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Bauernverband warnt vor steigenden Preisen bei Gas-Auktionen

  • Nele Behrens
Von Nele Behrens

02.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Traktor auf dem Acker (Symbolbild): Deutschlands Landwirte fürchten einen Gasstopp.
Traktor auf dem Acker (Symbolbild): Deutschlands Landwirte fürchten einen Gasstopp. (Quelle: Joerg Boethling/imago-images-bilder)
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Erdgas im Bieterverfahren: Der neue Vorschlag der Bundesnetzagentur könnte die Priorisierung bestimmter Branchen ersetzen. Das wäre fatal, warnt der Bauernverband. Manche Lebensmittel könnten aus dem Regal verschwinden.

Gas an den Höchstbietenden? Der Deutsche Bauernverband spricht sich klar gegen den neuen Vorschlag der Bundesnetzagentur aus. Dessen Chef, Klaus Müller, hatte in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt, dass er sich ein Auktionsmodell für die Industrie auch bei der Gasversorgung vorstellen könnte.

Die deutschen Landwirte kritisieren den Vorschlag und warnen vor Folgen, die jeder Verbraucher sofort spüren würde. "Die Ernährungswirtschaft und die Landwirtschaft müssen von Versteigerungen oder Zuteilungen bei Erdgas verschont werden, auch um die Inflation bei Lebensmitteln zu dämpfen", sagt Udo Hemmerling, stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, auf Anfrage von t-online.

Udo Hemmerling (Archivbild): Der stellvertretende Generalsekretär des Bauernverbandes warnt vor den Folgen von Gasauktionen für die Verbraucher.
Udo Hemmerling (Archivbild): Der stellvertretende Generalsekretär des Bauernverbandes warnt vor den Folgen von Gas-Auktionen für die Verbraucher. (Quelle: Metodi Popow/imago-images-bilder)

Der Verband fordert daher, Bäckereien, die Ernährungswirtschaft und die Landwirtschaft als systemrelevant anzuerkennen und von Kappungen bei der Gaszufuhr auszunehmen. "Bäckereien, Molkereien und Schlachthöfe benötigen unbedingt Erdgas. Sonst gibt es kein Brot, keine Milch, kein Fleisch", so Hemmerling.

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Industriezweige buhlen um Priorisierung

Angesichts der russischen Gaslieferstopps für Polen und Bulgarien bereitet sich die Branche aktuell auf Gasengpässe vor – und versucht, von der Bundesnetzagentur priorisiert zu werden, um die Versorgung in Deutschland mit allen Produkten zu garantieren.

Die Bundesnetzagentur hat in der dritten Stufe des Notfallplanes das Recht zu bestimmen, welcher Industriezweig beziehungsweise welcher Betrieb Gaslieferungen bekommt und wer stattdessen vom Netz genommen wird. Mehr dazu lesen Sie hier.

Besonders die Chemieindustrie hat betont, wie sehr sie auf Erdgas angewiesen sei. Der Grund: Sie stelle viele Vorprodukte für andere Branchen her. Ein Stillstand hier würde sich auf beinahe die gesamte Wirtschaft auswirken. Auch der Bauernverband betont, besonders auf das Erdgas angewiesen zu sein, hat aber bisher keine Zusage für eine Priorisierung.

Netzagenturchef sieht steigende Gaspreise positiv

Müller hatte zuletzt betont, dass es schwierig sei, das komplexe Lieferkettensystem der deutschen Industrie zu durchschauen und demnach zu priorisieren. Er halte den Weg der Priorisierungen für den "falschen Weg" und möchte lieber auf den Markt setzen als auf eine staatliche Planwirtschaft im Energiesektor.

Steigende Gaspreise sieht der Präsident der Bundesnetzagentur sogar positiv, da sie die Unternehmen und Verbraucher dazu anhalten würden, sparsamer mit der Energie umzugehen.

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