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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Wer hat Anspruch auf eine Reha oder Kur – und wer zahlt?

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 29.10.2020Lesedauer: 3 Min.
Reha oder Kur: Eine medizinische Rehabilitation wird besonders hÀufig nach Erkrankungen oder Operationen beantragt.
Reha oder Kur: Eine medizinische Rehabilitation wird besonders hÀufig nach Erkrankungen oder Operationen beantragt. (Quelle: gilaxia/getty-images-bilder)
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BĂ€der, Massagen oder Physiotherapie: Um schnell wieder fit zu werden, entscheiden sich viele fĂŒr eine Reha oder eine Kur. Doch wem stehen diese Leistungen zu? Und gibt es Anspruch auf Lohnfortzahlung?

Das Wichtigste im Überblick


  • Reha und Kur: Wo ist der Unterschied?
  • Wer zahlt die Reha oder Kur?
  • Reha und Kur: Bei welchen Krankheiten?
  • Wer zahlt mein Gehalt wĂ€hrend der Reha?

Eine Reha hat ebenso wie eine Kur das Ziel, die Gesundheit des betroffenen Patienten zu stÀrken und das Leben im Alltag nachhaltig zu erleichtern. Das kann nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, einem Unfall oder einer schweren Erkrankung der Fall sein. Wie sich Reha und Kur unterscheiden, wer Anspruch hat und wer zahlt, lesen Sie hier.

Reha und Kur: Wo ist der Unterschied?

Der Begriff "Reha" ist die AbkĂŒrzung fĂŒr Rehabilitation und umfasst Maßnahmen zur Wiederherstellung der Gesundheit bei kranken Menschen. Eine Reha nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall beispielsweise hat das Ziel, den Gesundheitszustand des Betroffenen so wiederherzustellen und zu stĂ€rken, dass ein Wiedereinstieg in sein persönliches, gesellschaftliches und berufliches Leben möglich ist.

Eine Reha ist eine medizinische Rehabilitationsleistung. Zu den therapeutischen Maßnahmen gehören unter anderem Physiotherapie, Psychotherapie, LogopĂ€die und Ergotherapie. Eine Reha kann ambulant, aber auch stationĂ€r durchgefĂŒhrt werden.

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Der Begriff Kur hingegen leitet sich vom lateinischen Begriff "cura" ab und bedeutet FĂŒrsorge. Eine Kur setzt bei einem gesunden Menschen an und dient dazu, die Gesundheit zu stĂ€rken. Es steht der Gedanke der Erholung und der PrĂ€vention von Krankheiten im Vordergrund. Seit dem Jahr 2000 ist der Begriff "Kur" durch die Bezeichnung "Leistungen zur medizinischen Vorsorge und Rehabilitation" abgelöst worden. Umgangssprachlich ist aber nach wie vor meist die Rede von einer Kur. Kurkliniken setzen auf vorbeugende Maßnahmen wie BĂ€der, Massagen, SpaziergĂ€nge im Kurpark und Ă€hnliches.

Wer zahlt die Reha oder Kur?

GrundsĂ€tzlich haben alle Versicherten einen Anspruch auf medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen. DafĂŒr muss zuerst der behandelnde Arzt die medizinische Notwendigkeit fĂŒr die Teilnahme an einer Reha oder Kur bestĂ€tigen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ĂŒber die Möglichkeiten einer Reha oder Kur. Er kennt Sie und Ihre individuelle Gesundheitssituation und kann die möglichen Optionen mit Ihnen besprechen. Wenn Ihr Arzt eine Reha oder Kur bewilligt, mĂŒssen Sie einen Antrag bei den jeweiligen KostentrĂ€gern stellen, meist ist das die gesetzliche Renten-, Pflege- oder Unfallversicherung.

Die gesetzlichen Krankenkassen ĂŒbernehmen die Kosten nur dann, wenn kein anderer RehabilitationstrĂ€ger zustĂ€ndig ist. Sind Sie unsicher beim AusfĂŒllen des Antrags, bitten Sie Ihren Arzt, Ihnen dabei zu helfen. Den Befundbericht des Arztes mĂŒssen Sie dem Reha-Antrag beifĂŒgen.

Tipp: Wird der Antrag von den KostentrÀgern abgelehnt, lohnt es sich, Widerspruch einzulegen. Oftmals wird der Antrag im zweiten Anlauf bewilligt.

Zuzahlung: Es können Zuzahlungen auf Sie zukommen. Fragen Sie beim KostentrĂ€ger nach, welche Kosten auf Sie zukommen. Sind Sie beispielsweise bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichert und ĂŒber 18 Jahre alt, mĂŒssen Sie eine Zuzahlung von zehn Euro pro Tag leisten. Dauert die Reha-Maßnahme lĂ€nger als drei Wochen, ist die Zuzahlung auf 28 Tage pro Jahr beschrĂ€nkt.

Reha und Kur: Bei welchen Krankheiten?

Die Erkrankungen und gesundheitlichen BeeintrĂ€chtigungen bei denen Rehabilitationsmaßnahmen bewilligt werden, umfassen ein großes Feld. Wie die Verbraucherzentrale Hessen mitteilt, mĂŒssen fĂŒr eine Reha folgende Voraussetzungen erfĂŒllt sein:

  • RehabilitationsbedĂŒrftigkeit: Sie sind aufgrund körperlicher, geistiger oder seelischer SchĂ€digungen in sogenannten „alltagsrelevanten AktivitĂ€ten“ beeintrĂ€chtigt – und zwar nicht nur vorĂŒbergehend.
  • RehabilitationsfĂ€higkeit: Sie sind belastbar und motiviert fĂŒr die medizinische Rehabilitation.
  • Rehabilitationsziel: Die alltagsrelevanten BeeintrĂ€chtigungen sollen beseitigt, vermindert oder vermieden werden. Ziel kann sein, Ihren körperlichen und geistigen Ausgangszustand möglichst wiederherzustellen. Falls das nicht möglich ist, soll die Reha Ihnen ermöglichen, Ersatzstrategien fĂŒr den Alltag zu erlernen.

Eine medizinische Rehabilitation wird besonders hĂ€ufig nach Erkrankungen oder Operationen beantragt. Sie soll Behinderungen und PflegebedĂŒrftigkeit möglichst vermeiden. Vorbeugend kommen Rehabilitationsmaßnahmen in Form einer Mutter-Kind-Kur, als geriatrische Reha fĂŒr Ă€ltere Menschen oder Reha fĂŒr pflegende Angehörige in Frage. Auch bei Depressionen sind Rehamaßnahmen möglich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob in Ihrem individuellen Fall eine Reha oder Kur umsetzbar ist.

Wer zahlt mein Gehalt wÀhrend der Reha?

"Wer zahlt mein Gehalt wĂ€hrend einer Reha?" ist eine hĂ€ufige Frage, die sich stellt, wenn man ĂŒber Rehabilitationsmaßnahmen nachdenkt. Arbeitnehmer haben wĂ€hrend der Reha und einer bewilligten Kur Anspruch auf eine sechswöchige Lohnfortzahlung.

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Ist dieser Anspruch bereits teilweise oder ganz aufgebraucht, etwa aufgrund einer Vorerkrankung, bekommen Sie nach Ablauf der sechs Wochen vom RehabilitationstrĂ€ger Krankengeld, Verletztengeld oder Übergangsgeld fĂŒr die Dauer der Rehabilitation – sofern Sie vor Beginn der Reha ein Arbeitseinkommen hatten und BeitrĂ€ge zur Rentenversicherung bezahlt haben. Fragen Sie beim jeweiligen KostentrĂ€ger dennoch immer nach, wie hoch die Zahlungen in Ihrem Fall sind und wie lange eine Fortzahlung besteht.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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