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Starke Regelbeschwerden: Wenn Frauen Endometriose plagt

Schmerzen im Unterleib  

Wenn Frauen an Endometriose erkranken

11.10.2019, 11:02 Uhr | Sabine Meuter, dpa-tmn

Starke Regelbeschwerden: Wenn Frauen Endometriose plagt. Eine Frau hat Unterleibskrämpfe: Ein Besuch beim Frauenarzt hilf, eine Krankheit wie Endometriose auszuschließen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/ bymuratdeniz)

Eine Frau hat Unterleibskrämpfe: Ein Besuch beim Frauenarzt hilf, eine Krankheit wie Endometriose auszuschließen. (Quelle: bymuratdeniz/Thinkstock by Getty-Images)

Kopf- und Unterleibsschmerzen sowie Übelkeit – das kennen viele Frauen rund um ihre Monatsblutung. Doch bei manchen sind die Schmerzen kaum auszuhalten. Betroffene sind womöglich an Endometriose erkrankt.

Was ist Endometriose?

In der Bezeichnung steckt das Wort Endometrium, das übersetzt Gebärmutterschleimhaut bedeutet. Bei Endometriose handelt es sich um gutartige Schleimhautzellen, die sich außerhalb der Gebärmutter ansiedeln. Sie können sich auch an den Eierstöcken, der Wand der Gebärmutter oder etwa an der Blase oder im Darm bilden.

"Weil die Schleimhautzellen mit Blut volllaufen und dann wie Schokokugeln aussehen, heißen sie auch Schokoladenzysten", sagt Prof. Michael Untch. Er ist Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie am Helios Klinikum Berlin-Buch.

Nicht immer wird die Krankheit gleich erkannt. In einigen Fällen vergehen so Jahre bis zur Diagnose. Bis dahin können etwa Verwachsungen oder Entzündungen in den befallenen Organen auftreten. Die Ursachen sind bislang unklar. "Vermutlich ist eine Endometriose genetisch bedingt", sagt Prof. Stefan P. Renner. Er ist Chefarzt der Frauenklinik und des Perinatalzentrums an den Kliniken Böblingen.

Symptome und Diagnose

"Ungewollte Kinderlosigkeit kann ebenfalls ein Hinweis auf Endometriose sein", sagt Untch. Gleiches gilt für Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen. Eine reguläre gynäkologische Untersuchung genügt für eine Diagnose nicht. "Letzte Gewissheit bringt nur eine Bauchspiegelung, die unter Narkose erfolgt", erklärt Renner. Manche Patientinnen sträuben sich jedoch gegen eine Bauchspiegelung, weil sie glauben, dass sie unangenehm sei. Sie lassen sich daher im Fall von Regelbeschwerden eine Hormontherapie verschreiben.



Behandlungsoptionen für Betroffene

  1. Das kann zum Beispiel die Einnahme der Antibabypille sein. "Die meisten Antibabypillen können Endometriose-bedingte Schmerzen lindern", erläutert Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer in Berlin. Die Antibabypille ist jedoch kein Ersatz für eine Bauchspiegelung und beseitigt auch nicht Endometriose-Herde.
  2. "Eine andere Option sind Gestagenpräparate", so Sellerberg. Sie wirken wachstumshemmend auf die Gebärmutterschleimhaut und sorgen dafür, dass sich die Endometriose-Herde nicht weiter ausbreiten. Als Folge bleibt die Monatsblutung aus. Damit nimmt die Schmerzintensität stark ab. Mitunter treten auch keine Beschwerden mehr auf.
  3. Bei Frauen mit Kinderwunsch helfen oft sogenannte GnRH-Analoga. Sie können vor einer Kinderwunschbehandlung gegeben werden – das steigert in fortgeschrittenen Stadien die Chance, schwanger zu werden. Auch bei anhaltenden Schmerzen trotz Operation oder einer Hormontherapie kommen sie in Betracht. 
    Die Folge von GnRH-Analoga: Die Patientin kommt in künstliche Wechseljahre. Das bringe nicht selten entsprechende Nebenwirkungen wie Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen mit sich, so Sellerberg. Zur Abmilderung der Symptome verschreibt der Arzt zusätzlich zu GnRH-Analoga häufig einen Östrogen-Ersatz.
  4. Hilft keines der Medikamente weiter, führt an einer Operation kein Weg vorbei. Dabei entfernt der Arzt das Gewebe. Doch eine langfristige Lösung des Problems ist das nicht immer: "Endometriose kann jederzeit wiederkommen", betont Untch.
Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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