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Netzagentur-Chef: "Das muss man in aller Ehrlichkeit sagen"

Von afp, mak

Aktualisiert am 29.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Gasflamme in der Küche: In Deutschland könnte im nächsten Winter das Erdgas knapp werden.
Gasflamme in der Küche: In Deutschland könnte im nächsten Winter das Erdgas knapp werden. (Quelle: Jochen Eckel/imago-images-bilder)
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Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist die Gasversorgung in Deutschland unsicher. Jetzt warnt der Chef der Netzagentur vor drohenden Engpässen und massiv steigenden Preisen.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, dringt angesichts des Ukraine-Kriegs auf eine Aufstockung der deutschen Erdgas-Vorräte. Die Gasspeicher hierzulande füllten sich "besser als in den Vorjahren" und seien stärker gefüllt als noch Anfang Mai, sagte Müller dem Deutschlandfunk. Sie seien aber "noch nicht gut genug gefüllt, wenn wir kurzfristig weniger oder kein russisches Gas mehr bekommen würden".

Müller verwies auf die Vorgaben des neuen Gasspeichergesetzes. Wenn Deutschlands Gasspeicher, wie darin vorgesehen, tatsächlich zu 90 Prozent plus X befüllt würden, hätte das Land "zumindest für zweieinhalb Monate, unter stabilen Bedingungen, bei einem normalen Winter, einen Puffer", sagte der Behördenchef.

Für Industrie und Verbraucher wäre dies aus seiner Sicht "erst mal eine ganz ordentliche Voraussetzung". "Richtig gut ist das alles trotzdem natürlich nicht", fügte Müller hinzu.

Mit Flüssiggas weg von Putin?

Ende März hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bereits die erste von drei Stufen des sogenannten Notfallplans Gas aktiviert. Seitdem setzen sich die zuständigen Behörden zusammen und führen bereits Gespräche mit der Industrie. Erst in der dritten Stufe könnte der Staat tatsächlich eingreifen und das Gas für manche Teile der Wirtschaft abstellen – Verbraucher sind dabei besonders geschützt. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Die Regierung versucht aktuell, vom russischem Gas loszukommen. Deutschland ist derzeit bei Erdgas noch zu etwa 35 Prozent von Lieferungen aus Russland abhängig.

Spätestens mit der geplanten Inbetriebnahme neuer Flüssiggasterminals soll dieser Anteil noch im laufenden Jahr weiter sinken, wodurch allerdings zusätzliche Kosten entstehen. Der Gasanteil an der Stromerzeugung in Deutschland liegt derzeit noch bei rund zehn Prozent nach etwa 15 Prozent im Vorjahr.

Müller: Kostenbelastung ist "immens"

Auch Müller sagte, Deutschland müsse auf andere Erdgas-Lieferanten als Russland umsteigen, um "ordentlich durch die nächsten Winter" zu kommen. Zudem müssten private Haushalte und die Industrie sparsamer und effizienter mit Gas umgehen. In jedem Fall sei die Kostenbelastung durch die Energiekrise "immens, das muss man den Menschen, auch der Industrie, der Wirtschaft in aller Ehrlichkeit sagen".

Russlands Angriffskrieg in der Ukraine und die deswegen verhängten Sanktionen des Westens gegen Russland treiben die Preise für Erdgas und Erdöl in die Höhe. Der russische Finanzminister Anton Siluanow hatte am Freitag mitgeteilt, er rechne daher in diesem Jahr mit zusätzlichen Einnahmen in Höhe von umgerechnet 13,7 Milliarden Euro durch Öl- und Gasexporte.

Beim EU-Gipfel in Brüssel soll es am Montag um neue Sanktionen gegen Moskau und ein mögliches Ölembargo gehen. Allerdings blockiert bislang vor allem Ungarn einen solchen Schritt, der einstimmig beschlossen werden müsste.

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  • Nele Behrens
Ein Kommentar von Nele Behrens
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