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So verdient die Pharmaindustrie an erfundenen Krankheiten

t-online, Andrea Goesch

Aktualisiert am 04.08.2016Lesedauer: 3 Min.
Der Umsatz an Arzneimitteln ist stark gestiegen - zur Freude der Pharmaindustrie. Doch die Patienten profitieren nicht immer von den Mitteln.
Der Umsatz an Arzneimitteln ist stark gestiegen - zur Freude der Pharmaindustrie. Doch die Patienten profitieren nicht immer von den Mitteln. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Ob M├╝digkeit, Haarausfall oder sexuelle Unlust: F├╝r alle Beschwerden gibt es die passende Medizin. Der Nutzen f├╝r den Patienten ist in vielen F├Ąllen zweifelhaft, denn nicht alle Wehwehchen sind behandlungsw├╝rdig. F├╝r die Pharmaindustrie und die ├ärzte dagegen rollt der Rubel.

"ZDFzoom" hat recherchiert, wie das Gesch├Ąft mit "erfundenen Krankheiten" funktioniert.

Geldmacherei oder sinnvolle Medizin?

Wie lukrativ das Gesch├Ąft mit der Krankheit ist, zeigt die Statistik: ├ťber 33 Milliarden Euro gaben die Deutschen im Jahr 2014 f├╝r Medikamente aus - so viel wie nie.

Dahinter steckt die Angst vor Krankheit, die viele Menschen haben - verbunden mit dem naiven Glauben, man m├╝sse nur die wirksame Pille schlucken, um gesund zu werden oder zu bleiben. Doch viele Krankheiten, die behandelt werden, gibt es entweder gar nicht oder es handelt sich um ganz normale Alterserscheinungen.

Doch sie werden zu Krankheiten gemacht - mit Hilfe geschickter Medienkampagnen, die gro├če Pharmafirmen ins Leben rufen.

Wechseljahre des Mannes: die erfundene Krankheit

"Ein Beispiel f├╝r eine erfundene Krankheit sind die Wechseljahre des Mannes", sagt Christiane Fischer vom pharmakritischen ├ärzteverein "Mezis" gegen├╝ber "ZDFzoom". Die gibt es n├Ąmlich nicht - auch wenn bei M├Ąnnern mit zunehmendem Alter der Testosteronpegel sinkt. Im Grunde genommen ist das eine altersbedingte Erscheinung. Soweit keine weiteren k├Ârperlichen Beschwerden vorliegen, ist sie harmlos und muss nicht weiter behandelt werden.

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Dennoch wurde der Begriff der m├Ąnnlichen Wechseljahre in einer gro├čen PR-Kampagne eines Pharmakonzerns vor ├╝ber 15 Jahren verbreitet und geistert bis heute durch die K├Âpfe der Patienten.

Pharmaindustrie mischt bei Ärztefortbildungen mit

Reporter von "ZDFzoom" besuchten in M├╝nchen eine Fortbildungsveranstaltung f├╝r ├ärzte und stellen fest, wie nachhaltig der Mythos bis heute nachwirkt: Zwar distanzierte sich die Seminarleiterin - selbst ├ärztin - vom Begriff der m├Ąnnlichen Wechseljahre. Sie empfahl jedoch fl├Ąchendeckende Testosterontests f├╝r ├Ąltere M├Ąnner, ganz im Sinne der Pharma-Lobby. Entsprechende Pr├Ąparate lagen im Nebenraum aus.

Nachfragen der Journalisten ergaben, dass die Veranstaltung vom Hersteller dieser Medikamente mitfinanziert wurde. Un├╝blich ist das nicht. Experten zufolge werden n├Ąmlich rund 30 Prozent aller ├ärztefortbildungen von der Pharmaindustrie gesponsert.

Hormonpillen gegen m├Ąnnlichen Testosteronabfall sind f├╝r die Pharmafirmen ein lukratives Gesch├Ąft: Allein in den letzten zehn Jahren hat sich der Umsatz auf ├╝ber 30 Millionen Euro verdreifacht.

Anti-Depressionsmittel zur Lustpille umfunktioniert

Dass nicht unbedingt die Wirksamkeit eines Pr├Ąparats ├╝ber seinen Erfolg entscheidet, zeigt ein weiteres Beispiel: die Lustpille f├╝r die Frau. Sie ist zwar nur in den USA zugelassen, kann aber auch in Deutschland ├╝bers Internet bestellt werden. Das Mittel, das urspr├╝nglich gegen Depressionen entwickelt wurde, war als solches nicht erfolgreich.

Mithilfe einer gigantischen PR-Kampagne wurde das Pr├Ąparat dann zur Tablette gegen weibliche Unlust "umfunktioniert". "Man ├Ąnderte die Indikation und machte eine Nebenwirkung zur Hauptwirkung", sagt Fischer im Interview mit "ZDFzoom".

Obwohl das Mittel nur bei einem geringen Prozentsatz an Frauen Wirkung zeigt und obendrein starke Nebenwirkungen (├ťbelkeit, Ohnmacht, Kopfschmerzen) hat, schaffte es in den USA nach einem ersten gescheiterten Versuch die Zulassung. Zugrunde lag eine ausgekl├╝gelte PR-Strategie des Pharmakonzerns, dem es sogar gelungen war, amerikanische Frauenrechtlerinnen einzuspannen und die Werbetrommel f├╝r das Mittel zu schlagen.

Psychische Krankheiten: Alltagsph├Ąnomene werden zur Krankheit

Neue Medikamente sind vor allem dort gefragt, wo es neue Krankheiten gibt. Bei psychischen Beschwerden nimmt dieses Ph├Ąnomen stark zu, sagt der Pharmakologe Gerd Glaeske. Im Interview mit "ZDFzoom" weist er darauf hin, dass immer mehr psychische Krankheiten in ├Ąrztlichen Katalogen gelistet w├╝rden.

Selbst f├╝r Kinder, die ├Âfter als dreimal am Tag einen Wutanfall h├Ątten, oder Menschen, die nach einem Sterbefall l├Ąnger als ein halbes Jahr trauerten, gebe es eine Indikation. "So werden Alltagsph├Ąnomene zur Krankheit deklariert, f├╝r die dann das passende Arzneimittel verordnet wird", sagt Glaeske.

Cholesterin: Niedrige Grenzwerte machen Gesunde zu Kranken

Auch bei den Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes und hohen Blutfettwerten boomt der Arzneimittelumsatz. Beim Cholesterin beispielsweise wurde die Schwelle der Behandlungsbed├╝rftigkeit abgesenkt. So galt bis in die 80er Jahre ein Cholesterinwert von 280 noch als normal - heute dagegen gilt er als behandlungsbed├╝rftig. Die Folge: Der Umsatz mit Cholesterinsenkern ist gestiegen.

"F├╝r die Herabsetzung der behandlungsd├╝rftigen Cholesterinwerte waren pharmanahe ├ärzte verantwortlich", sagt der Allgemeinmediziner Niklas Schurig gegen├╝ber "ZDFzoom". Er ist ├╝berzeugt, dass Cholesterinsenker viel zu h├Ąufig verschreiben werden. Eine gesunde Ern├Ąhrung und viel Bewegung zeigten in vielen F├Ąllen eine bessere Wirkung.

Siegfried Throm vom Verband der forschenden Arzneimittelhersteller sieht das jedoch anders. Niedrige Cholesterinwerte seien grunds├Ątzlich besser als hohe. F├╝r die Pr├Ąvention seien sie wichtig, sagt der Pharmazeut. Er bezieht sich dabei auf wissenschaftliche Studien - allerdings, ohne diese zu nennen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte ├ärzte. Die Inhalte von t-online k├Ânnen und d├╝rfen nicht verwendet werden, um eigenst├Ąndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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