Sie sind hier: Home > Gesundheit >

Ursache und Abhilfe: Woher kommt eigentlich der Schluckauf?

Ursache und Abhilfe  

Woher kommt der Schluckauf und was hilft dagegen?

28.01.2020, 07:02 Uhr | dpa-tmn, lk, loe

Ursache und Abhilfe: Woher kommt eigentlich der Schluckauf?. Schluckauf: Dabei handelt es sich um eine Verkrampfung des Zwerchfells. Ein bewährtes Mittel gegen den Reflex hilft. (Quelle: Getty Images/ nicoletaionescu)

Schluckauf: Dabei handelt es sich um eine Verkrampfung des Zwerchfells. Ein bewährtes Mittel gegen den Reflex hilft. (Quelle: nicoletaionescu/Getty Images)

Manche haben es nie, andere ständig: Schluckauf. Das nervige Hicksen soll schnell verschwinden – mit Hilfe oftmals kurioser Tricks. Aber warum macht der Körper überhaupt so komische Geräusche und was hilft, sie loszuwerden?

Ob ein einzelner Hickser, Schluckauf über ein paar Minuten oder ein Dauerschluckauf: Jeder kennt ihn – von sich selbst oder anderen. Da Geräusch und Gefühl nicht gerade angenehm und mitunter ziemlich nervig sind, kennt jeder auch mindestens ein Hausmittel, das Linderung schaffen soll. Doch wie entsteht Schluckauf und was ist das eine wirklich wirksame Mittel gegen den Reflex?

Schluckauf: Was ist das?

Hinter Schluckauf stecke eine Verkrampfung des Zwerchfells, erklärt Prof. Bertram Wiedenmann, Leiter des Forschungsbereichs für neuroendokrine Tumore (NET) der Charité Universitätsmedizin Berlin. Es spannt sich an und entspannt sich dann wieder, wobei Luft in die Lunge gesogen wird. Als Reflex auf den Zwerchfellkrampf schließt sich die Ritze zwischen den Stimmbändern. Die Luft trifft nun auf diese geschlossenen Stimmritzen – das verursacht das eigenartige Hicksgeräusch.

Was ist der Auslöser?

Ausgelöst wird die Verkrampfung des Zwerchfells durch einen Reiz des Zwerchfellnervs (nervus phrenicus) ein Abzweig des Vagusnervs, auch Hirnnerv genannt (nervus vagus).

Typische äußere Reize können sein:

  • zu schnelles Essen und Schlucken
  • voller Magen
  • heiße oder kalte Speisen und Getränke
  • Alkohol
  • Stress und Aufregung

Auch gibt es bestimmte Krankheiten, die einen Schluckauf hervorrufen können. Dazu können unter anderem folgende zählen:

  • Magen-Darm-Entzündung
  • Refluxkrankheit (Magensäure fließt zurück in die Speiseröhre und verursacht Beschwerden wie Sodbrennen)
  • Entzündungen im Rachen, am Rippenfell oder an der Speiseröhre
  • Zwerchfellschädigung

Das Ganze hatte durchaus mal einen Sinn, sagt der Arzt: Im Mutterleib sorge dieser Schutzreflex dafür, dass kein Fruchtwasser in die Lunge gelangt. Aber Forscher vermuten auch, dass es noch weitere Gründe gebe. Beispielsweise könne der Schluckauf den Säuglingen helfen, das Atmungssystem zu trainieren oder Luft aus dem Magen zu befördern.

Später wird der Notfallmechanismus bei manchen Menschen immer noch ausgelöst. Meist geschieht das in für den Körper bedrohlichen Situationen: bei zu viel Alkoholkonsum, Stress, Aufregung oder wenn man etwas extrem Kaltes oder Heißes getrunken hat.

Was tun bei Schluckauf?

Erschrecken lassen, Luft anhalten, etwas trinken, bis zehn zählen, einen Löffel mit Essig und Zucker in den Mund stecken ... Die Liste ließe sich lang fortführen. Doch die schrägen Theorien vom besten Hausmittel gegen Schluckauf haben alle eines gemeinsam: Entspannung des Zwerchfells und Auflösen des Krampfs.

Sollten Sie gern scharfe und heiße Speisen essen und davon regelmäßig Schluckauf bekommen, achten Sie verstärkt darauf, währenddessen gleichmäßig zu atmen und gerade zu sitzen. So können Sie in vielen Fällen dem unangenehmen Aufstoßen entgegenwirken.

Wer den Schluckauf loswerden will, könne es ruhig mit den bewährten Mitteln versuchen, sagt Wiedenmann: Mehrfach tief ein- und ausatmen, etwas trinken oder sich ablenken. Zum Beispiel indem man sich mal überlegt, was man in den vergangenen drei Tagen so alles gegessen hat. Die Atmung entspannt und das Zwerchfell lockert sich.

Verwendete Quellen:
  • dpa-tmn
  • netdoktor.de
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal