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SchĂ€digt Übergewicht das Gehirn?

Von dpa
Aktualisiert am 10.01.2019Lesedauer: 3 Min.
Britische Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und VerĂ€nderungen des Gehirns.
Britische Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und VerĂ€nderungen des Gehirns. (Quelle: Frank Leonhardt./dpa)
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Loughborough (dpa) - Bei Menschen mit starkem Übergewicht kann das Gehirn in bestimmten Bereichen geschrumpft sein. Das berichten britische Forscher in der Online-Ausgabe des Fachmagazins "Neurology".

Sie zeigten in ihrer Studie, dass der Effekt vor allem bei Menschen festzustellen ist, die um die Körpermitte viel Fett ansammeln. Es sei allerdings bisher unklar, ob das Übergewicht die HirnverĂ€nderungen auslöse - oder ein verĂ€ndertes Gehirn die Entstehung von Übergewicht begĂŒnstige. Auch die Frage, welche Konsequenzen die festgestellten HirnverĂ€nderungen haben, untersuchten die Forscher nicht.

Dass starkes Übergewicht ein Wegbereiter fĂŒr zahlreiche Krankheiten sein kann, steht außer Frage. Auf der Liste der Krankheiten stehen Diabetes, GelenkschĂ€den, Kreislauferkrankungen und Atembeschwerden. Unklar ist bislang aber, ob - und wenn ja, in welchem Ausmaß - ĂŒberflĂŒssige Pfunde auch eine Gefahr fĂŒrs Gehirn darstellen. Hinweise darauf hatten Forscher in der Vergangenheit in mehreren Studien gefunden. So zeigte 2017 eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts fĂŒr Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, dass Fettleibigkeit wichtige Hirn-Netzwerke beeintrĂ€chtigen und das Alzheimer-Risiko erhöhen kann. Bereits 2010 hatte eine US-Studie ergeben, dass Adipositas das biologische Altern des Gehirns beschleunigt.

Britische Forscher um den Sportmediziner Mark Hamer von der Loughborough-UniversitĂ€t untersuchten nun, wie sich Übergewicht speziell auf die so genannte Graue Substanz im Hirn auswirkt. Diese "Substantia grisea" setzt sich vor allem aus Nervenzellkörpern zusammen und ist eine wesentliche Komponente des Zentralnervensystems. Im Gegensatz dazu besteht die Weiße Substanz aus Nervenfasern, welche die verschiedenen Areale des Hirns miteinander verbinden.

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"Die Forschung hat eine Schrumpfung des Hirns mit einem Verfall des GedĂ€chtnisses und einem erhöhten Risiko fĂŒr Demenz in Verbindung gebracht", fasst Hamer in einer zur Studie veröffentlichten Mitteilung zusammen. "Unklar war bislang aber, ob zusĂ€tzliches Körperfett die GehirngrĂ¶ĂŸe schĂŒtzt oder schĂ€digt."

FĂŒr die Studie werteten die Forscher Daten von 9652 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 55 Jahren aus. Sie ermittelten den Body-Mass-Index (BMI) der Teilnehmer, also das VerhĂ€ltnis ihres Körpergewichts zur KörpergrĂ¶ĂŸe. Von den Teilnehmern galten knapp 19 Prozent als adipös - sie hatten einen BMI von 30 und mehr. Allerdings ist der BMI in den vergangenen Jahren durchaus in die Kritik geraten, da selbst Menschen mit viel Muskelmasse oder einer höheren Knochendichte durch die reine Fokussierung auf das Gewicht einen sehr hohen BMI haben können.

Die britischen Mediziner bezogen daher zusĂ€tzlich den Körperfettanteil und den Taille-HĂŒfte-Quotienten (THQ) in ihre Analyse mit ein. Bei Frauen gilt ein THQ von 0,8 oder kleiner als gesund, bei MĂ€nnern liegt der Wert bei 0,9 oder darunter. Der Quotient trifft auch eine Aussage darĂŒber, ob man mehr ein Apfeltyp ist, das Körperfett sich also zum grĂ¶ĂŸten Teil um die Taille befindet, oder ein Birnentyp mit Fettpolstern vor allem um HĂŒfte, Po und Oberschenkel: Apfeltypen haben ein deutlich erhöhtes Risiko fĂŒr Bluthochdruck, Diabetes sowie Herz- und Kreislauferkrankungen.

Entspricht Ihre Figur eher dem Apfel- oder dem Birnentyp? Ermitteln Sie hier Ihr Taille-HĂŒfte-VerhĂ€ltnis (Waist-to-Hip-Ratio).

Ferner wurden die Teilnehmer zu ihrer Gesundheit befragt. Per Magnetresonanztomographie bestimmten die Forscher dann die Gehirnvolumina fĂŒr die Graue und Weiße Substanz und bezogen hier auch Faktoren ein, die Einfluss auf das Gehirnvolumen nehmen können, wie das Alter, körperliche AktivitĂ€t, Rauchen und Bluthochdruck.

Das zentrale Ergebnis: Menschen, die sowohl einen hohen BMI als auch einen hohen THQ hatten, verfĂŒgten ĂŒber ein geringeres Volumen an Grauer Substanz als diejenigen mit einem normalen THQ. Konkret stellten die Wissenschaftler fest, dass die 1291 Teilnehmer mit einem hohen BMI und einem hohen THQ mit durchschnittlich 786 Kubikzentimetern das geringste Volumen an Grauer Substanz aufwiesen. Im Vergleich dazu betrug dieser Wert bei den 3025 Menschen mit einem normalen Gewicht 798 Kubikzentimeter. Die 514 Teilnehmer mit einem hohen BMI, aber einem normalen THQ verfĂŒgten durchschnittlich ĂŒber 793 Kubikzentimeter Graue Substanz. Bei der Weißen Substanz waren hingegen keine Unterschiede feststellbar.

Ähnliche Resultate hatten japanische Mediziner bereits im vergangenen Jahr veröffentlicht, die sich in ihrer Arbeit indes auf die Auswirkungen von leichtem Übergewicht konzentriert hatten.

"Obwohl unsere Studie herausgefunden hat, dass Fettleibigkeit, vor allem in der Körpermitte, mit einem geringeren Volumen an grauer Substanz im Gehirn zusammenhĂ€ngt, bleibt unklar, ob AnomalitĂ€ten in der Hirnstruktur zu Fettleibigkeit fĂŒhrt oder ob Fettleibigkeit diese VerĂ€nderungen im Hirn bewirkt", schrĂ€nkt Mark Hamer, Autor des aktuellen Fachartikels, ein.

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Ein Nachteil ihrer Studie sei auch, dass nur fĂŒnf Prozent der eingeladenen Personen an der Untersuchung teilgenommen hatten - und diese im Schnitt gesĂŒnder waren als die, die sich gegen eine Teilnahme entschieden hatten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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