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Diese zusätzlichen Umlagen müssen Verbraucher noch zahlen


Diese zusätzlichen Umlagen müssen Verbraucher noch zahlen

Von Anna Sophie Kühne

Aktualisiert am 23.08.2022Lesedauer: 4 Min.
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Gaszähler mit Geldscheinen (Symbolbild): Neben der bereits bekannten Gasumlage gibt es weitere Umlagen.
Gaszähler mit Geldscheinen (Symbolbild): Neben der bereits bekannten Gasumlage gibt es weitere Umlagen. (Quelle: IMAGO/Matthias Stolt)
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Die Gasumlage wird Haushalte mehrere Hundert Euro kosten. Doch damit nicht genug: Es kommen noch weitere Umlagen auf die Verbraucher zu.

Das Wichtigste im Überblick


  • Die Bilanzierungsumlage
  • Die Gasspeicherumlage
  • Die Konvertierungsumlage
  • Und was kosten die Haushalte die weiteren Umlagen insgesamt?
  • Ihre individuellen Mehrkosten

Die Gasumlage ist für viele Kunden ein Schock. Nun ist klar: Bei dieser Umlage bleibt es nicht, auch wenn sie mit 2,419 Cent pro Kilowattstunde den Löwenanteil ausmacht (alles zur Gasumlage lesen Sie hier).

Drei weitere Umlagen erwarten Gaskunden ab dem 1. Oktober: eine Bilanzierungsumlage, eine Konvertierungsumlage und eine Gasspeicherumlage. t-online erläutert, wofür genau das Geld aus den Umlagen jeweils gedacht ist – und auf welche Extrakosten sich Privatverbraucher nun einstellen müssen.

Die Bilanzierungsumlage

Die Bilanzierungsumlage soll Kosten ausgleichen, die dem Gasnetzbetreiber Trading Hub Europe (THE) entstehen, wenn der tatsächliche Verbrauch von der Prognose abweicht. Denn auch, wenn Verbraucher meist Verträge mit lokalen Energieunternehmen schließen, ist letztlich die THE dafür zuständig, dass das Gasnetz gleichmäßig ausgelastet ist und die Kunden beliefert werden.

Dafür muss man wissen: Das Gasgeschäft in Deutschland ist minutengenau abgestimmt. "Das klingt immer sehr abstrakt, aber die THE beobachtet laufend den Gasverbrauch und muss den Druck im Netz konstant halten", erläutert Thomas Pietsch, der sich als Geschäftsführer der Städtischen Werke Magdeburg gut mit dem Gashandel auskennt. "Wenn mehr Gas verbraucht wird, als eingeplant war, muss THE den zusätzlichen Bedarf kurzfristig am Markt beschaffen."

Genau diese Extraeinkäufe sind derzeit aber sehr teuer. Das Unternehmen THE muss das Gas dann nämlich zum aktuell hohen Marktpreis besorgen, wodurch hohe Ausgaben entstehen. Pietsch: "Die Bilanzierungsumlage soll diese Zusatzkosten bei THE decken." Für Haushalte bedeutet dies derzeit Mehrkosten in Höhe von 0,57 Cent pro Kilowattstunde. Die Bilanzierungsumlage wird alle zwölf Monate angepasst – bis zuletzt betrug sie null Cent.

In einem Jahr könnte sich der Betrag demnach abermals ändern, Pietsch hält das sogar für wahrscheinlich: "Die Prognose über den Verbrauch ist in diesem Winter natürlich besonders schwierig, weil keiner weiß, wie stark sich die Kunden durch die hohen Preise einschränken werden."

Thomas Pietsch, Geschäftsführer der Magdeburger Stadtwerke (SWM).
Thomas Pietsch, Geschäftsführer der Städtischen Werke Magdeburg (SWM). (Quelle: Stadtwerke Magdeburg)

Die Gasspeicherumlage

Die Gasspeicherumlage wird in diesem Jahr erstmalig erhoben. Hintergrund ist das neue Energiewirtschaftsgesetz, mit dem erstmals Füllstandsvorgaben für die Gasspeicher gemacht werden. Verantwortlich für deren Einhaltung ist die THE. "Zuvor war das ein rein marktwirtschaftlicher Prozess", sagt Pietsch. "Da haben die Energieunternehmen im Sommer das Gas auf Vorrat eingekauft, weil es da billiger war." Trotz der Kosten durch das monatelange Einlagern in den Speichern habe sich dieses Vorgehen gelohnt.

Wenn der Winter dann unerwartet kälter war, seien die Gasspeicher zwar manchmal an ihre Untergrenzen gekommen. "Aber das war nicht schlimm, weil man ja jederzeit Gas nachkaufen konnte. Vielleicht nicht ganz so günstig, aber es war möglich." Putins Spielchen mit dem Westen mache den Gasmarkt im Winter allerdings unberechenbar.

Der Gasspeicherfüllstand von 95 Prozent zum 1. November soll einen ausreichenden Puffer bieten, falls der Winter besonders kalt wird oder Putin den Gashahn zudreht. Dafür hat Wirtschaftsminister Robert Habeck zwei Milliarden Euro bereitgestellt. Aber: Die Rechnungen der Gasspeicherbetreiber will die Bundesregierung von den Gaskunden begleichen lassen. Die Kosten fallen allerdings mit 0,059 Cent pro Kilowattstunde nicht allzu stark ins Gewicht.

Logo des THE
Logo des THE (Quelle: tradinghub.eu)

Trading Hub Europe (THE)

Das Unternehmen Trading Hub Europe ist ein Zusammenschluss von elf deutschen Ferngasnetzbetreibern. Eigentlich ist THE dafür zuständig, die Stabilität des Gasnetzes sicherzustellen. Mit Beginn der Gaskrise bekam THE von der Bundesnetzagentur die Aufgabe übertragen, Gas zu beschaffen, um die Füllstandziele der Gasspeicher zu erreichen.

Die Konvertierungsumlage

Die Konvertierungsumlage hat es, genauso wie die Bilanzierungsumlage, schon immer gegeben. In den vergangenen Jahren lag sie jedoch bei null. Das Geld aus dieser Umlage deckt die Kosten, die entstehen, wenn Gas umgewandelt wird. "Wir haben in Deutschland zwei Arten von Gas: L-Gas und H-Gas", erklärt Pietsch. H-Gas beispielsweise komme aus der Nordsee oder Russland, L-Gas aus Deutschland und den Niederlanden. Mit L-Gas wird nur etwa ein Viertel der Haushaltskunden versorgt.

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"Die beiden Gassorten unterscheiden sich physikalisch voneinander und sind auch vom Brennwert nicht ganz gleichwertig", so der Experte. "In dem Gas aus Russland und der Nordsee steckt mehr Energie." Das Problem: Das Gasnetz kann je nach Region immer nur eine Sorte Gas transportieren, ein Vermischen ist nicht möglich.

Wenn nun in einem Gebiet mit L-Gas nicht genug bevorratet wurde, muss H-Gas her – oder umgekehrt. Dafür muss es vorher chemisch umgewandelt werden. "Das ist ein ziemlich komplexer Prozess", so Pietsch. "Und die Kosten dafür werden über alle Gaskunden gemittelt." Die Überlegung dahinter: Alle profitierten von der Umwandlung, da sie die Versorgungssicherheit erhöht. Die Konvertierungsumlage schlägt mit 0,038 Cent pro Kilowattstunde genauso wie die Konvertierungsumlage nicht allzu sehr zu Buche.

Und was kosten die Haushalte die weiteren Umlagen insgesamt?

Laut einer Berechnung von Verivox macht sich vor allem die Bilanzierungsumlage bemerkbar. Diese läppert sich bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden auf 114 Euro im Jahr, die Gasspeicherumlage kommt auf 11 Euro und die Konvertierungsumlage auf 7 Euro.

Damit belasten die Umlagen die Haushalte längst nicht so stark wie die Gasbeschaffungsumlage. "Aber in der aktuellen Situation kommt es für viele Menschen auf jeden Euro an", so Pietsch. "Ich bin überzeugt: Auch die Besserverdiener werden sparen." Jeder werde seinen Komfort einschränken müssen, denn die aktuellen Preise gingen an niemandem spurlos vorüber.

Insgesamt ergibt sich laut den Berechnungen von Verivox durch die vier Umlagen eine Mehrbelastung von 661 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Die Reduzierung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent, die die Bundesregierung jüngst verkündete, ist dabei ein Tropfen auf den heißen Stein. "Zumal die Kunden damit rechnen müssen, dass auch der Grundpreis für Gas in den kommenden Monaten noch mal kräftig anziehen wird", so Pietsch.

Ihre individuellen Mehrkosten

Mit unserem Rechner, der sämtliche Umlagen sowie den abgesenkten Mehrwertsteuersatz berücksichtigt, können Sie Ihre individuelle Mehrbelastung ermitteln.

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12000 kWh
ca. 85m2 Wohnfläche

Ihr Jahresverbauch in kWh:

20 Cent pro kWh
2400 € pro Jahr

Ihr aktueller Preis inkl. 19% MwSt.:

2400

Bisherige Kosten / Jahr inkl. 19% MwSt. (200 € / Monat)

2158

Zukünftige Kosten / Jahr inkl. 7% MwSt. (180 € / Monat)

Die Differenz pro Jahr beträgt -242 oder -20 / Monat. Die Berechnung enthält die gesenkte MwSt. in Höhe von 7%.

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Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Thomas Pietsch
  • Verivox-Berechnung
  • Übersicht zu den Umlagen von Trading Hub Europe
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