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Russische Aktien fliegen aus ETFs – was Anleger jetzt tun sollten

  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff

Aktualisiert am 03.03.2022Lesedauer: 4 Min.
Aktienhändler an der Frankfurter Börse: Putins Überfall auf die Ukraine hat auch die Aktienmärkte erschüttert.
Aktienhändler an der Frankfurter Börse: Putins Überfall auf die Ukraine hat auch die Aktienmärkte erschüttert. (Quelle: Arne Dedert/dpa-bilder)
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Der Indexanbieter MSCI hat entschieden, russische Aktien aus seinen Produkten zu werfen. Das trifft auch deutsche ETF-Anleger. Sollte ich jetzt meinen Sparplan aussetzen?

Das Wichtigste im Überblick


  • Welche Anbieter schmeißen russische Aktien raus?
  • Was bedeutet der Rauswurf für Anleger?
  • Soll ich jetzt meinen Sparplan aussetzen?
  • Soll ich jetzt ein geringeres Risiko eingehen?
  • Wie kann ich selbst russische Aktien ausschließen?

Viele Anleger schwören auf sie: ETFs, die Aktienindizes von Morgan Stanley Capital International (MSCI) nachbilden, gehören zu den beliebtesten Finanzprodukten, wenn es um Altersvorsorge mit Aktien geht. Doch wegen des Kriegs in der Ukraine ändert sich nun deren Zusammensetzung.

MSCI hat am Mittwoch angekündigt, russische Aktien aus seinen Indizes zu streichen. Die Folge: Alle Anbieter von ETFs, die die MSCI-Indizes nachempfinden, müssen ihre russischen Titel ebenfalls verkaufen. Was bedeutet das für Anleger? Und wie sollten sie sich jetzt verhalten? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Welche Anbieter schmeißen russische Aktien raus?

Bekannt ist das unter anderem von MSCI, einem der führenden Finanzdienstleister. Ab dem 9. März will das Unternehmen russische Wertpapiere aus seinen Indizes entfernen, indem es ihren Status von "Emerging Markets" in "Standalone Markets" ändert.

"MSCI erhielt Rückmeldungen von einer Vielzahl von Investoren, darunter Vermögensverwaltern, Broker-Händlern und Börsen, die mit überwältigender Mehrheit bestätigten, dass der russische Aktienmarkt derzeit nicht investierbar ist und dass russische Wertpapiere aus den MSCI Emerging Market Indizes entfernt werden sollten", begründet MSCI den Schritt in einer Mitteilung.

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Auch FTSE Russell, eine Tochtergesellschaft der Londoner Börse, kündigte an, russische Aktien aus ihren Indizes streichen zu wollen. "Russland wird mit Wirkung vom Montag, den 7. März, aus allen FTSE Russell Equity Indizes gestrichen", teilte das Unternehmen mit.

Wie gelangen Länder in Indizes?
Nicht nur das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf entscheidet darüber, ob Aktien eines Landes in einen Index wie den MSCI All Country World oder den MSCI Emerging Markets aufgenommen werden. Wichtig ist auch, ob Ausländer weitgehend frei auf den Devisenmarkt zugreifen können und ob sich ausländische Unternehmen Beteiligungen am Aktienmarkt holen dürfen, ohne dass die Regierung das erst genehmigen muss. Diese Kriterien erfüllt Russland derzeit nicht mehr.

Große deutsche Fondsgesellschaften wie die DWS, eine Tochter der Deutschen Bank, und Union Investment, die zu den Volks- und Raiffeisenbanken gehört, wollen nicht mehr neu in russische Aktien investieren. Bei Fonds mit hohem Russland-Bezug wie dem DWS Russia und dem DWS Osteuropa sollen Anleger keine neuen Anteile mehr kaufen können.

Was bedeutet der Rauswurf für Anleger?

Das kommt darauf an, in welche ETFs und Fonds Sie Ihr Geld investiert haben. Wer die Empfehlung von Anlageexperten befolgt und sein Geld breit gestreut hat, ist nur marginal betroffen. Wer als Börseneinsteiger sein Geld ausschließlich in einen ETF auf den beliebten MSCI World Index gesteckt hat, merkt gar nichts von der Änderung – der enthält trotz seines Namens nämlich ausschließlich Aktien von Firmen der westlichen Welt. Lesen Sie hier, warum sich ein ETF auf den MSCI World lohnt.

Im noch breiteren MSCI All Country World (ACWI), der auch Schwellenländer umfasst, lag Russlands Anteil Ende Januar 2022 bei gerade einmal 0,4 Prozent. Und selbst im reinen Schwellenländerindex MSCI Emerging Markets fielen russische Aktien wie beispielsweise die Titel von Gazprom und Sberbank zu diesem Zeitpunkt mit insgesamt nur 3,3 Prozent ins Gewicht.

Selbst Anleger, die zusätzlich zum MSCI World einen Teil ihres Geldes in den Schwellenländer-Index gesteckt haben, sind also nur geringfügig betroffen. Wer zum Beispiel so investiert hat, dass 80 Prozent seiner monatlichen Sparrate in den MSCI World mit 0 Prozent Russland-Anteil fließen und 20 Prozent seines Geldes in den MSCI Emerging Markets, der bislang 3,3 Prozent russische Aktien enthielt, hat Russland insgesamt zu gerade einmal 0,66 Prozent im Depot.

Soll ich jetzt meinen Sparplan aussetzen?

Klare Antwort: nein. Wer breit gestreut und langfristig anlegt, braucht sich zumindest um seine Finanzen keine Sorgen zu machen. Es gilt: Bei Investments in einen globalen Index wie den MSCI World machten Anleger in der Vergangenheit keinen Verlust, wenn sie länger als 15 Jahre dabei blieben.

"Wer keine spezifischen Russland-Wetten eingegangen ist, für den bewegt sich der Einbruch im Rahmen der normalen Volatilität", sagt Gerd Kommer, Investmentbanker und t-online-Geldanlage-Kolumnist. "Als Anfang des Jahres die Tech-Aktien runtergingen, hat das jeden Anleger betroffen und vermutlich sogar stärker als jetzt der Einbruch des russischen Aktienmarkts. Das hat aber niemanden gekümmert, sondern wurde als normale Schwankung wahrgenommen."

Gerd Kommer: "Momente wie jetzt sind der Lackmustest, ob ich meine eigene Risikotragfähigkeit richtig eingeschätzt habe."
Gerd Kommer: "Momente wie jetzt sind der Lackmustest, ob ich meine eigene Risikotragfähigkeit richtig eingeschätzt habe." (Quelle: privat)

Insofern heißt es jetzt: Ruhe bewahren. So katastrophal und tragisch der Krieg in der Ukraine ist, wirtschaftlich scheinen ihn Anleger weltweit als verkraftbar einzustufen.

Soll ich jetzt ein geringeres Risiko eingehen?

"Solche Momente wie jetzt sind der Lackmustest, ob ich meine eigene Risikotragfähigkeit richtig eingeschätzt habe", sagt Kommer. "Wenn ich nicht mehr gut schlafen kann, habe ich sie überschätzt und sollte das zum Anlass nehmen, die Zusammensetzung meines Portfolios zu überdenken."

Sprich: den sogenannten risikoarmen Teil erhöhen – beispielsweise mit Tagesgeld innerhalb der staatlichen Einlagensicherung oder kurzlaufenden Anleihen höchster Bonität. "Wenn ich mehr Sicherheit im Portfolio haben will, gilt es jetzt die Kröte zu schlucken und einen Teil der Aktien-ETFs zu verkaufen – mit allen Konsequenzen", so Kommer. "Denn dann realisiere ich nicht nur jetzt mögliche Buchverluste, sondern muss auch geringere Renditeerwartungen in der Zukunft akzeptieren."

Wie kann ich selbst russische Aktien ausschließen?

Es gibt bereits eine ganze Reihe von Indizes, die Russland ausschließen – unabhängig vom Überfall auf die Ukraine. Allein MSCI berechnet mehr als 100 globale und regionale Indizes ohne russische Aktien. Dazu gehören neben dem Emerging Markets ex Russia etwa der MSCI ACWI ex Russia, der MSCI EM EMEA ex Russia und der MSCI EM Eastern Europe ex Russia.

Wer der Meinung ist, dass sich russische Aktien dauerhaft nicht rentieren, kann mit einem solchen Index als Beimischung sein Depot unabhängig von künftigen Entscheidungen der Indexanbieter machen.

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