger Monate ein ganzes Land mit Cannabis versorgen."

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