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Baubranche schlägt Alarm: "Wohnungsmarkt eingebrochen"

Von reuters
Aktualisiert am 25.01.2023Lesedauer: 2 Min.
Wohnungen in Düsseldorf: "Die bittere Wahrheit ist: Der Wohnungsmarkt ist eingebrochen".
Wohnungen in Düsseldorf: "Die bittere Wahrheit ist: Der Wohnungsmarkt ist eingebrochen." (Quelle: Michael Gstettenbauer/imago images)
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Stark steigende Preise, höhere Kreditkosten und Materialengpässe haben den Bauboom in Deutschland vorerst gestoppt. Der Branche brechen die Aufträge weg.

Der deutschen Baubranche sind Ende 2022 wegen steigender Kosten die Aufträge weggebrochen. Der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe sank im November um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte.

Besonders im Tiefbau kamen weniger neue Bestellungen an, im Hochbau fiel das Minus nicht ganz so stark aus. Im Oktober hatte es noch einen Anstieg von 7,3 Prozent gegeben, der allerdings auf zwei Rückgänge hintereinander folgte.

Bauindustrie fordert staatliche Förderung

"Die bittere Wahrheit ist: Der Wohnungsmarkt ist eingebrochen", kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bauindustrie, Tim-Oliver Müller. Das Ziel der Bundesregierung, 400.000 Wohnungen pro Jahr zu bauen, sei 2022 gerissen worden und dürfte weder 2023 noch 2024 zu schaffen sein.

"Hohe Materialpreise, steigende Zinsen und eine nicht vorhandene Neubauförderung bei kostenintensiven gesetzlichen Vorschriften sind die wirklichen Gründe, wieso Wohnungsbaugesellschaften nicht mehr investieren", sagte Müller. Notwendig sei eine staatliche Förderung.

Von Januar bis November 2022 gab es einen Auftragsschwund von real 8,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Parallel dazu schrumpfte auch der Umsatz: Er fiel in den ersten elf Monaten preisbereinigt um 5,3 Prozent niedriger aus als im Vorjahreszeitraum.

Vor allem Bau von Wohnungen rückläufig

Das reale Bauvolumen sank 2022 um zwei Prozent und damit erstmals seit Jahren, wie aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht. Für das laufende Jahr sagen die Forscherinnen und Forscher einen Rückgang in ähnlicher Höhe voraus. Als Gründe nennt das DIW stark steigende Preise, höhere Kreditkosten und Materialengpässe.

Erst 2024 werde das Bauvolumen inflationsbereinigt wieder im Plus liegen. Vor allem der Bau von Wohnungen ist demnach überproportional von den Rückgängen betroffen. Die Politik müsse sich stärker auf die Nachverdichtung im Bestand fokussieren, um bezahlbaren neuen Wohnraum gerade in den Ballungsräumen zu schaffen.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur Reuters
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