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EZB: Warum Banken von der Klimakrise besonders betroffen sind


EZB-Direktorin warnt  

Klimakrise ist ein "beispielloses" Risiko für Banken

21.08.2021, 00:28 Uhr | dpa-AFX

EZB: Warum Banken von der Klimakrise besonders betroffen sind. Flutschäden in der Ortschaft Mayschoß, in der die Flut viele Häuser zerstörte (Archivbild). Extremwetter kann auch die Banken in Schieflage bringen, sagt die EZB. (Quelle: imago images/Future Image)

Flutschäden in der Ortschaft Mayschoß, in der die Flut viele Häuser zerstörte (Archivbild). Extremwetter kann auch die Banken in Schieflage bringen, sagt die EZB. (Quelle: Future Image/imago images)

Extremwetterereignisse könnten dem Finanzsystem mehr schaden als viele Banken derzeit annehmen. Das befürchtet die Europäische Zentralbank. Genaue Zahlen hat jetzt ein Stresstest geliefert.

Banken müssen sich nach Ansicht von EZB-Direktorin Isabel Schnabel noch stärker mit Klimarisiken befassen. "Der Klimawandel ist auch für das Finanzsystem ein beispielloses Risiko", sagte Schnabel im Interview mit dem Magazin "Focus" laut einer Vorabmeldung vom Samstag. Rund ein Drittel der Kredite, die die Banken der Eurozone derzeit an Unternehmen ausgereicht hätten, seien Risiken wie Extremwetter-Ereignissen "in hohem oder steigendem Maße" ausgesetzt.

Das zeigt laut Schnabel ein makroökonomischer Stresstest, für den die EZB Daten von 2.000 Banken und vier Millionen Unternehmen ausgewertet hat. Weitere Details dazu wolle die EZB demnächst veröffentlichen. Noch würden die Geldinstitute sich allerdings nicht ausreichend mit Klimarisiken auseinandersetzen, sagte Schnabel. "Erste Analysen zeigen, dass bislang kein einziges Institut die Anforderungen vollständig erfüllt."

Auswirkungen auf Preisstabilität

Die Ökonomin verteidigte zudem die Strategie der EZB, den Klimaschutz künftig stärker bei ihren geldpolitischen Entscheidungen zu berücksichtigen. "Der Klimawandel hat tiefgreifende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und damit auf die Preisstabilität - das ist also unser Kerngebiet", sagte Schnabel. Noch erwirbt die EZB im Zuge ihre Anleihekaufprogramme besonders viele Papiere von Unternehmen mit einem hohen CO2-Ausstoß. Das soll sich aber ändern.

"Zum Beispiel könnten wir in Zukunft verstärkt Anleihen von Unternehmen kaufen, die sich den Zielen des Pariser Klimaabkommens verpflichten und damit zeigen, dass sie bereit sind, ihr Geschäftsmodell anzupassen."

Dass die EZB nur noch grüne Anleihen kauft, schließt Schnabel allerdings aus. "Ein rein grünes Anleihekaufprogramm wäre derzeit unrealistisch", sagte sie. Auch wenn der Markt rasant wachse, gäbe es dafür noch immer viel zu wenig grüne Anleihen.

Die EZB hatte im Juli beschlossen, dem Klimaschutz in ihrer Geldpolitik größeres Gewicht zu geben. So würden beim Kauf von Unternehmensanleihen, relevante Risiken des Klimawandels berücksichtigt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte sich wiederholt für mehr Engagement für Klima- und Umweltschutz ausgesprochen. Die EZB werde im Rahmen ihres Mandats zu den Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel beitragen.

Ob Notenbanken umweltpolitische Ziele mit ihrer Geldpolitik unterstützen sollten, ist unter Notenbankern und Ökonomen umstritten. Einige Ökonomen sind der Ansicht, dass die EZB ihr Mandat überdehne. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob eine Zentralbank bei Anleihekäufen "grüne" Wertpapiere anderen Papieren vorziehen sollte.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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