t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
Such IconE-Mail IconMenĂŒ Icon

MenĂŒ Icont-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
Such Icon
HomeGesundheitGesundheitswesen

BGH-Urteil: Keine Zwangsbehandlung von Schizophrenie


BGH-Beschluss: Keine Zwangsbehandlung mit Elektroschocks

Von afp, dpa
17.02.2020Lesedauer: 2 Min.
Elektrokrampftherapie: Das Landgericht wies zunĂ€chst die Beschwerde des Patienten und seiner Mutter zurĂŒck. (Symbolbild)VergrĂ¶ĂŸern des BildesElektrokrampftherapie: Das Landgericht wies zunĂ€chst die Beschwerde des Patienten und seiner Mutter zurĂŒck. (Symbolbild) (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)
Facebook LogoX LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Die Elektrokrampftherapie gilt im Einsatz gegen Schizophrenie als problematisch. Der BGH hat in einem aktuellen Fall Beschwerde gegen eine gerichtlich genehmigte Behandlung eingereicht.

Bei einer Schizophrenie kann eine Zwangsbehandlung mit einer Elektrokrampftherapie in der Regel nicht genehmigt werden. Das stellte der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Montag veröffentlichten Beschluss im Fall eines an paranoider Schizophrenie leidenden Patienten klar, dessen Behandlung mit der strittigen Therapie gerichtlich genehmigt worden war.

Elektrotherapie fĂŒhrt zu VerĂ€nderungen im Gehirn

Die Bundesrichter begrĂŒndeten ihre Entscheidung damit, dass die Elektrokrampftherapie (EKT) nicht dem notwendigen "medizinisch-wissenschaftlichen Konsens" entspreche. (Az. XII ZB 381/19)

Bei der Therapie lösen die Ärzte unter Narkose durch kurze elektrische Reizung des Gehirns einen Krampfanfall aus, der zu neurochemischen VerĂ€nderungen fĂŒhrt. Bei bestimmten schweren Depressionen gilt das als bestmögliche Behandlung. FĂŒr Patienten mit Schizophrenie gibt es keine solche eindeutige Empfehlung.

Landgericht wies Beschwerde des Patienten zurĂŒck

Nach BefĂŒrwortung durch ein SachverstĂ€ndigengutachten hatte das Amtsgericht Heidelberg die Einwilligung des zustĂ€ndigen Betreuers in die EKT bei dem Patienten genehmigt. Die Genehmigung sah auch vor, dass der Mann notfalls fixiert werden sollte. Der 26-JĂ€hrige war schon hĂ€ufiger in der Psychiatrie gegen seinen Willen mit verschiedenen Medikamenten behandelt worden – ohne grĂ¶ĂŸeren Erfolg.

Das Landgericht wies die Beschwerde des Patienten und seiner Mutter zurĂŒck. Die dagegen vor dem BGH eingelegte Beschwerde der Mutter hatte aber Erfolg.

Nicht alle Therapien sind medizinisch notwendig

Die Einwilligung des Betreuers in die Zwangsbehandlung sei in diesem Fall nicht genehmigungsfÀhig, entschied der BGH. Die Bundesrichter wiesen daraufhin, dass ein Betreuer gegen den Willen des Patienten nur dann in eine Behandlung einwilligen könne, wenn dies zu dessen Wohl notwendig sei. Im Sinne des Gesetzes könnten aber nur Therapien als notwendig angesehen werden, die einem "breiten medizinisch-wissenschaftlichen Konsens" entsprÀchen.

Die zur EKT veröffentlichten Stellungnahmen und Leitlinien vermittelten aber einen solchen Konsens nicht. Zwar könne nach neueren Erkenntnissen diese Therapie auch zur Behandlung von Schizophrenie bei einer schweren depressiven Verstimmung indiziert sein. Ein solches Krankheitsbild hÀtten die Gerichte aber bei dem Patienten nicht festgestellt.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine Ă€rztliche Beratung und dĂŒrfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen AFP, dpa
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingAnzeigen

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...







t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland


TelekomCo2 Neutrale Website