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In Textilien oder Möbeln: Kalter Rauch gefährdet besonders Kleinkinder

In Textilien oder Möbeln  

Kalter Rauch gefährdet besonders Kleinkinder

31.05.2019, 09:45 Uhr | dpa

In Textilien oder Möbeln: Kalter Rauch gefährdet besonders Kleinkinder. Auch wenn die Zigarette längst aus ist, können Rückstände von Rauch Schadstoffe abgeben.

Auch wenn die Zigarette längst aus ist, können Rückstände von Rauch Schadstoffe abgeben. Foto: Daniel Reinhardt/dpa. (Quelle: dpa)

Heidelberg (dpa) - Nach den Gefahren des Rauchens und Passivrauchens
nehmen Wissenschaftler jetzt den kalten Tabakrauch verstärkt in den
Blick. Er hängt in Kleidern, setzt sich in Teppichen und Vorhängen
fest, lagert sich auf Möbeln ab und wird über Haut, Lunge und Mund
aufgenommen.

"Zwar ist der erkaltete Rauch nicht so schädlich wie das aktive oder passive Tabakrauchen, aber auch er könnte das Krebsrisiko erhöhen", sagt Katrin Schaller, Expertin für Tabakkontrolle am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, der Deutschen
Presseagentur.

Stefan Andreas, ärztlicher Leiter der Lungenfachklinik Immenhausen (Hessen), pflichtet bei: "Es ist ganz klar, dass diese Substanzen -
auch über andere Wege aufgenommen - schädlich sind."

Schutz wie vor Passivrauchen notwendig

Unter Wissenschaftlern herrsche darüber Einigkeit. Der Schutz vor kaltem Rauch solle wie der vor der Belastung durch Passivrauchen konsequent umgesetzt werden.

Der Weltnichtrauchertag sei eine gute Gelegenheit, findet Biologin
Schaller, Raucher an die Folgen ihres Tuns für andere zu erinnern.
Die beim Rauchen entstandenen Schadstoffe blieben an Kleidern, Haut
und Haaren des Rauchers hängen und würden so weitergegeben.

So fanden US-Wissenschaftler Rückstände nicht nur in Nichtraucherhotels und -autos, sondern auch in einer rauchfreien Intensivstation für Neugeborene: Personal oder Eltern hatten sie eingeschleppt.

Keine Küsse nach der Zigarette

Besonders gefährdet sind Kleinkinder, die gerne auf dem Boden spielen und Gegenstände in den Mund nehmen. Kleiner Tipp am Rande: Männer und
Frauen sollte ihre Liebsten nicht direkt nach dem Zigarettenkonsum
küssen. "Raucher atmen noch bis zu zehn Minuten nach Löschen der
Zigarette Schadstoffe aus", sagt Schaller.

Im kalten Rauch sind rund 90 Stoffe zu finden, die krebserregend sind
oder im Verdacht stehen, dieses zu sein. Nachgewiesen wird der kalte
Rauch durch Ablagerungen von Nikotin. Nikotin selbst ist nicht
krebserregend, könne dies aber nach der Reaktion mit anderen
Substanzen aus der Umgebung werden, wie Schaller erläutert.

Empfehlung: draußen rauchen

Diese Verbindungen bauten sich erst in Monaten oder Jahren ab. Das Nikotin selbst ist aber auch nicht harmlos. Es wirkt auf das Herz- und Kreislaufsystem und kann im schlimmsten Fall zu Vergiftungen führen, wie Schaller vom DKFZ erläutert. Auch Staubtuch und -sauger
beseitigen den hartnäckigen Stoff nicht vollends.

Schallers Schlussfolgerung: "Ich empfehle, nicht drinnen zu rauchen,
um sich selbst und andere zu schützen." Dabei müsse der Abstand so
groß sein, dass nicht doch noch Rauch in die Wohnung ziehe.

Weitere Ratschläge: nach dem Rauchen Händewaschen und Kleider wechseln. Das gelte insbesondere, wenn man mit Kindern zusammenkommt. Wer in eine Raucherwohnung einziehe, tue gut daran, Tapeten und Teppiche zu erneuern.

Dünne Forschungslage

Lungenspezialist Andreas bedauert die unzureichende Forschung auf dem
Gebiet. Studien zu nachgewiesenen Gefahren des "third hand smoke" für
den Menschen gebe es nicht, Schlussfolgerungen würden analog zu den
Auswirkungen vom Passivrauchen gezogen.

Auch Schaller vom DKFZ verweist auf eine dünne Forschungslage. Es gebe Versuche mit Zellen, wonach kalter Rauch deren Funktion und Erbsubstanz schädigt. Im Tierversuch habe sich negativer Einfluss auf das Immunsystem und die Lungenentwicklung bei Ungeborenen ergeben.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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